Bildungs- und Teilhabepaket
Keine Direktzahlungen mehr

Heek -

Die Gemeinde Heek setzt künftig auf die Münsterlandkarte: Leistungen für Kinder und Jugendliche, die sich sonst einen Schulausflug oder die Teilnahme am gemeinsamen Mittagstisch nicht leisten können, erhalten diese künftig gegen Vorlage der Münsterlandkarte.

Donnerstag, 17.11.2016, 06:11 Uhr

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff will die Entwicklung abwarten.
Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff will die Entwicklung abwarten. Foto: Gemeinde Heek

Nach Borken , Heiden, Raesfeld, Reken und Südlohn stellt nun auch die Gemeinde Heek mit den anderen Kommunen im Kreis Borken die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket um auf die Münsterlandkarte .

Damit gibt es ab 1. Januar keine Direktzahlungen mehr für Unterstützung bei Schulausflügen, Klassenfahrten, Mittagstisch in Schulen und Kindergärten, aber auch für soziale und kulturelle Teilhabe.

Im Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) werden Kinder und Jugendliche aus Familien, die nach Sozialgesetzbuch oder Asylbewerberleistungsgesetz Leistungen erhalten, unterstützt – etwa durch einen Zuschuss zu Lernförderung, Schulbedarf, Mittagsverpflegung und anderen Leistungen, bei denen ein Eigenanteil gefordert wird.

Bislang wurden diese Zuschüsse direkt an die Betroffenen ausgezahlt. Seit April stellen die Kommunen im Kreis die Zahlungen mit Ausnahme der Lernförderung, des Schulbedarfspakets und der Schülerbeförderung, also die Schulbusfahrten, um.

Betroffene bekommen die Münsterlandkarte auf Antrag beim Jobcenter, jeweils mit einem eigenen Benutzerkonto. Jedes Kind und jeder Jugendlicher, die eine Leistung beanspruchen können, bekommen eine eigene Karte mit einem virtuellen Guthaben. Diese Karte zeigen die Kinder beim jeweiligen Anbieter vor, der dann mit der Kartennummer über eine entsprechende Software abrechnen kann.

„Wir werden Mitte November die Eltern anschreiben“, erklärte Doris Reufer vom Sozialamt in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. „Das System soll eine Vereinfachung für die Verwaltung und für die Anbieter sein“, sagte sie. Die Effekte müsse man abwarten.

Bedenken äußerte Matthias Alfert (SPD): „Ich bin nicht so ganz glücklich damit.“ Alfert zeigte sich skeptisch, ob die Karte zur Stigmatisierung benachteiligter Kinder beitragen könne und damit die Hemmschwellen steigen, an entsprechenden Aktivitäten teilzunehmen.

„Wir haben beim Kreis die Problematik vorgebracht“, erklärte Reufer. Bislang gebe es aber aus den Gemeinden, die das System bereits eingeführt haben, „nur positive Resonanzen“. Der Bürgermeister sprach sich dafür aus, abzuwarten, welche Gelder abgerufen werden. „Dann sehen wir, ob die Förderung ankommt“, so Franz-Josef Weilinghoff.

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