Klarstellung zu Bürgertestungen
Land NRW zahlt auch Schnelltests für Niederländer

Gronau/Kreis Borken -

Die Corona-Pandemie erschwert den Grenzverkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden. Die Niederlande sind Hochinzidenzgebiet – wer von dort nach Deutschland reisen will, muss einen negativen Corona-Schnelltest vorweisen. Doch die sind in den Niederlanden nicht so leicht zu bekommen wie in Deutschland. Jetzt springt das Land NRW in die Bresche.

Sonntag, 18.04.2021, 11:30 Uhr aktualisiert: 20.04.2021, 12:04 Uhr
Die Bundespolizei kontrollierte aufgrund der hohen Inzidenz in den Niederlanden auch an der Grenze nach Glane, ob Einreisende einen negativen test vorweisen konnten.
Die Bundespolizei kontrollierte aufgrund der hohen Inzidenz in den Niederlanden auch an der Grenze nach Glane, ob Einreisende einen negativen test vorweisen konnten. Foto: Martin Borck

Seit dem 6. April sind die Niederlande als „Hochinzidenzgebiet“ ausgewiesen . Alle von dort nach Deutschland Einreisende müssen seither einen aktuellen Coronavirus-Schnelltest nachweisen. Dieser Test ist jetzt auch für Personen, die nicht ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik haben, im Rahmen der verfügbaren Testkapazitäten mindestens einmal pro Woche kostenfrei. Damit können Grenzpendler aus den Niederlanden mit Arbeitsort in Deutschland die kostenlosen Bürgertests im Kreis Borken in Anspruch nehmen.

Unter anderem aufgrund einer gemeinsamen Initiative von Landrat Dr. Kai Zwicker und der Euregio hat dies das Land NRW jetzt klargestellt. In dieser Klarstellung wird eine aktuelle Stellungnahme des Bundesministeriums für Gesundheit zitiert, wonach alle Menschen Anspruch auf einen kostenlosen Bürgertest haben. Die Bürgertestung sei an keinerlei Voraussetzung geknüpft, also auch unabhängig vom Wohnsitz in Deutschland. Bürgertests dürfen ausdrücklich aber nur von Personen ohne Covid-Symptome in Anspruch genommen werden. Aus Sicht der Landesregierung ist jeder Schnelltest einer Person, die sich im Land aufhält, ein Beitrag zur Eindämmung der Pandemie.

Große Erleichterung für Grenzpendler

Landrat Dr. Kai Zwicker zeigte sich sehr erfreut über diese Klarstellung: „Damit war unsere Initiative im Interesse der gesamten Region beiderseits der Grenze erfolgreich!“ Dies bringe eine große Erleichterung für die Grenzpendler, aber auch für die heimischen Unternehmen und Betriebe, die zwingend auf ihre niederländischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen seien, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises.

Das Land NRW weise in seiner Klarstellung zudem noch einmal auf die Coronavirus-Einreiseverordnung und einen weiteren Vorteil für Grenzgänger hin. Während normalerweise bei der Einreise aus einem Hochrisikogebiet ein maximal 48 Stunden alter Negativtest mitzuführen ist, ist der Test zur Einreise bei Grenzgängern 72 Stunden „gültig“. Außerdem sei es in diesen Fällen ausreichend, wenn der Test unmittelbar nach der Einreise nachgeholt würde, so das Land.

Welche Corona-Regeln in NRW seit Montag (29.3.) gelten

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  • Nordrhein-Westfalen zieht infolge der dritten Corona-Welle wieder die Zügel an. Aber die vereinbarte Notbremse wird sogleich wieder gelockert: Im verschärften Lockdown gibt es diesmal Ausnahmen - und zwar für Menschen mit negativem Schnelltest. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt von Montag (29.3.) bis 18. April - die aktuellen Regelungen im Überblick.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Öffnungen bei Test-Option:

    Mit einem negativen Test könnten die Menschen in den betroffenen Kreisen und Städten – mit einer Inzidenz über 100 – wieder mit Termin in den Baumarkt, in Geschäfte oder mit den Kindern in den Zoo gehen. Erlaubt sind auch Zutritt von Bibliotheken, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten so wie auch körpernahe Dienstleistungen wie Gesichtskosmetik. Auflagen wie Desinfektion, Abstand und Maskenpflicht bleiben aber weiter bestehen.

