26-jähriger Gronauer wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt
Ein Moment der Unaufmerksamkeit

Steinfurt/Gronau/Ochtrup -

Ein Unfall auf der Autobahn 31 hatte nun ein juristsches Nachspiel. Ein 26-jähriger Mann aus Gronau muste sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Im Oktober 2019 war er auf ein Auto aufgefahren - mit erheblichen Folgen für die Insassen.

Samstag, 06.03.2021, 10:34 Uhr aktualisiert: 06.03.2021, 10:38 Uhr
26-jähriger Gronauer wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt: Ein Moment der Unaufmerksamkeit

„Mit Ihrer Schuld müssen Sie leben. Das ist schon eine harte Strafe.“ So bewertete die Richterin beim Amtsgericht Steinfurt den Sachverhalt, der in der mündlichen Verhandlung am Mittwoch aufgeklärt wurde. Ein 26-jähriger Mann aus Gronau war der fahrlässigen Körperverletzung angeklagt. Nach eingehender Erörterung und Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft in Münster wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.

Am 8. Oktober 2019 befuhr der Angeklagte die A 31 in Richtung Emden. In Höhe des Rastplatzes Ochtrup übersah er einen Verkehrsstau und knallte trotz einer Vollbremsung auf den vor ihm stehenden Pkw, in dem eine Familie aus Frankfurt saß.

Die beiden Erwachsenen und zwei minderjährige Kinder wurden bei dem Aufprall verletzt. Der herzkranke Ehemann wurde mit dem Hubschrauber in die Enscheder Klinik geflogen, die Frau erlitt Rippenbrüche, eines der Kinder war zeitweise ohne Bewusstsein, das andere war eingeklemmt und wurde von anderen Verkehrsteilnehmern aus dem Auto geborgen. So schilderte es die Familie bei einer Vernehmung durch einen Richter in Frankfurt, deren Protokoll die Richterin verlas. Dort kamen auch psychische Probleme als Unfallfolgen zur Sprache.

Die Ursache für den Unfall wurde allen Beteiligten während der Verhandlung schnell klar. In einem kurzen Moment der Unaufmerksamkeit achtete der Fahrer nicht genug auf den fließenden Verkehr und prallte auf das Fahrzeug der Familie. Bei einer rücksichtsvolleren und konzentrierten Fahrweise wäre vielleicht ein Ausweichen auf die Standspur möglich gewesen.

Zu schnelles Fahren oder Telefonieren mit dem Handy schieden als Ursache aus, stellte das Gericht fest. Daher bewertete das Gericht nicht grobes Fehlverhalten als Unfallursache, sondern beließ es bei einer fahrlässigen Körperverletzung.

Weil der Sachschaden inzwischen reguliert wurde und der Angeklagte bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war, stimmten Staatsanwaltschaft und Verteidigung der Einstellung des Verfahrens zu. Als Auflage wurde dem Gronauer aufgegeben, 500 Euro an die Landeskasse zu entrichten, die in Raten abgezahlt werden können.

Zum Abschluss empfahl ihm die Richterin, mit der geschädigten Familie Kontakt aufzunehmen, damit alle Unfallbeteiligten das Geschehene endgültig aufarbeiten können.

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