Kreuz
Eine alte Grabstätte

Heek -

Die Kreuzstraße in Heek hat ihren Namen von einem alten Steinkreuz mit einer langen Vorgeschichte. Das wissen die beiden Rentner Franz Benölken, Jahrgang 1934, und Alfons Epping, Jahrgang 1942. Die beiden sind „Nachbarn“ des Kreuzes: Benölken wohnt rechts, Epping links vom Kreuzplatz.

Dienstag, 15.04.2014, 08:04 Uhr

Lange Zeit hieß es das „Flüeck’sche Kreuz“. Zurückzuführen ist die Bezeichnung auf die Familie Flüeck, die früher am Schwattenberg wohnte. Nachdem diese Liegenschaft aber verkauft wurde, kümmern sich nun Franz Benölken , Alfons Epping und andere Nachbarn um das Kreuz und den Kreuzplatz .

Das Kreuz befindet sich noch an der Stelle, wo es bereits vor Jahrhunderten aufgestellt wurde. Ursprünglich war es das Friedhofskreuz auf dem Vorhof des „Ochtruper Friedhofes“. Denn Ochtruper Bürger wurden bis zum Jahr 1849 in Heek beigesetzt. Mit Pferd und Kastenwagen wurden sie in die Dinkelgemeinde überführt. Warum das so war, ob es nach der Reformation in Ochtrup keinen Platz für Bestattungen katholischer Personen gegeben hat, ist Franz Benölken und Alfons Epping nicht bekannt.

Die beiden erinnern sich gut daran, dass 1949, also 100 Jahre nach der letzten Bestattung, der Friedhof aufgelöst wurde. Die Ruhestätte hatte eine Größe von etwa 3000 Quadratmetern und ragte gut einen Meter aus dem umliegenden Gelände hervor. Das ganze Gelände wurde in Handarbeit mit der Schaufel abgetragen, die Erde in Loren abtransportiert. Dazu hatte man eine Bahnschiene von dem aufzulösenden Friedhof bis zum heutigen katholischen Friedhof am Leuskesweg verlegt. Alfons Epping erzählt, dass er als Schulkind einmal morgens einen Platz auf der Lore ergatterte und die Fahrt sehr erlebnisreich fand.

Die menschlichen Überreste wurden auf den Friedhof am Leuskesweg umgebettet, etwa dort, wo sich heute die Einsegnungshalle beziehungsweise Friedhofskapelle befindet.

Das Kreuz ist geblieben. Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals restauriert. Heute kümmern sich Franz Benölken und Alfons Epping uneigennützig um die Pflege von Denkmal und Vorplatz. Aktuell ersetzen sie zum Beispiel den morsch gewordenen Zaun durch eine kleine Mauer aus Natursteinen. Die Kirchengemeinde Heilig Kreuz übernimmt als Eigentümerin die Materialkosten, das Handwerkliche erledigten Franz Benölken und Alfons Epping – das ist für sie Ehrensache. Dabei erfahren die zwei aber durchaus Unterstützung: Das verzinkte Tor etwa hat Josef Blömer für sie besorgt.

Pfarrer Josef Leyer informierte sich kürzlich über den Stand der Arbeiten, worüber sich die beiden sehr freuten. Das Mauerwerk soll demnach bald fertig sein. Eventuell folgt dann noch eine Neueinsaat der Rasenfläche. Die könnte dann zum Fronleichnamsfest in vollem Grün stehen: Dann findet sich an diesem Kreuz ein Segensaltar.

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