    Foto: Diverse
  • Friseure:

    Friseure und medizinische Fußpflege fallen nicht unter die Corona-Notbremse. Sie bleiben weiter geöffnet. Ein negativer Test ist Laumann zufolge in Kommunen mit einer Inzidenz über 100 nicht nötig.

    Foto: Oliver Berg
  • Gastronomie:

    Die Gastronomie bleibt weiter geschlossen. Die Test-Option erstreckt sich laut Laumann nicht auf die Gastronomie. Das gebe die Corona-Schutzverordnung nicht her. Er verwies auf weitergehende Öffnungskonzepte, die im Rahmen der geplanten Modellregionen möglich seien.

     

    Foto: dpa
  • Kontaktbeschränkungen:

    Über das Osterwochenende werden die Kontaktbeschränkungen auch in Regionen mit hoher Corona-Inzidenz gelockert. Von Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) dürfen sich landesweit unabhängig vom örtlichen Infektionsgeschehen fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, heißt es in der Corona-Schutzverordnung. Kinder bis 14 Jahren werden nicht mitgerechnet. Außer an Ostern gilt aber in Kommunen mit einer Inzidenz über 100, dass sich Menschen aus einem Hausstand nur mit einer weiteren Person im öffentlichen Raum treffen dürfen.

    Foto: dpa
  • Volksfeste:

    Große Festveranstaltungen wie Volksfeste oder Schützenfeste sind in NRW noch bis mindestens 31. Mai verboten. Die Konkretisierung schafft Planungssicherheit für viele Vereine, die sonst im Frühjahr ihre Schützenfeste abgehalten hätten.

    Foto: dpa
  • Sonnenstudios:

    Ab dem 29. März ist der Betrieb von Sonnenstudios in NRW wieder erlaubt. Wie bei anderen körpernahen Dienstleistungen müssen allerdings die Vorgaben der Notbremse beachtet werden. Laumann begründete die Änderung mit entsprechenden Gerichtsurteilen.

    Foto: dpa
  • Schwimmunterricht:

    NRW lässt Schwimmunterricht für Kinder unter Auflagen wieder zu. Ab Montag dürfen Kurse für Schwimm-Anfänger und Kleinkinder wieder stattfinden - allerdings mit höchstens fünf Kindern pro Gruppe.

    Foto: dpa
  • Modellregionen:

    NRW will gemäß Bund-Länder-Beschluss in etwa einem halben Dutzend Modellregionen weitergehende Öffnungen mit strengem Schutz- und Testkonzept erproben.

    Foto: dpa

Negativtest 72 Stunden „gültig“

In jeder Kommune im Kreis Borken gibt es Stellen, an denen man einen Schnelltest machen kann. Eine Übersicht dazu findet sich im Internet ( kreis-borken.de/testen ). Dort gibt es auch eine webbasierte Karte, in der die Lage der örtlichen Schnellteststellen dargestellt ist.

Wichtig: Bei einem positiven Schnelltest-Ergebnis soll unverzüglich ein PCR-Bestätigungstest gemacht werden! Zudem gilt dann sofort eine Quarantänepflicht für die positiv getestete Person sowie deren Haushaltsangehörige. Die Telefon-Hotline des Kreisgesundheitsamtes Borken zum Coronavirus für medizinische Fragen, zur Impfung und Testung ist unter   02861 6811616 freigeschaltet. Montags bis freitags ist sie von 8.30 bis 16 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr zu erreichen.

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