Tagesmütter
Kinder werden weiter betreut

Gronau -

Berufstätige Eltern müssen sich zurzeit ganz schön zur Decke strecken. Arbeiten, gestrichene Kita-Zeiten kompensieren und/oder für Schulkinder den Unterricht zu Hause organisieren. Ein bisschen besser haben es diesmal die, deren Kinder zu einer Tagesmutter gehen. Denn die Kindertagespflege läuft trotz der geltenden Corona-Schutzmaßnahmen relativ normal weiter. Relativ . . .

Mittwoch, 13.01.2021, 18:34 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 18:02 Uhr

 

Tatsächlich gilt auch für die Kindertagespflege der Appell von NRW-Familienminister Joachim Stamp , die Eltern sollten wann immer möglich ihre Kinder nicht hinschicken, sondern selber betreuen. Kontaktbeschränkung zur Eindämmung der Pandemie solle auch hier oberste Priorität haben. Doch für viele Eltern in Gronau ist die Kindertagespflege unverzichtbar, weiß Angelika Pflugrad . Sie ist eine von drei Mitarbeiterinnen für die Fachberatung und Vermittlung von Kindertagespflege, für die in Gronau ein Trägerverbund aus Diakonie und Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) zuständig ist.

Hausbesuche und Tageselterntreffen fallen aus, persönliche Kontakte ebenso. Das ist schade.

Angelika Pflugrad

„Weniger Eltern als im Frühjahr betreuen ihre Kinder zu Hause“, ist Pflugrads aktueller Eindruck. Einige Eltern hätten sogar nachgefragt, ob nicht die Tagesmütter Betreuungszeiten übernehmen könnten, die in anderen Bereichen wegfallen. „Das können sie aber nicht“, betont Angelika Pflugrad. Die Tagesmütter dürfen die Kinder in dem Umfang betreuen, den der Betreuungsvertrag vorsieht – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gleichzeitig fallen für die Eltern im Januar die Beiträge weg, aber die Tagesmütter werden auch bezahlt, wenn Kinder nicht in die Betreuung kommen. „Weil sie ja weiterhin zur Verfügung stehen, sodass Eltern flexibel bleiben können“, erklärt Pflugrad. Eine Regelung, von der beide Seiten profitieren.

Trotzdem ist auch in der Kindertagespflege vieles anders als vor der Corona-Pandemie. Insbesondere die Vernetzung der Tagesmütter untereinander, aber auch die Kontakte zu den Fachberaterinnen sind weitestgehend auf Eis gelegt. „Hausbesuche und Tageselterntreffen fallen aus, persönliche Kontakte ebenso. Das ist schade“, sagt Angelika Pflugrad. Diesbezüglich seien auch digitale Medien – zum Beispiel Videokonferenzen – aus verschiedenen Gründen kein adäquater Ersatz.

Maskenpflicht bei Kontakt mit Erwachsenen

Zwar können sich die Tagesmütter – und der eine Tagesvater, den es in Gronau auch gibt – bei der Beratungsstelle FFP-2-Masken abholen (15 Stück), „aber dann belassen wir es bei kurzen Kontakten auf dem Flur“, betont Pflugrad. In der unmittelbaren Arbeit mit den Kindern müssen die Tagesmütter keinen Abstand halten und auch keine Masken tragen – sobald es aber zu Kontakten mit Erwachsenen kommt sehr wohl.

Und natürlich sind auch für die Tagesmütter – die nicht selten eigene Kinder haben – Ansteckungsgefahr, drohende Quarantäneauflagen und Co. Themen, mit denen sie sich auseinandersetzen. Analog zu Erzieherinnen und Lehrkräften können auch Tagesmütter bis zum 26. März sechs Corona-Schnelltests in Anspruch nehmen, um Gewissheit zu bekommen, ob sie sich infiziert haben oder nicht. Auch die Impfbereitschaft schätzt Angelika Pflugrad unter den Tagesmüttern recht hoch ein. „Die meisten würden sich wohl impfen lassen, um ihre Arbeit weiterführen zu können, aber auch, um zum Beispiel Angehörige zu schützen, die zu einer Risikogruppe gehören.“

Und wenn dann doch mal eine Tagesmutter ausfällt, weil sie zum Beispiel in Quarantäne muss, dann bemühen sich Angelika Pflugrad und ihre Kolleginnen um individuelle Lösungen. Das ist auch nötig, weil zum Bespiel Vertretungen, die die Tagesmütter normalerweise untereinander organisieren, nicht greifen.

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