Nienborgs Geschichte im Gemeindearchiv
Ein guter Schluck zum Verbrüdern

Heek -

Anfassen, aber nicht trinken. Das gilt für die Flasche des Nienborger Fraternisierungswhiskys. Es ist wahrscheinlich das einzige Stück im Gemeindearchiv, das Archivar Bernhard Woltering zwar schon oft in der Hand gehalten hat, aber nicht sagen kann, was es genau ist – zumindest inhaltlich. Aber die Geschichte hinter der Flasche, die kennt Woltering.

Freitag, 16.09.2016, 06:09 Uhr

Das einzige Fläschchen Fraternisierungswhisky hält Archivar Bernhard Woltering vor dem Determeier-Bild des Burgtores in den Händen. Wie der schmeckt, wird wahrscheinlich so schnell niemand erfahren.
Das einzige Fläschchen Fraternisierungswhisky hält Archivar Bernhard Woltering vor dem Determeier-Bild des Burgtores in den Händen. Wie der schmeckt, wird wahrscheinlich so schnell niemand erfahren. Foto: Rupert Joemann

„1986 ist sie bei Sanierungsarbeiten unter der Kellertreppe des Langen Hauses gefunden worden“, erzählt Woltering . Nicht nur die eine, sondern sogar zwei. Doch jetzt gibt es nur noch das eine Exemplar. Die Flasche bewahrt Bernhard Woltering in den Archivräumen möglichst weit hinten auf, „damit sie nicht umfallen kann“. Er holt sie nach vorne, wenn er bei Führungen einen lockeren Einstieg haben will.

Die erste Flasche des Verbrüderungswhiskys wurde in den 90er-Jahren vernichtet – oder besser gesagt verköstigt. „Um den Inhalt kennenzulernen, wurde die Flasche während einer Karnevalsfeier der Gemeindeverwaltung ausgetrunken“, erzählt Bernhard Woltering.

Der Archivar vermutet, dass die Flasche mit dem Siegellack während der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg von den Briten hergestellt wurde. Woltering glaubt, dass es irgendeine Abmachung zwischen Briten und Nienborgern gegeben habe. Was, das weiß er aber nicht. Schriftliche Unterlagen sind nicht vorhanden.

Bernhard Woltering präsentiert die Flasche vor einem Bild des Malers Determeier. Es zeigt das Burgtor. Im Archiv hängt noch ein Determeier-Gemälde mit einer Ansicht des Langen Hauses. „Die haben mal im Ratssaal gehangen“, sagt Bernhard Woltering. Mittlerweile sehen nur noch die Archiv-Gäste die beiden Gemälde.

„Ich glaube, Determeier kam aus Münster “, sagt Woltering. Es seien Auftragsarbeiten in den 60er-Jahren gewesen.

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