Altex Textil-Recycling würde gern umsiedeln – braucht aber Zustimmung zu den Plänen für die Nachnutzung
Auf der Suche nach einer Lösung

Epe -

Lastwagen fahren zwischen den verschiedenen Altex-Standorten hin und her, um Material zu transportieren. Das ist teuer und stört die Nachbarn. Gerne würde das Unternehmen alle Betriebsteile an einem Standort bündeln. Doch dafür muss der Textil-Recycler mehrere Hürden nehmen.

Sonntag, 18.04.2021, 18:30 Uhr aktualisiert: 19.04.2021, 13:10 Uhr
Blick in eine der Altex-Hallen auf dem weitläufigen Gelände. Das Unternehmen würde gerne seine Standorte an einer stelle bündeln.
Blick in eine der Altex-Hallen auf dem weitläufigen Gelände. Das Unternehmen würde gerne seine Standorte an einer stelle bündeln. Foto: Martin Borck

Am liebsten möchte Altex schnell raus aus den alten Laurenz-Hallen an der Gronauer Straße. Der Textil- Recycler stößt dort an seine Grenzen. Es gibt keine Erweiterungsmöglichkeiten. Tag für Tag fahren Lkw zwischen den Altex-Standorten in Gronau und Epe hin und her, um Material zu transportieren. Diese kostenintensiven Fuhren könnten vermieden werden: wenn sämtliche Betriebsstandorte der Altex Textil-Recycling an einem Ort zusammengelegt werden könnten.

Seit acht Jahren gibt es seitens des Unternehmens konkrete Überlegungen, eine wirtschaftliche Lösung für die Umsiedlung und eine sinnvolle Nachnutzung der derzeitigen Industriefläche zu finden. Was auch die derzeitigen Nachbarn in Epe begrüßen würden – deren Wohlbefinden durch Emissionen und Erschütterungen beeinträchtigt wird. Doch bislang sind die Bemühungen ins Leere gelaufen, heißt es aus dem Unternehmen.

Wunschgelände im Stadtosten

Dabei hat Altex ein Wunschgelände im Gronauer Stadtosten schon ins Auge gefasst. Doch ist derzeit nicht klar, ob das Unternehmen das Areal auch erwerben kann. Selbst wenn: Eine Umsiedlung könnte angesichts der Größe der Anlagen nur Zug um Zug erfolgen, Schließlich muss der Betrieb weiterlaufen.

Ein Umzug wäre mit Investitionen in Millionenhöhe verbunden. Um dieses Invest zumindest partiell abzusichern, möchte Altex weitere Teile der Flächen an der Gronauer Straße vermieten. An K+K (dessen Markt als Vollsortimenter vergrößert werden würde) sowie an Aldi. Sie könnten neue Gebäude errichten. Schritt für Schritt könnte dann die Altex-Umsiedlung erfolgen und die Nachnutzung des Terrains in Angriff genommen werden: Zunächst könnten Teile der Produktionsanlagen (die sich jetzt hinter und neben dem K+K-Markt­ befinden) zu Altex Gronauer Filz an die Düppelstraße umziehen. Parallel dazu könnten an dem neuen Altex-Standort die erforderliche Infrastruktur und nach und nach die benötigte Produktions- und Lagerfläche geschaffen werden. Nach deren Fertigstellung könnten an der Gronauer Straße die nächsten Hallenteile rückgebaut und eventuell der Standort an der Fabrikstraße aufgelöst werden. Die frei werdenden Flächen an der Gronauer Straße könnten sukzessive mit Wohnbebauung überplant werden. Zum Schluss wären alle Betriebsteile der Recyclingfirma an einem Standort gebündelt.

Altex Textil-Recycling

1500 Tonnen Alttextilien werden in Epe wiederverwertet. Pro Monat. Das Unternehmen verfügt eigenen Angaben zufolge über eine der modernsten Recyclinganlagen in Europa. Als „Entsorger“ sieht sich die Firma wahrlich nicht. Aus den angelieferten Textilien – zum Beispiel Konfektionsabfälle – werden neue und teils innovative Produkte hergestellt. Aus Altkleidern werden Platten hergestellt, die als Wärmeisolatoren eingesetzt werden. Garne werden aus den angelieferten Stoffen gewonnen, aus recycelten Fasern entstehen neue Kleidungsstücke. Nachhaltigkeit ist Programm. -mb-

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Wohlgemerkt: All das steht im Konjunktiv. Bislang ist nicht deutlich, ob die Stadt bereit ist, das ins Auge gefasste Grundstück an Altex zu verkaufen. Und wenn, dann stünden erhebliche Investitionen in die Infrastruktur an – allein eine knappe Million für die Stromversorgung.

Auch planerisch steckt man fest: Laut aktuellem Einzelhandelsgutachten darf der K+K-Markt an der Gronauer Straße nicht verlagert oder vergrößert werden. Ein Discounter dürfte auch nicht errichtet werden. Für Altex entfiele somit eine Einnahmequelle, um die ersten Investitionen zu stemmen.

Das Einzelhandelskonzept von 2015 hätte Neubauten für einen Vollsortimenter und einen Discounter noch zugelassen. Auch die entsprechenden Grenzen waren damals weiter gefasst. Jetzt ist auf dem Gelände Wohnbebauung vorgesehen.

So könnte das jetzige Altex-Gelände an der Gronauer Straße überplant werden: mit Wohnbebauung, einem Vollsortimenter (hellblau) und einem Discounter (rosa).

So könnte das jetzige Altex-Gelände an der Gronauer Straße überplant werden: mit Wohnbebauung, einem Vollsortimenter (hellblau) und einem Discounter (rosa). Foto: NN

Für das Unternehmen stellt sich die Frage, ob die Aussagen in dem Konzept in Stein gemeißelt sind oder ob es Spielraum gibt. Die Geschäftsführung hofft auf weitere konstruktive Gespräche mit Politik und Verwaltung – und auf Kompromisse. Denn Altex möchte gerne in Gronau bleiben.

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