Junge Bläserphilharmonie erntet stehende Ovationen in der Landesmusikakademie
Musikalisches Spiel mit dem Publikum

Heek-Nienborg -

Die schon traditionellen Konzerte der Jungen Bläserphilharmonie in der Landesmusikakademie (LMA) zum Abschluss einer intensiven Probenphase locken Publikum aus nah und fern. Am vergangenen Samstag war das nicht anders. „Full House“ konnte die Leiterin der LMA, Antje Valentin, nicht ohne Stolz verkünden. Unter der Leitung von Harry Vorselen zeigten die jungen Musikerinnen und Musiker ein hervorragendes Konzert.

Sonntag, 07.04.2013, 20:04 Uhr

Markus Knoben (vorne) setzte als Solist mit dem „Concerto for Marimba“ einen Glanzpunkt des Abends.
Markus Knoben (vorne) setzte als Solist mit dem „Concerto for Marimba“ einen Glanzpunkt des Abends. Foto: Helmut Schwieterin

Gleich zu Beginn bei „ Eventide “ von Alfred Reed zeigte das Orchester die ganze Bandbreite seines Könnens. Die Dämmerung legte sich musikalisch über den Konzertsaal und die Instrumente erzeugten eine Stimmung, die den Einbruch der Nacht als Kampf mit dem Licht des Tages simulierte. Symphonisch näherte sich das Dunkel durch den Klang der Klarinetten und Hörner und das Orchester wollte den Tag nicht weichen lassen. Immer wieder bäumten sich die Instrumente gegen die endlose Dunkelheit, um letztendlich doch in nächtlicher Ruhe komplett zu verstummen.

Die Stille sollte jedoch nicht lange vorhalten. Mit dem „Concerto for Marimba“ setzte Markus Knoben als Solist einen Glanzpunkt des Abends. Atemberaubend schnell tanzten die von ihm geführten Schlägel über die Holzklangstäbe, und das in drei Sätze gegliederte Stück wechselte vom Barock zum choralähnlichen Spiel, um schließlich mit beeindruckendem Tempo seinem Höhepunkt entgegenzusteuern. Dafür gab es stehende Ovationen des Publikums.

Eine Uraufführung folgte und die Night Party Music stand auf dem Programm. Ed de Boer hatte die Noten für Blasorchester geschrieben und lies es sich nicht nehmen, an diesem Tag selbst anwesend zu sein. Die ursprünglich von Alexander Comitas verfasste Melodie von de Boer war der Jungen Bläserphilharmonie wie auf den Leib geschneidert.

Das Orchester verlegte die Szenerie einer weit in der Ferne stattfindenden Jazzparty in den Saal und die Instrumente begleiteten die Gäste auf dem Weg dorthin mit ruhiger, aber mehr und mehr aufkeimender Jazzstimmung und ansteigenden Rhythmen bis zum Showdown, um dann wieder nach und nach im Dunkel der Nacht zu verschwinden. Besonders die Instrumentalisten an den Saxofonen hatten hier ihren großen Auftritt, denn sie sorgten für die Jazzelemente.

Erik Somers hat aus der Komödie Valencian Widow ein Arrangement für Bläser verfasst. Die Large Suite und das Intermezzo daraus folgten im nächsten Programmpunkt. Höfische Sitten und ein kritischer Blick auf die Gesellschaft gaben dem Orchester die Möglichkeit, musikalisch mit dem Publikum zu spielen. Mit voller Wucht trafen die ersten Takte die Zuhörer, um sie im nächsten Teil mit ruhiger Musik zu umgarnen. Überfallartig wechselten die Akteure wieder das Tempo und dramatische Töne beendeten das Stück mit einem abrupten Schlussakkord.

Aneinandergereihte Filmmusiken nahmen die Zuhörer mit in die große Welt des Films, und Harry Vorselen ließ seine Musiker jetzt von der Leine. Mit sattem Big Band-Sound räumten die Musiker ab und sorgten für ein Raunen im Publikum.

Mit einem Medley aus berühmten Filmmusiken von Nina Rota zog die Junge Bläserphilharmonie einen musikalischen Strich unter das Konzert und erntete minutenlange Ovationen des restlos begeisterten Publikums.

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