Gemeindearchiv
Heinz Schaten fasziniert Atem der Geschichte

Heek -

Heinz Schaten legt am Jahresende das Amt des Heeker Gemeindearchivars nieder. 1962 hat seine Leidenschaft für die Geschichte angefangen.

Samstag, 28.11.2015, 08:11 Uhr

Alte Bilder und Karten sind ein wichtiges Zeugnis der Vergangenheit. Heinz Schaten hat sich viele Jahre lang mit Schriften und Bildern aus seiner Heimat beschäftigt.
Alte Bilder und Karten sind ein wichtiges Zeugnis der Vergangenheit. Heinz Schaten hat sich viele Jahre lang mit Schriften und Bildern aus seiner Heimat beschäftigt. Foto: Christiane Nitsche

„Man darf seine Geschichte nicht vergessen“, sagt er zum Abschied. Heinz Schaten gibt zum Jahresende das Amt des Gemeindearchivars in Heek auf. Der 70-Jährige will sich künftig darauf konzentrieren, Beiträge aus der Heeker Ortsgeschichte für den Heimat- und Rathausspiegel zu verfassen.

Heinz Schatens Geschichte mit der Geschichte beginnt 1962. „Damals habe ich als Lehrling in Nienborg angefangen“, erzählt er. „Da war ich schon auf dem Balken und habe mir die alten Akten angeschaut.“

Im Archiv schlummern viele interessante Geschichten.

Im Archiv schlummern viele interessante Geschichten. Foto: Christiane Nitsche

Der Atem der Geschichte riecht nach Muff, nach Staub, mitunter nach Moder. Wer aber empfänglich ist für die Faszination, die davon ausgeht, wird die Leidenschaft für Historie nicht mehr los. So wie Heinz Schaten.

Schaten wanderte durch die Verwaltungshierarchie nach oben, die Gemeindeakten kamen vom Balken im Dachboden des alten Nienborger Amts in den Keller im neuen Rathaus – 1974 zogen beide um nach Heek.

1977 begann die Gemeinde mit der Herausgabe des Heimat- und Rathausspiegels – unter maßgeblicher Beteiligung Schatens. Bis 2006 arbeitete er neben seiner beruflichen Tätigkeit – unter anderem als Kämmerer und Leiter des Sozialamtes – an Beiträgen über die Geschichte seiner Heimat. Schaten erzählt, wie die Druckfolien noch selbst erstellt wurden, wie mit Hilfe der Schulkinder die Druckfahnen sortiert, geschnitten, geklebt wurden.

Er weiß kaum, wo er anfangen soll. Mit jedem Blick in eines der Regale tun sich Geschichten auf, mit jedem Blättern in einem der alten Rathausspiegel.

Geschichten von Kuhhandel und Schildbürgerstreichen, aber auch vom Bombenkrieg und Hungerjahren. Er würde alles so gerne bewahren – und mitteilen.

„Was nützt ein Archiv, wenn es nicht genutzt wird?“, sagt er. Darum habe er den Tag der offenen Tür einmal im Monat eingerichtet. „Es kommen erstaunlich viele Leute“, freut er sich. „Wer sich für die Geschichte von Heek und Nienborg begeistert, findet hier alles.“ Vielfach werde Ahnenforschung betrieben, oft aber bringen ihm Mitbürger auch private Archive, alte Postkarten und Fotos.

Gemeindeakten würden heute durchweg digitalisiert, das sei in Heek nicht anders. Schaten liebt Geschichte zum Anfassen. „Ich blättere gern“, schmunzelt er. Er hoffe, dass sein Nachfolger Zeit finde, das Fotoarchiv zu sichten.

Die Beiträge für den Rathausspiegel will Schaten weiter schreiben, soweit es geht. „Es ist nicht so, als wenn ich weg wäre.“

Wer sich für die Geschichte von Heek und Nienborg begeistert, findet hier alles.

Heinz Schaten, Arichvar
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