Stadtwerke erhalten neue Konkurrenz
Mehr Schwung bei Glasfaserausbau?

Gronau -

Konkurrenz belebt das Geschäft. Das gilt auch für den Ausbau mit Glasfaserkabeln. Auf dem Gebiet haben es die Stadtwerke nun mit einem Wettbewerber zu tun.

Dienstag, 02.02.2021, 07:28 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 07:30 Uhr
Neben den Stadtwerken und der Telekom will in Gronau und Epe auch die Deutsche Glasfaser im Bereich der Glasfaseranschlüsse aktiv werden.
Neben den Stadtwerken und der Telekom will in Gronau und Epe auch die Deutsche Glasfaser im Bereich der Glasfaseranschlüsse aktiv werden. Foto: Uwe Anspach/dpa

In der kommenden Woche lädt die Deutsche Glasfaser zu digitalen Infoabenden ein, an denen das Unternehmen seine Ausbaupläne für ein Glasfasernetz in Gronau und Epe vorstellen will. Es wurden auch zwei Ladenlokale eingerichtet, die aus Pandemiegründen derzeit allerdings noch geschlossen sind.

Mit dem Engagement der Deutschen Glasfaser bekommen die Stadtwerke Gronau erneut Konkurrenz im eigenen Vertriebsgebiet. Im Gewerbegebiet an der Ochtruper Straße war die Telekom an die dort angesiedelten Unternehmen herangetreten und hatte bei den Stadtwerken im selben Bereich eine Vermarktungsoffensive hervorgerufen.

Die Stadtwerke in Gronau zeigten sich auf Anfrage unserer Zeitung überrascht vom Vorpreschen der Deutschen Glasfaser. „Wir haben damals unsere Bor-Net-Anteile an die Deutsche Glasfaser verkauft“, ruft Stadtwerke-Sprecher Stefan Busch in Erinnerung. Teil der vertraglichen Absprache war, dass es im Falle des Netzausbaus zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe kommen solle. Heute Morgen haben die Stadtwerke eine Gesprächszusage zu einem gemeinsamen Termin erreicht.

„Wir befinden uns im Gespräch mit potenziellen Partnern“, beschreibt Busch das weitere Vorgehen bezüglich des Netzausbaus. Zu den Gesprächen gehöre natürlich auch eine Abstimmung mit den städtischen Aufsichtsgremien.

Das bereits vorliegende Konzept (die WN berichteten) der Stadtwerke sieht vor, dass von 14 Verteilerstellen in Garagengröße – zehn in Gronau und vier in Epe – jeweils rund 2000 Haushalte versorgt werden können. In den Quartieren sollen Schaltschränke die Verteilung zu den Haushalten umsetzen. Seit rund 20 Jahren läuft die etappenweise Erschließung der Stadt mit den schnellen Datenleitungen. Ihr Ziel ist es, Glasfaser für alle verfügbar machen, dabei langfristig zu planen und nachhaltig auszubauen. Nicht optimale Schnellschüsse gelte es zu vermeiden. Von den Stadtwerken wurden bislang in den Wohngebieten An der Ziegelei, Gleis-Preister-Straße, Pater-Diekmann Straße und Löhrings Weide sowie in den Außengebieten Anschlüsse angeboten. Darüber hinaus bestand seit rund einem Jahr die Möglichkeit, Interesse an einen Glasfaseranschluss zu bekunden. Diese unverbindliche Vormerkung sollte den Stadtwerken bei der weiteren Erschließungsplanung dienen.

In den angebotenen Quartieren wurden für die einmalige Bereitstellung 99 Euro in Rechnung gestellt. Der Anschluss mit der niedrigsten Datenmenge (100 Mbit/s im Up- und Download) kostet 39,90 Euro.

Bei der Deutschen Glasfaser sieht der preiswerteste Tarif einen Download von 300 Mbit/s und einen Upload von 150 Mbit/s vor. Damit der Anschluss kostenlos vorgenommen wird, fällt im ersten Jahr eine Monatsgebühr von 24,99 Euro an. Mit dieser können auch die schnelleren Tarife bis 1000 Mbit/s ausprobiert werden. Im zweiten Jahr erhöhen sich dann die Preise zwischen 44,99 und 89,99 Euro.

Bei beiden Anbietern ist eine Vertragsbindung über zwei Jahre erforderlich.

Die Deutsche Glasfaser will ihre Erschließungsarbeiten erst dann beginnen, wenn in den Ausbauquartieren jeweils 40 Prozent der Haushalte für einen Anschluss entscheiden. Sie betreibt seit geraumer Zeit bereits Glasfasernetze beispielsweise in Schöppingen, Nienborg und Alstätte.

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