Juan Joia ist durch einen Zufall auf sein Hobby gestoßen
Beim Fotografieren den Akku laden

Gronau -

Manchmal muss man von außen auf eine Fähigkeit gestoßen werden, die in einem schlummert. Für Juan Joia gab es diesen Schlüsselmoment, als er mit dem Fußballverein Fortuna Gronau auf Ameland war. Er hatte mit seiner Kamera eine Naturaufnahme gemacht, die man offensichtlich als durchaus gelungen bezeichnen konnte.

Donnerstag, 18.02.2021, 17:46 Uhr aktualisiert: 18.02.2021, 18:24 Uhr
Auf seinem Notebook hat Juan Joia mittlerweile unzählige Fotos gespeichert. Seine Kameraausrüstung soll demnächst ein Update erhalten. Er möchte seine alte Kamera gegen ein Exemplar eintauschen, das die Motive schneller scharf stellt.
Auf seinem Notebook hat Juan Joia mittlerweile unzählige Fotos gespeichert. Seine Kameraausrüstung soll demnächst ein Update erhalten. Er möchte seine alte Kamera gegen ein Exemplar eintauschen, das die Motive schneller scharf stellt. Foto: Guido Kratzke

 

Joia erhielt viel Lob, blieb am Ball. Und das im wortwörtlichen Sinn. „Ich habe damals mit einer Systemkamera viele Fotos von den Spielen der Mannschaft meiner Tochter Angelina gemacht“, erinnert er sich heute im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten .

Fischreiher mit Beute

Fischreiher mit Beute Foto: Juan Joia

Die Natur mit anderen Augen sehen

Doch nicht nur auf dem Fußballplatz wurde die Kamera immer öfter zu seinem Begleiter. Es zog auch hinaus in die Natur, die er fortan mit ganz anderen Augen sah. Dabei entdeckte er, dass nicht nur die Fotografie für ihn bedeutsamer wurde. „Raus in die Natur, das bedeutete auch, den Akku aufzuladen“, verweist der Produktionsmitarbeiter bei der Firma Mondi auf den Ausgleich zu seiner Schichttätigkeit.

Es kam, wie es kommen musste: In Internetforen tauschte er sich intensiver mit anderen Fotografen der Vogelwelt aus, die er in sein Herz geschlossen hatte. Die Tipps und Tricks brachten mit ganz viel Ausprobieren immer bessere Ergebnisse und den Wunsch, bei der Technik aufzurüsten. Es folgte eine Spiegelreflexkamera. Mit dem großen Objektiv gelang es ihm, bildlich näher an die Tiere heranzukommen.

„Mittlerweile weiß ich ziemlich genau, welche Vögel ich wahrscheinlich wo finde“, sagt er. Dabei braucht er eine gute Portion Geduld. Die sei bei den Fotosafaris eine wesentliche Voraussetzung. „Im Stadtpark und im Eper Park gibt es beispielsweise Eisvögel“, berichtet er von einem seiner Lieblingsmotive. „In der vergangenen Woche war ich auch gut eine Stunde damit beschäftigt, einen Reiher zu beobachten, der auf der Jagd war.“

Mittlerweile weiß ich ziemlich genau, welche Vögel ich wahrscheinlich wo finde.

Juan Joia

Die Ausdauer sollte sich lohnen: Der Vogel zog einen kapitalen Fisch aus dem Wasser, kämpfte mit ihm. „Und dann sah es fast so aus, als würde er für mich posen“, freut sich der gerade 50 Jahre gewordene gebürtige Portugiese, der durch die Fotografie zum Naturfreund geworden ist.

Eisvogel

Eisvogel Foto: Juan Joia

Geht es mit der Familie raus in die Natur, dann bleibt die Kamera aber ab und zu auch zuhause. „Es kann andere ganz schön nerven, wenn sie auf einen warten müssen, nur weil man ein schönes Motiv gefunden hat“, plaudert er aus dem Nähkästchen. Und auch Menschen vor der Kamera stellen andere Anforderungen als die Tiere. „Es kann schon anstrengend sein, wenn Papa einen fotografieren will aber mit dem Lächeln oder der Kopfhaltung nicht zufrieden ist“, verrät Tochter Angelina, die auch abseits des Fußballplatzes schon vor Papas Linse gestanden hat.

Neue Kamera auf der Wunschliste

Damit das schneller geht, hat er eine neue Kamera in seine Wunsch-Liste aufgenommen. „Eine mit einem schnelleren Fokus“, begründet er den geplanten Kauf. Damit könne er gerade bei schnellen Bewegungen bessere Bilder hinbekommen. „Ich finde es nämlich gut, wenn auf den Fotos etwas los ist.“ Besonders schöne Exemplare lädt er auf sein Handy und verschickt sie an Freunde und Bekannte, damit auch die ihre Freude an der Natur haben.

Einen Traum hat Juan Joia schon einige Zeit: „Ich möchte gerne einmal Polarlichter fotografieren“, erzählt er. Doch das Ablichten des winterlichen Farbspektakels im hohen Norden wird noch einige Zeit auf sich warten lassen müssen. „Vielleicht wird das irgendwann mal was, wenn ich in Rente bin.“

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