Insekt sorgt erneut für kahle Stellen auf den Fußballplätzen des SC Rot-Weiß Nienborg
Wurm soll Käfer stoppen

Heek-Nienborg -

Im Eichenstadion ist der Wurm drin – Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Heek haben in diesen Tagen Fadenwürmer auf Teilen der Rasenfläche und den Spielfeldern des Nienborger Sportplatzes aufgebracht.

Donnerstag, 11.09.2014, 09:09 Uhr

Kahle Stellen wie diese sind die direkte Folge des Junikäfer-Befalls. Die Larven fressen die Graswurzeln an, sodass sich der Rasen mühelos abziehen lässt.
Kahle Stellen wie diese sind die direkte Folge des Junikäfer-Befalls. Die Larven fressen die Graswurzeln an, sodass sich der Rasen mühelos abziehen lässt. Foto: Martin Mensing

Der Grund des Einsatzes ist der erneute massive Befall des Hauptspielfeldes, des Randbereichs von Spielfeld drei und der Trainingsfelder mit dem Junikäfer. Die eingesetzten Würmer sind die natürlichen Fressfeinde des Käfers.

Nach 2009 und 2012 ärgert sich der SC Rot-Weiß Nienborg nun zum dritten Mal mit dem Insekt herum – oder vielmehr mit seinen Hinterlassenschaften. Vor drei Wochen entdeckten die Verantwortlichen des Vereins bei einer der regelmäßigen Platzbegehungen die ersten Anzeichen für den erneuten Befall. Die Larven hatten die Graswurzeln angefressen, großflächige Kahlstellen sind die Folge. Die verbliebene Grasnarbe kann mühelos abgezogen werden, wie ein Teppich. Das frisch renovierte zweite Spielfeld ist bislang nicht betroffen.

„Jetzt stehen uns kaum noch dem Standard entsprechend Sportplätze mit geradläufiger Spielfläche und adäquater Rasenfläche zur Verfügung“, sagt Bernd Loske , Erster Vorsitzender des Vereins. Entsprechend macht sich Frustration beim Sportclub breit: „Wir hatten unsere Energien und unser ehrenamtliches Engagement in die Platzrenovierung und die damit verbundenen Aktivitäten gesteckt, jetzt kommt dieses Dilemma noch oben drauf“, klagt Loske. Nun setzt der Verein mit Unterstützung der Gemeinde alles daran, dass die Spielfelder und Rasenflächen bis zur nächsten Wachstumsphase im Frühsommer 2015 wieder komplett hergestellt sind. Bis dahin bittet der Verein um Verständnis bei seinen Fußballern und den Gastmannschaften.

Beim ersten massiven Befall in 2009 erhielt die Gemeinde eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung für den Einsatz von Pflanzenschutzmittel. Damit bekam sie die Problemlage auch vor zwei Jahren schnell in den Griff. Deshalb hat die Gemeinde nun erneut einen Antrag bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gestellt, ein Pflanzenschutzmittel einsetzen zu dürfen. „Eine Entscheidung steht noch aus“, sagt Herbert Gausling, Leiter des Bauamtes der Gemeinde Heek . Bisherige Signale lassen jedoch vermuten, dass der Antrag abgelehnt wird.

Fadenwürmer (Nematoden) sollen deshalb zunächst den größten Schaden abwenden. Die etwa einen Millimeter großen Nematoden suchen die Larven und Engerlinge aktiv auf und dringen durch Körperöffnungen in diese ein. Dort sondern sie ein Bakterium ab, das die Larve und den Engerling innerhalb von zwei bis drei Tagen abtöten soll.

„Durch diese Anwendung wird der Spielbetrieb nicht weiter gestört“, sagt Gausling. Ob diese Maßnahme Erfolg hat, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Insgesamt sei es schwierig, so der Bauamtsleiter, vorbeugende und nachhaltige Maßnahmen zu ergreifen, da der Junikäfer in der Regel nur alle paar Jahre gehäuft auftritt.

Auch wenn ein gewisser Bekämpfungserfolg zu erwarten wäre, zieht er eine intensive Bodenbearbeitung durch Fräsen nicht in Betracht. Der Erfolg ist nicht garantiert. Nur der Teil der Population wird erfasst, der sich zum Zeitpunkt des Fräsens im oberen Bodenhorizont befindet. Erschwerend kommt hinzu, dass der Platz erst nach einem Jahr wieder bespielbar ist. Die dabei anfallenden Kosten würden die Kosten, die der Einsatz der Fadenwürmer bislang verschlang (500 Euro) um ein Vielfaches übertreffen.

Nicht nur der Sportverein und die Gemeinde kämpfen gegen den Junikäfer, auch Rasenflächen auf Privatgrundstücke in Nienborg sind betroffen.

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