Kundgebung zum Tag der Arbeit in Gronau
Solidarität ist das Fundament der Demokratie

Gronau -

Gronau gehörte zu den wenigen Orten, an denen am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, eine Kundgebung stattfand. Angesichts der Coronapandemie nur kurz, aber das diesjährige Motto zum 1. Mai war dem DGB-Ortsvorsitzenden wichtig.

Samstag, 01.05.2021, 12:51 Uhr aktualisiert: 01.05.2021, 12:58 Uhr
Zwischen 1.-Mai-Plakaten
Zwischen 1.-Mai-Plakaten Foto: Martin Borck

Mit einem Gedenkmoment für die Opfer der Coronapandemie hat am Samstag in Gronau die Kundgebung zum 1. Mai begonnen. Die Verbindung zwischen Tag der Arbeit und Pandemie ist für Robert Brandt , den Ortsverbandsvorsitzenden des DGB , offensichtlich: „Am Arbeitsplatz wird sich angesteckt.“ Der Spruch auf dem Plakat einer Kundgebungsteilnehmerin zielte in dieselbe Richtung: „Das Virus geht nicht nachts spazieren, sondern tagsüber arbeiten.“

Brandt stellte anschließend die Bedeutung der Solidarität in den Mittelpunkt seines Redebeitrags. „Nicht als du, ich, er oder sie – nur gemeinsam können wir die Pandemie überwinden“, sagte er.

Corona beschleunige viele Entwicklungen – auch bei der Arbeit und im Sozialbereich. Viele Menschen hätten Angst vor den modernen Art der Arbeitsgestaltung, vor den rasanten Veränderungen. Aber auch da setze er darauf, dass die Solidarität die Zukunft sei. „Soziale Sicherung muss Schutz bieten.“

In dem Zusammenhang sprach Brandt sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus. „Damit wäre es für viele leichter, die Pandemie zu ertragen.“ Viele 450-Euro-Jobber zum Beispiel hätten derzeit keine Garantie, dass sie am Ende des Monats ihre Jobs überhaupt noch haben.

Zu den Zielen der Politik müssten unter anderem die Förderung von Frauen gehören. Die trügen sowieso schon die doppelte Belastung in Familie und Beruf. Jetzt müssten sie zusätzlich noch zuhause Erziehungsaufgaben erledigen, weil Präsenzunterricht ausfalle.

Das Ziel, zwei Prozent des Bruttosozialeinkommens für Rüstung auszugeben, hielt Brandt dagegen für „Wahnsinn“. Das Geld könne besser für Infrastruktur in Krankenhäuser und Ärzte ausgegeben werden. „Für Berufe, die jetzt beklatscht werden“, so Brandt. Aber das reiche nicht.

Auch vor Ort gebe es Investitionen, die Brandt in Frage stellte: die Wiederherstellung des Alten Rathauses etwa. Angesichts von Homeoffice-Möglichkeiten in der Stadtverwaltung sagte er: „Wir brauchen keine zwei Rathausstandorte in Gronau“; das Geld solle lieber für die Ausbesserung von maroden Straßen und Radwegen ausgegeben werden.

Bildung, Soziales und bezahlbares Wohnen seien derzeit drängende Punkte. „Die Wohnraumstruktur muss man anders angehen als bisher – auch in Gronau“, sagte er in Hinblick auf den Bau von Einfamilienhäusern.

Von den Superreichen und Vermögenden forderte Brandt finanzielle Solidarität ein, um Investitionen in die wichtigen Bereiche mitzufinanzieren.

Brandt warf auch einen Blick voraus auf die Bundestagswahlen im September. Er befürchte, dass Gronau bei der Wahlbeteiligung wieder die rote Laterne im Münsterland tragen werde. „Geht wählen, und nehmt auch eure Nachbarn mit!“, forderte er die gut zwei Dutzend Zuhörerinnen und Zuhörer auf. „Wählen ist eine Pflicht.“ Und Solidarität sei das Fundament der Demokratie.

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