Ausgangssperre wird aufgehoben
Niederlande lockern ab 28. April die Corona-Maßnahmen

Enschede/kreis Borken -

Trotz Bedenken: Die Niederlande lockern am 28. April die Coronamaßnahmen. Borkens Landrat Dr. Kai Zwicker fürchtet nun Einkaufstourismus in Richtung Niederlande.

Mittwoch, 21.04.2021, 10:50 Uhr aktualisiert: 21.04.2021, 17:50 Uhr
Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande, sprach am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz. Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen werden in den Niederlanden die Corona-Maßnahmen gelockert.
Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande, sprach am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz. Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen werden in den Niederlanden die Corona-Maßnahmen gelockert. Foto: Sem Van Der Wal/ANP/dpa

Ende der Ausgangssperre, Gaststätten und Geschäfte öffnen wieder: Die Niederlande lockern am 28. April die Maßnahmen, die zum Schutz vor Coronainfektionen eingeführt worden waren. Und das, obwohl die Intensivstationen nach wie vor voll sind. Die niederländische Regierung sieht durchaus Risiken; doch sie geht davon aus, dass wegen der steigenden Zahl geimpfter die Krankenhausaufnahmen zurückgehen. Das Kabinett berücksichtige bei seiner Entscheidung auch ökonomische und gesellschaftliche Interessen.

Die Ausgangssperre endet am kommenden Mittwoch um 4.30 Uhr. Außengastronomie ist ab dann zwischen 12 und 18 Uhr erlaubt. Es dürfen aber nicht mehr als 50 Gäste bewirtet werden. Es müssen feste Sitzplätze eingenommen werden und es dürfen nur mehr als zwei Personen älter als zwölf Jahre an einem Tisch Platz nehmen, wenn sie aus einem Haushalt stammen.

Die Geschäfte öffnen am 28. April wieder, es gelten jedoch Beschränkungen bei den Kundenzahlen, und es muss ein Mundschutz getragen werden. Unnötige Aufenthalte sollen möglichst vermieden werden, um keine Menschenansammlungen zu verursachen. Auch für Schulen und bei Beerdigungen gelten neue Regeln, ebenso für Besuche zu Hause.

Weitere Erleichterungen sind für den 11. Mai geplant. Dann sollen auch Zoos und Vergnügungsparks wieder öffnen dürfen. Die Entscheidung will das Kabinett aber erst am 3. Mai fällen.

Dr. Kai Zwicker , Landrat des Kreises Borken, fürchtet nun Einkaufstourismus in Richtung Niederlande: „Seit Beginn der Pandemie vor über einem Jahr kämpfen wir in der Grenzregion mit jeweils unterschiedlichen Regelungen und damit verbunden mit wechselseitigem ,Tourismus‘ auf die jeweils andere Seite der Grenze. Was in normalen Zeiten wirklich wunderbare Nachbarschaft bedeutet, ist dann problematisch. Das gilt für uns umso mehr, seit die Niederlande von der Bundesregierung als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden sind. Gab es vorher Bedenken wegen Einkaufstourismus von Niederländern in Deutschland, befürchten wir jetzt wegen der möglichen Öffnung von Geschäften und Cafés in den Niederlanden natürlich Tourismus in die andere Richtung. Leider nehmen beide Länder bei dem Erlass ihrer Regelungen nur wenig Rücksicht auf die Lage bei uns an der Grenze. Umso mehr freue ich mich, dass wir hier, auch mit tatkräftiger Unterstützung unserer Euregio, viel ,auf dem kleinen Dienstweg‘ selbst regeln können.“

Die Niederlande gelten weiterhin als Hochinzidenzland. Wer von dort aus nach Deutschland einreisen will, braucht auch im kleinen Grenzverkehr weiterhin einen negativen Corona-Test, der höchsten 48 bzw. bei Grenzpendler 72 Stunden alt ist.

Ärzte und Virologen in den Niederlanden hatten die Regierung vor Lockerungen der Maßnahmen gewarnt. Die Zahl der Infektionen sei noch zu hoch, die Intensivabteilungen in den Krankenhäusern so voll wie seit einem Jahr nicht mehr.

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