700 Tonnen Salz vorrätig, Räum- und Streufahrzeuge stehen parat
Die ZBU sind auf den Wintereinbruch vorbereitet

Gronau -

Markus Schulte, Leiter der Zentralen Bau- und Umweltdienste (ZBU), nimmt die Wettervorhersage mit gelassenem Humor: „Wir haben bei Petrus Protest eingelegt“, reagiert er auf die Prognosen, die für dieses Wochenende einen Wintereinbruch vorhersagen. Für den wahrscheinlichen Fall, dass der Protest abgewiesen wird, sind die ZBU vorbereitet. „Die Salzlager sind voll, und was wir rüsten konnten haben wir gemacht.“

Freitag, 05.02.2021, 18:08 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 18:10 Uhr
Die Fahrzeuge der ZBU sind bereit für den Wintereinsatz.
Die Fahrzeuge der ZBU sind bereit für den Wintereinsatz. Foto: ZBU

 

20 Mitarbeiter stehen Gewehr bei Fuß. Insgesamt 17 Fahrzeuge können eingesetzt werden. Neben dem modernen Gerät lagern auch alte Schneeschieber auf dem Bauhof, die an Fahrzeuge montiert werden können. Die Schieber sind gut in Schuss und können weiterhin Räumdienste leisten. Vor zehn Jahren machte der Gronauer Bauhof Schlagzeilen, weil er Sole – quasi direkt aus der Quelle aus den Salzlagern unterm Venn – gegen Schnee und Eis einsetzte. Die Erfahrung habe gelehrt, dass Sole sich zwar bei überfrierender Nässe bewährt, nicht aber bei Schnee, so Schulte . Die Sole vermischt sich mit dem tauenden Schnee, der Salzgehalt in der Mixtur verringert sich, wodurch die Tauwirkung nachlässt, es bleibt eine Pampe, die bei Temperaturen unter null Grad gefriert.

Das eingelagerte Streusalz hat eine höhere Konzentration und eignet sich auch bei Schnee besser. Nach dem Schneechaos im November 2005 war die Nachfrage nach Salz sprunghaft gestiegen, erinnert sich Schulte. Da verzehnfachten sich die Preise für eine Tonne von 60 auf 600 Euro.“ (Derzeit liegt der Preis bei rund 200 Euro, wie eine kurze Internetrecherche ergibt.) Die ZBU hatten sich rechtzeitig Vorräte gesichert. Beim Lieferanten lagern derzeit 300 Tonnen, vor Ort am Bauhof 400 Tonnen.

Der Winterdienstplan sieht vor, dass bis 21 Uhr die Straßenlage kontrolliert wird. Wenn es erforderlich ist, rückt die ganze Mannschaft um 20.59 Uhr noch aus, so Schulte. Morgens beginnen die Kontrollen um 4.30 Uhr, so dass die Fahrzeuge gegebenenfalls gegen 5 Uhr auf den Hauptverkehrsstraßen unterwegs sind. In Wohnstraßen und verkehrsberuhigten Zonen fahren die ZBU nicht.

Aufgerüstet wurden die Fahrzeuge schon am Freitag. Markus Schulte ist daher zuversichtlich, dass seine Mitarbeiter alles gut im Griff haben. Wenn es nach den Schneeereignissen der letzten Jahrzehnte geht, wird es in Gronau sowieso nicht so schlimm. „Ob Blitzeis oder Schneechaos: In Gronau gab es immer eine Art Wetterloch. Selbst im Schneechaos 2005 war es hier ja verhältnismäßig ruhig.“ Während Ochtrup tagelang ohne Strom auskommen musste.

Und ein bisschen freut sich Schulte sogar auf den Schnee. „Dann können die Kinder mal wieder raus und im Schnee toben.“ Eine willkommene Abwechslung in Zeiten des Corona-Blues.

Die Stadt macht auf die Winterwartungspflicht aufmerksam. So muss z.B. der Gehweg in einer Breite von 1,50 m von Schnee freigehalten werden. Bei Eis- und Schneeglätte ist zu streuen, wobei die Verwendung von Salz nur an besonders gefährlichen Stellen erlaubt ist.

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