Syrisch-orthodoxe Gemeinde in Gronau
„Wir nehmen Corona sehr ernst“

Gronau -

Die syrisch-orthodoxen Christen in Gronau haben genauso mit den Folgen von Corona zu kämpfen wie andere Glaubensgemeinschaften.

Donnerstag, 14.01.2021, 20:03 Uhr aktualisiert: 14.01.2021, 20:10 Uhr
Das Ephrem-Kloster in Losser, Bischofssitz der syrisch-orthodoxen Christen. Auch Gronauer sind dort oft zu Gast.
Das Ephrem-Kloster in Losser, Bischofssitz der syrisch-orthodoxen Christen. Auch Gronauer sind dort oft zu Gast. Foto: Martin Borck

„Wir nehmen Corona sehr ernst!“ Ibrahim Savci von der syrisch-orthodoxen Gemeinde in Gronau sagt das mit allem Nachdruck. „Die Hygieneschutzregeln werden in unseren Gottesdiensten eingehalten: 1,5 Meter Abstand, es gibt Desinfektionsmittelspender, wir haben sogar Fieberthermometer auf eigene Kosten angeschafft“, sagt er. Die Messen zum Weihnachtsfest der Gemeinde sind auf mehrere Tage verteilt worden. „Wir haben je zwei Ordner für die Männer- und die Frauenseite, alles hat gut funktioniert, zumal der Andrang viel geringer war als sonst.“ Angehörige einer Familie durften zusammensitzen – wie in den Gottesdiensten anderer Gemeinden auch.

Auch in der syrisch-orthodoxen Gemeinde gibt es Fälle von Corona. „Aber nach allem was wir wissen, haben die sich nicht in den Gottesdiensten angesteckt“, sagt Savci, der für die CDU im Gronauer Rat sitzt und als Vorsitzender des Integrationsrats fungiert. Auch das Gemeindezentrum und der Jugendtreff an der Zollstraße kommen als Infektionsherd nicht infrage: „Die sind seit dem 20. Oktober geschlossen“, so Savci. Die Gemeinde stehe im Kontakt mit dem Ordnungsamt.

Auch er kennt Gerüchte in Gronau, dass sich nicht alle Aramäer an die Corona-Regeln halten. „Wir sind keine Corona-Leugner“, stellt Savci klar. „Ich appelliere auch an die Gemeindemitglieder, sich impfen zu lassen. Erst heute morgen war eine 74-jährige Frau bei mir, die sich erkundigt hat, wie es mit der Impfung weitergeht. Ich hab ihr das erklärt. Wir wollen auch älteren Mitgliedern unserer Gemeinde dabei behilflich sein, zum Impfzentrum zu kommen.“

Zum Ephrem-Kloster, dem Bischofssitz in Losser, bestehen enge Kontakte. Bei Veranstaltungen dort sind häufig auch syrisch-orthodoxe Christen aus Gronau anwesend. Erst am vergangenen Wochenende fand dort eine Trauerfeier und Beisetzung statt – was laut den aktuellen niederländischen Bestimmungen auch erlaubt ist. Bis zu 100 Trauernde dürfen daran teilnehmen, müssen sich aber an Hygieneregeln halten. Auf einem Video ist allerdings zu sehen, dass einzelne Teilnehmer keinen Mundschutz tragen und auch der Abstand nicht immer eingehalten wird. „Auch da handelte es sich aber meistens um Verwandte, die in einem Haushalt leben“, sagt Ibrahim Savci.

Auch ihm selbst wurde in den sogenannten sozialen Medien vorgeworfen, sich privat nicht an die Regeln gehalten zu haben. Das weist er als unwahr zurück. Inhaltlich will er gegenüber den WN nicht darauf eingehen. „Ich will das nicht an die große Glocke hängen.“

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