„Zak“ wird zehn
In Heek hat die Jugend eine Lobby

Heek -

Das Jugendhaus „Zak“ feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Immer wieder, wenn ich über das Jugendhaus oder seine Aktivitäten schreibe, denke ich – Jahrgang 1967 – an meine eigene Kinder- und Jugendzeit zurück.

Samstag, 16.04.2016, 07:04 Uhr

Viele Institutionen und Personen engagieren sich fürs „Zak“ und schultern so die Aufgaben.
Viele Institutionen und Personen engagieren sich fürs „Zak“ und schultern so die Aufgaben. Foto: Heinrich Schwarze-Blanke

Ich stamme aus dem Dörfchen Lavesum. Dort lebten damals vielleicht gut 1000 Menschen. Was gab es für uns Kinder und Jugendliche? Vor allem den von mir so geliebten Fußballplatz. Dass der nur ein Ascheplatz war, Schwamm drüber. Meine Mutter kratzte mir mit der Drahtbürste die Aschekörner aus den Knien. So sehen die auch heute noch aus. Egal, Spaß hat‘s gemacht.

Und sonst? Nichts! Außer vielleicht die „Spielhölle“ neben der Tankstelle . Das war ein kleiner Raum, in dem nur ein Flipper stand. Das war unser Treffpunkt. Mit meiner Mutter bekam ich einmal ordentlich Ärger, weil ich 40 Mark von meinem Konto abgehoben und dort verzockt hatte.

Ein „Zak“ – das wäre ein Traum für uns gewesen. Ein Ort nur für uns. Die Nienborger und Heeker Jugendlichen dürfen sich glücklich schätzen, ein solches Jugendhaus nutzen zu können. Und das Beste daran: Die Gemeinde sieht das Haus nicht nur als lästige Pflicht an, sondern steht voll und ganz dahinter. Das ist nicht überall so. Kinder und Jugendliche besitzen nicht immer eine große Lobby.

Sonntagsreden ja, aber wenn es ans Bezahlen der Jugendarbeit geht, bleibt davon oft nicht viel übrig. In Heek sieht die Welt Gott sei Dank anders aus. Das „Zak“ ist personell mit zwei Vollzeit-Mitarbeiterinnen und einer Bundesfreiwilligendienstlerin gut ausgestattet. Das ermöglicht sogar Öffnungszeiten am Sonntag. Da dürften zum Beispiel die Schöppinger ganz neidisch in die Dinkelgemeinde blicken. Im Jugendheim „Haltestelle“ gibt es nur eine Vollzeitstelle.

Heike Wermer , Vorsitzende des Trägervereins Jugendwerk Heek, sieht die Gemeinde mit dem „Zak“ in einer Vorreiterrolle. Sie bezeichnet das Jugendhaus als Juwel in der Mitte zwischen Nienborg und Heek. Mit der Standortwahl ist den Verantwortlichen damals ein echter Glücksgriff gelungen. Die Bürger beider Ortsteile können sich damit identifizieren. Kein Ortsteil wird an den Rand gedrängt.

Der tägliche Betrieb wurde eigens in einen Verein, das Jugendwerk Heek, ausgelagert. Hier sitzen sieben Mitglieder der politischen Gemeinde und sieben der Kirchengemeinden (sechs Mitglieder der katholischen und ein Mitglied der Ev. Kirchengemeinde). Niemand kann alleine bestimmen. Die Zusammenarbeit beruht per Satzung schon auf ein Miteinander. Auch das wurde klug so gewählt.

Die Jugendlichen des „Zak“ bringen sich derzeit in die Planungen mit ein für den Tag der offenen Tür am 19. Juni. Sie wollen potenzielle Sponsoren für den Umbau ansprechen.

Auch hierfür hat die Politik 15 000 Euro zur Verfügung gestellt. Doch die Umsetzung der Ideen der Jugendlichen, das „Zak“ moderner und attraktiver zu gestalten, kostet mehr. Da geben sich die Jugendlichen keinen Illusionen hin. Sie wissen, dass alles Schritt für Schritt gehen muss. Das wird seine Zeit dauern. Hoffentlich zeigen die Nienborger und Heeker Firmen auch jetzt wieder, dass das „Zak“ ein Gemeinschaftsprojekt aller in der Dinkelgemeinde ist.

In Nienborg und Heek sieht Heike Wermer einen „gut funktionierenden Sozialraum“. Das „Zak“ trägt seinen Anteil dazu bei. Gute Jugendarbeit ist ein wichtiger Baustein in der frühen Förderung von Mädchen und Jungen. Dessen sollten sich alle Verantwortlichen immer bewusst sein. In Heek sind sie es sich offensichtlich. Und das ist gut so.

 

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