Integrationsprojekt
Wer ist eigentlich „Munny“ ?

Heek-Nienborg -

In einer Vi­trine der Kreuzschule sind zurzeit bunte Figuren ausgestellt. Hier lohnt sich ein zweiter Blick, denn was zunächst einfach nur farbenfroh wirkt, kommt mit einer Botschaft daher: „Gemeinsamkeiten sehen – Verschiedenes zusammenfügen.“

Samstag, 23.06.2012, 11:06 Uhr

Integrationsprojekt : Wer ist eigentlich „Munny“ ?
Franziska Lengers (Jugendmigrationsdienst Gronau, r.) mit den Schülerinnen und Schülern, die ihre selbst gestalteten „Munnys“ präsentieren. Foto: Frank Zimmermann

Diesen Leitgedanken haben die Teilnehmer an einem Kreativkurs zum Thema Integration entwickelt. Durchgeführt hat ihn Franziska Lengers vom Jugendmigrationsdienst Gronau .

Als die 15 Mädchen und ein Junge über das Thema nachgedacht haben, war ihnen schnell klar, dass Inte­gration viel mehr Facetten hat als nur das Miteinander verschiedener Nationen. Sophie und Alina (beide elf Jahre alt) finden zum Beispiel auch die Integration von Jung und Alt wichtig.

Nachdem sie sich darüber klar geworden sind, welchen Aspekt des Themas sie in den Vordergrund stellen möchten, kamen die „Munnys“ ins Spiel. „Das sind Figuren, die aus der Skater- und Designerszene kommen“, erklärt Lengers. Zunächst haben die Schüler ihre Ideen auf Skizzen gezeichnet. War der Entwurf ausgereift, durften sie ihn auf einen Munny-Rohling übertragen.

Eine sehr pragmatische Idee hat Ezdan Bakir bei seinem „Munny“ umgesetzt. Der ist mit violetten Wellenlinien bemalt und hat einen Schraubenschlüssel in der Hand. „Integration fließt wie Blut durch den Körper. Wenn es eine Unterbrechung gibt, muss man das reparieren“, erklärt der 15- Jährige. Die Integration des einzigen Jungen in den Kurs war offenbar kein Problem – sie wurde von den Schülern jedenfalls nicht thematisiert.

Ganz idealistisch ist Lotta (zehn) an die Sache herangegangen: Sie hat ihren „Munny“ mit einem ganz großen Auge ausgestattet. Denn sie wünscht sich, dass alle ein Auge darauf haben, dass niemand gehänselt wird.

Franziska Lengers zeigte sich von den facettenreichen Ideen der Schüler ganz begeistert. Und natürlich auch von den kunterbunten „Munnys“. Die werden noch bis zum Schuljahresende ausgestellt und sollen die Betrachter daran erinnern, dass es sich lohnt darüber nachzudenken, wer sein jeweiliges Gegenüber ist. „Munny“ ist hier also nur ein Stellvertreter.

 

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