Regierungspräsident Dr. Klenke informiert sich auf der Burg
Neuer Anlauf für Hinweisschild

Nienborg -

Das bereits in der Vergangenheit abgelehnte touristische Hinweisschild auf der A 31 könnte doch noch kommen. Regierungspräsident Dr. Reinhard Klenke hat Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff ermuntert, einen neuen Anlauf zu unternehmen. Eineinhalb Stunden lang informierte sich Klenke am Dienstag über die Burg.

Mittwoch, 13.07.2016, 06:07 Uhr

Am Relief der Burganlage informierte Albert Böhmer (l.) über die Besonderheiten der Nienborger Burg (v.l.) Helmut von Hove, Karl Schulze Althoff, Regierungspräsident Dr. Reinhard Klenke und Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff.
Am Relief der Burganlage informierte Albert Böhmer (l.) über die Besonderheiten der Nienborger Burg (v.l.) Helmut von Hove, Karl Schulze Althoff, Regierungspräsident Dr. Reinhard Klenke und Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Foto: Rupert Joemann

Der Regierungspräsident sagte, dass zwar seine Behörde die Entscheidung träfe, dieses aber in der Verantwortung des Gutachterausschusses liege. Ein neuerlicher Antrag müsse etwas Neues bieten, so Reinhard Klenke . Die Gemeinde müsse deutlicher herausstellen, dass die Gebäude auch zu bestimmten Zeiten für Gäste geöffnet seien.

„Die Häuser sind bereit, sich weiter zu öffnen“, sagte Helmut von Hove, Inhaber der Keppelborg , beim Rundgang. Auch die Keppelborg ist zu Teilen zu bestimmten Anlässen zugänglich. Derzeit stellt der gebürtige Nienborger Werner Benkhoff Bilder in der Keppelborg aus. Die Keppelborg bietet aber auch vier Zimmer an. Zudem können die Räumlichkeiten für Feiern mit bis zu 60 Personen angemietet werden. Wer in die Keppelborg gehe, wolle den persönlichen Kontakt mit dem Hausherrn, so von Hove. Da seine Frau und er voll berufstätig seien, könnten sie jedoch keinen Ganztagsbetrieb einrichten.

„Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen“, nahm Bürgermeister Weilinghoff die positive Rückmeldung Klenkes dankbar auf. Ein Baustein könne dabei das von der Gemeinde vorangetriebene Beleuchtungskonzept für die Burg sein.

„Würden wir die Burg anleuchten, würde man sie bis zur Autobahn sehen“, sagte Antje Valentin, Direktorin der Landesmusikakademie. Auch ihr Haus, so Valentin, sei im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten offen. Man müsse die Führungen besser koordinieren, fand von Hove.

Grundsätzlich, so von Hove, identifizierten sich die Nienborger mit der Anlage. Seiner Ansicht nach sind die Burgen und Schlösser der Region kleine und große Magneten, die ein Anlaufpunkt für die Menschen darstellen. „Sie sind ein Merkmal für die Orte und identitätsstiftend“, sagte Klenke. Das Bewusstsein der Eigentümer für die Geschichte und die Bedeutung der Häuser kehre wieder. Auch Albert Böhmer hat bei seinen Burgführungen festgestellt, dass immer mehr junge Menschen sich dafür interessierten. „Im Schnitt sind die Teilnehmer etwa 25 Jahre alt“, sagte Böhmer.

„Die Schlossherren tun so viel für die Region“, meinte Karl Schulze Althoff, stellvertretender Vorsitzender des Förderkreises Kultur & Schlösser. Die Häuser seien Anziehungspunkte für Touristen, das könne noch viel stärker ausgebaut werden.

Von Hove sieht den Erhalt der Keppelborg als Lebensaufgabe für seine Frau und sich. Von Hove findet es schade, dass „nur zwei Hände voll von 190 Häusern im Münsterland “ für Besucher geöffnet seien. Das sei in den Niederlanden ganz anders. Dort unterstütze der Staat die Eigentümer, wenn es zum Beispiel um die Pflege der Grünanlagen gehe, die dann der Öffentlichkeit zugänglich seien.

Regierungspräsident Klenke hatte sich nicht nur mehr als eineinhalb Stunden Zeit genommen, sondern auch den 600 Seiten dicken Roman „Nebeltänze“ Albert Böhmers im Urlaub gelesen. „Es ist ein spannendes und gut geführtes Buch, ohne dass es zu brutal ist“, sagte Klenke.

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