Lukas-Krankenhaus setzt auf eigene Strategie zur Corona-Eindämmung
Neue Testgeräte für mehr Sicherheit

Gronau -

Bislang ist das Lukas-Krankenhaus gut durch die Pandemie gekommen. Jetzt sorgen zwei neu angeschaffte Test-Geräte für zusätzliche Sicherheit. Und auch für das Besuchsverbot steht eine Lockerung in Aussicht.

Samstag, 05.12.2020, 10:00 Uhr
Petra Hoock (r.), stellvertretende Pflegedienstleiterin, stellt mit Mitarbeiterin Sabrina Dräger im eigens eingerichteten Test-Raum die Abstrich-Situation nach, wie sie am Lukas-Krankenhaus an Patienten und Mitarbeitern regelmäßig durchgeführt wird.
Petra Hoock (r.), stellvertretende Pflegedienstleiterin, stellt mit Mitarbeiterin Sabrina Dräger im eigens eingerichteten Test-Raum die Abstrich-Situation nach, wie sie am Lukas-Krankenhaus an Patienten und Mitarbeitern regelmäßig durchgeführt wird. Foto: Lukas-Krankenhaus

Patienten und Mitarbeitern möglichst viel Sicherheit in einer Zeit bieten, in der Ängste und Verunsicherung den Alltag prägen – das hat sich das Evangelische Lukas-Krankenhaus von Beginn der Coronavirus-Pandemie an zum Ziel gesetzt. Mit unterschiedlichen Maßnahmen ist es dem Krankenhaus bisher gelungen, gut durch die kritischen Monate zu kommen, heißt es in einer Pressemitteilung des Krankenhaus-Trägers.

Ein weiterer Baustein dabei sind zwei neu angeschaffte Test-Geräte. „ID Now“ heißt seit Kurzem das Zauberwort am Lukas. Zusätzlich zu „ID Now“ sind in dieser Woche auch Reihentestungen der Mitarbeiter per Antigen-Schnelltests angelaufen.

Seit März testet das Lukas jeden Patienten, der neu aufgenommen wird, auf SARS-CoV-2. Ein Patient mit typischen Symptomen oder Auffälligkeiten im Corona-Fragebogen wird bis zum Eintreffen des Testergebnisses zunächst isoliert. Für diesen Zweck haben beide Fachabteilungen (Geriatrie und Psychiatrie) stets ausreichend Zimmer frei gehalten.

Tests direkt bei der Aufnahme

„Die neuen Testgeräte leisten nun für unser strategisches Bettenmanagement wertvolle Dienste“, sagt Stefan Rittmeyer , Chefarzt der Geriatrie am Lukas. Die ID-Now-Geräte liefern in etwa 15 Minuten ein aussagekräftiges Testergebnis – ein erheblicher Zeitgewinn, da Ärzte und Pflegekräfte bisher bis zu 48 Stunden auf ein Ergebnis warten mussten, um Gewissheit zu haben, ob ein Patient Virusträger ist oder nicht. Da die neuen Test-Geräte eine deutlich höhere Treffgenauigkeit als die Antigen-Schnelltests haben, hat sich das Lukas für die Anschaffung entschieden und ist schon nach den ersten praktischen Erfahrungen vom hohen Mehrwert überzeugt.

Ein Gerät kommt in einem eigens eingerichteten Test-Raum nahe des Eingangsbereichs zum Einsatz: Hier werden Patienten direkt während des Aufnahmeprozesses abgestrichen. „So gewinnen wir Zeit und deutlich mehr Sicherheit für unsere Patienten und Mitarbeiter“, freut sich auch Helmut Berndt, Chefarzt der Psychiatrie am Lukas. Das zweite Gerät wird für die Untersuchung am Patienten direkt auf den Stationen verwendet. „Immer dann, wenn ein Patient zum Beispiel plötzlich Symptome bekommt“, sagt Pflegedienstleiter Gerd Bömsch. Für die korrekte Bedienung der Geräte und die Durchführung der Nasen- und Rachen-Abstriche sind die examinierten Pflegekräfte umfangreich geschult worden. So können Patienten oder symptomatische Mitarbeiter zu jeder Tages- und Nachtzeit getestet werden.

Reihentestungen bei Mitarbeitern

Um die Vorgaben der bundesweiten Teststrategie komplett zu erfüllen, bietet das Lukas-Krankenhaus nun auch regelmäßig Mitarbeitern ohne Symptome Reihentestungen auf freiwilliger Basis an. „Wir sind stolz und dankbar, dass sich unsere Mitarbeiter über den gesamten Zeitraum der Pandemie so diszipliniert und verantwortungsvoll verhalten. Bisher hat sich keiner unserer Mitarbeiter im Krankenhaus selbst mit dem Coronavirus infiziert“, zeigt sich Rittmeyer erleichtert.

Von Beginn der Pandemie an befasst sich in der evangelischen Einrichtung die sogenannte Krankenhaus-Einsatzleitung (KEL) mit den Anforderungen und gesetzlichen Vorgaben, die die Verbreitung von SARS-CoV-2 mit sich brachte und bringt. Als hilfreich habe sich bei der Bewältigung der Pandemie auch der gute und enge Kontakt des Krankenhauses zum Gesundheitsamt des Kreises Borken herausgestellt. Zu den weniger dankbaren Aufgaben der Krankenhaus-Einsatzleitung zählte auch die Entscheidung, wegen der stetig ansteigenden Infektionszahlen im November wieder ein Besuchsverbot auszusprechen. „Wir bedauern selbst auch sehr, dass der so wichtige Austausch der Angehörigen mit unseren Patienten aktuell nicht möglich ist, da der enge Kontakt eigentlich zu unserem geriatrischen Konzept gehört“, sagt Chefarzt Rittmeyer. Da die Notwendigkeit allerdings besteht, bemühen sich Pflegekräfte und Ärzte nach Kräften, diese fehlende Aufmerksamkeit von Angehörigen durch mehr Zuwendung aufzufangen. Doch es besteht Hoffnung: Vermutlich ab Montag (7. Dezember) wird wieder eine eingeschränkte Besuchsregelung greifen können, sofern der Inzidenzwert im Kreis Borken unter der 100er-Marke bleibt. Ein erklärtes Ziel hat das Lukas jedoch ganz fest im Blick: an den Weihnachtsfeiertagen soll jeder Patient mindestens einmal einen Angehörigen-Besuch bekommen.

Für aktuelle Hinweise empfiehlt sich ein Blick auf die Website des Krankenhauses .

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