Postkartenaktion der KAB St. Paulus
„Equal-Pay-Day auf den 1. Januar vorverlegen“

Gronau -

Frauen und Männer verdienen immer noch unterschiedlich. Das wird jährlich mit der Ausrufung des Equal Pay Days angeprangert. Auch die KAB St. Paulus in Gronau beteiligt sich an entsprechenden Aktionen.

Sonntag, 07.03.2021, 10:26 Uhr aktualisiert: 07.03.2021, 10:30 Uhr
Den Verdienstunterschied zu Lasten von Frauen wird mit dem Equal Pay Day angeprangert. Die KAB St. Paulus startet dazu eine Postkartenaktion.
Den Verdienstunterschied zu Lasten von Frauen wird mit dem Equal Pay Day angeprangert. Die KAB St. Paulus startet dazu eine Postkartenaktion. Foto: Inga Haar

„Erst wenn der Equal Pay Day auf den 1. Januar fällt, können wir von beruflicher Gleichberechtigung sprechen“, erklärt die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) St. Paulus Gronau. Frauen verdienen auf dem deutschen Arbeitsmarkt laut dem Statistischen Bundesamt im Schnitt immer noch 19 Prozent weniger als Männer. Das Datum des Equal Pay Days markiert symbolisch den Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern. In diesem Jahr fällt dieser Tag auf den 10. März.

Mit einer Plakat- und Postkartenaktion machen KAB-Frauen in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Gronau am Mittwoch (10. März) auf dem Wochenmarkt in Gronau auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam.

Auch wenn sich der Equal Pay Day in diesem Jahr im vergleich zu 2020 um sieben Tage nach vorne geschoben hat, sei das noch kein Grund zum Jubeln, heißt es in der Stellungnahme der KAB. Immer noch führe die schlechte Bezahlung besonders in systemrelevanten Frauenberufen im Handel sowie im Pflege- und Dienstleistungsbereich zu einer geschlechtsspezifischen Lohnlücke, die Frauen extrem benachteiligt und darüber hinaus später in Altersarmut stürzt. Dringend müsse eine finanzielle Aufwertung von Berufen und Branchen erreicht werden, in denen vorwiegend Frauen tätig sind, fordert die KAB. „Einmaliges Klatschen reicht den Beschäftigten in der Pflege nicht, denn trotz der jüngsten notwendigen Tariferhöhungen in der Altenpflege wird die Leistung von Pflegekräften weiterhin unter Wert vergütet“, so die KAB. Darüber hinaus müsse die Gleichstellung auch durch Frauenquoten in den Führungsetagen der Unternehmen und den Parlamenten erfolgen.

500 Postkarten haben die KAB-Frauen in diesem Jahr verschickt – an Verantwortliche in Politik und Wirtschaft, aber auch an mögliche Bündnispartnerinnen für mehr Geschlechtergerechtigkeit. „Noch immer sind wir in Deutschland mindestens 69 Tage von einer Gerechtigkeit für Frauen entfernt“, erklärt die KAB. So lautet das Motto der Postkarten-Aktion: „Wir verschieben den Equal Pay Day auf den 1. Januar“.

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