Gemeindeeigene Gebäude und Anlagen könnten zentral versorgt werden
Energiekonzept vorgestellt

Heek/Nienborg -

Einen Vorschlag, wie ein zukünftiges Energiekonzept für Gebäude und Anlagen der Gemeinde Heek aussehen könnte, hat Bauamtsmitarbeiter Thorsten Meyer im Bauausschuss präsentiert.

Freitag, 13.03.2015, 17:03 Uhr

Die SPD hatte das Thema anlässlich des spätestens im nächsten Jahr nötigen Austausches der Heizungsanlage an der Kreuzschule auf die Tagesordnung gebracht.

Alternativ zu den bisherigen Energiequellen Erdöl und Gas schlug Meyer vor, auf eine Kombination aus Biomasse, Klärschlamm und Thermosolar zu setzen. So könnten gemeindeeigene „Abfallprodukte“ wie Klärschlamm und Hackschnitzel optimal genutzt werden.

Hinsichtlich der Frage, ob eine zentrale oder eine dezentrale Energieversorgung sinnvoller sei, sprach sich Meyer klar für eine zentrale Anlage mit Fernwärmesystem aus. Eine große Anlage hätte einen höheren Wirkungsgrad als viele kleinere, erklärte er. Zudem sei sie in den Punkten Logistik, Unterhaltung und Instandhaltung wesentlich günstiger. Es würden dafür einmal Investitionen gebündelt und das teure Um- oder Nachrüsten mehrerer kleiner Anlagen sei nicht mehr nötig.

Würde man die wichtigsten Anlagen und Gebäude der Gemeinde mit Fernwärme speisen wollen, entstünde ein Netz aus sieben Kilometern Leitungen. Dass dies ohne Weiteres möglich ist, zeigt das Beispiel Lathen . Die Gemeinde im Emsland hat weniger Einwohner als Heek , betreibt aber ein Fernwärmenetz, das aus 47 Kilometern Leitungen besteht. Insgesamt 800 Abnehmer sind daran angeschlossen. „Im Emsland gibt es mehrere dieser Vorbilder, an denen man sich orientieren kann“, sagte Meyer.

Der Vorteil der Gemeinde wäre in politisch unsicheren Zeiten die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus dem Ausland. Die Gemeinde könnte sich zudem auf eine zentrale Investition beschränken und würde eine gewisse Kostenstabilisierung erreichen. Die Wertschöpfung bliebe vor Ort und nebenbei könnte die Gemeinde aktiven Klimaschutz betreiben.

Daraus leitete Meyer die Vorschläge ab, das Konzept weiter zu verfolgen, externe Kompetenzen, zum Beispiel die Energieagentur NRW, dazuzuholen und einen Besuch des Rates in Lathen zu organisieren. Dem stimmten die Bauausschussmitglieder zu, auch wenn sie noch einige Anmerkungen hatten.

Der Ausschussvorsitzende Franz Epping ( CDU ) regte an, verschiedene Systeme miteinander zu vergleichen und nicht nur in eine Richtung zu denken. „Ich bin der Überzeugung, dass auf Dauer die dezentrale Versorgung eines jeden Haushalts im Vordergrund steht“, begründete er seinen Vorstoß. CDU-Fraktionsvorsitzender Walter Niemeyer ergänzte: „Wir legen uns für mindestens 20 Jahre fest. Wir müssen vermeiden, dass das eine Sackgasse ist.“

Meyer betonte, dass es sich bei seiner Präsentation um erste Überlegungen handele und man bei der Entwicklung durchaus in alle Richtungen denken könne. „Außerdem muss sich das Konzept dem Vergleich mit allen Alternativen stellen.“ sagte er. Die SPD-Fraktionen, die seit einigen Monaten das Thema „Energieautarke Gemeinde“ forciert, schien zufrieden mit Meyers Präsentation. Entspricht der Ansatz doch nahezu den Vorschlägen in ihrem Antrag.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3132843?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F27962%2F4848914%2F4848924%2F
Nachrichten-Ticker