Speedpipes werden per Druckluft in Leerrohre gepumpt / Weiterer Anschluss ans Netz der Stadt Ahaus?
Mit 20 Bar unter die Erde

Heek-Nienborg -

Zwischen Epe und Heek/Nienborg werden derzeit die Voraussetzungen für eine sieben Kilometer lange Datenautobahn geschaffen. In die vorhandenen unterirdischen Leerrohre entlang der Eper Landstraße werden mit Druckluft sogenannte Speedpipes gepumpt. Durch diese sollen bald die Glasfaserkabel der Firma „BORnet“ verlaufen, welche die Haushalte der Gemeinde mit schnellem Internet versorgen werden.

Donnerstag, 29.08.2013, 07:08 Uhr

Landrat Dr. Kai Zwicker , Heeks Bürgermeister Ulrich Helmich und Paul Schmäing, Fachabteilungsleiter Straßenbau des Kreises Borken, machten sich nun vor Ort ein Bild von dem Fortschritt der Bauarbeiten.

Nikolai Stokolos und Frank von Methen ließen am Mittwochmorgen auf Höhe des Wexter Schützenplatzes 730 Meter Speedpipes in eines der drei 40 Millimeter breiten Leerrohre ein. Per Druckluft (20 Bar) überbrücken sie Distanzen von bis zu einem Kilometer, ohne die Straße aufzureißen. Der Aufwand hält sich dadurch im Vergleich zu früheren Verfahren in Grenzen: „Der Auf- und Abbau der Geräte ist die meiste Arbeit“, erklärt von Methen.

Dass die Arbeit relativ zügig vorangeht, ist dem Kreis zu verdanken. Dieser verwandte 2011 3,4 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket zur Verlegung von 80 Kilometern Leerrohren im gesamten Kreisgebiet. „Das war damals ein großes Wagnis, so viel Geld dafür auszugeben. Doch der Erfolg gibt uns Recht. Bereits jetzt sind 70 Prozent vermietet“, sagt Landrat Dr. Kai Zwicker. Durch die Maßnahme ist die Erschließung kleinerer Kommunen mit Glasfaser für die Telekommunikationsbranche deutlich attraktiver geworden. Schließlich fallen für sie große Teile der Tiefbauarbeiten weg. Die vom Kreis verlegten Rohre sind offen und können gegen Mietzahlung durch verschiedene Unternehmen genutzt werden. Von den sieben Speedpipes, die derzeit durch eines der drei Leerrohre gezogen werden, braucht „BORnet“ lediglich eines für das Glasfasernetz.

Da der Anschluss an das Netz in Epe allerdings nur eingliedrig ist, würden Schäden am Rohr sofort zu Konsequenzen beim Abnehmer führen. Und auch wenn Paul Schmäing die Robustheit sowohl der Leerrohre als auch der Speedpipes hervorhebt, strebt Bürgermeister Helmich mittelfristig einen zusätzlichen Anschluss an das Ahauser Netz an. Ein möglicher Ausfall eines Rohrs könnte durch die Redundanz aufgefangen werden. Bereits jetzt liegen im Gewerbegebiet Heek-West Leerrohre, die die Gemeinde bei der Erschließung eines Radwegs verlegt hat. Außerdem sei bereits ein Rohr unter der Autobahn am Leuskesweg vorhanden, sagt Helmich. Damit sind die strukturellen Voraussetzungen für einen weiteren Anschluss an das Netz der Stadt Ahaus gegeben.

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