In Erinnerung an Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg
Gedenktafel erinnert an Soldaten

Nienborg -

Aus der Gemeinde brachten – in Erfüllung hl. Pflicht – ihr Leben zum Opfer für die Heimat – auch für Dich“: Das ist die Überschrift der Gedenktafel, die am vierten Adventssamstag von Pfarrer Josef Leyer sowie Theo Franzbach und Johannes Buss vom Nienborger Heimatverein an die linke Wand der Einsegnungshalle auf dem Friedhof in Nienborg angebracht wurde.

Mittwoch, 21.12.2016, 07:12 Uhr

57 Namen von gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg stehen auf der Gedenktafel, die Johannes Buss, Theo Franzbach und Pfarrer Josef Leyer an einer Wand der Einsegnungshalle auf dem Friedhof angebracht haben.
57 Namen von gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg stehen auf der Gedenktafel, die Johannes Buss, Theo Franzbach und Pfarrer Josef Leyer an einer Wand der Einsegnungshalle auf dem Friedhof angebracht haben. Foto: Martin Mensing

„Aus der Gemeinde brachten – in Erfüllung hl. Pflicht – ihr Leben zum Opfer für die Heimat – auch für Dich“: Das ist die Überschrift der Gedenktafel , die am vierten Adventssamstag von Pfarrer Josef Leyer sowie Theo Franzbach und Johannes Buss vom Nienborger Heimatverein an die linke Wand der Einsegnungshalle auf dem Friedhof in Nienborg angebracht wurde.

Auf der Gedenkschrift stehen die 57 Namen Nienborger Männer, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren. Männer, deren Nachfahren und Verwandte heute noch zum Großteil im Dinkelort beheimatet sind. „Erfüll’ auch Du Deine Pflicht – und vergiß der lieben Toten nicht!“: Die Botschaft unter den Namen soll die Menschen ermahnen, sich an die verstorbenen Soldaten des Ersten Weltkriegs zu erinnern. Unten steht auf der Tafel geschrieben: „Pie Jesu Domine, dona eis requiem“ – „Barmherziger Herr Jesus, gib ihnen die Ruhe!“

Bis 1971, als der Alte Friedhof am Steinweg aufgegeben und abgeräumt wurde, befand sich die etwa 80 Jahre alte Tafel im Sockel des dortigen Friedhofskreuzes. Der Alte Friedhof wurde 1808 angelegt und in Benutzung genommen. „Die letzte Beerdigung fand hier im Jahre 1959 statt“, hielt der im vergangenen Jahr verstorbene Pfarrer Wilhelm Niehaves in der Pfarrchronik fest.

Der Neue Friedhof an der Meteler Straße wurde während des Zweiten Weltkrieges unter Pfarrer Fürstenau angelegt. Der Geistliche selbst war es, der nach seinem Tode am 17. Dezember 1944 hier als Erster beigesetzt wurde. „Der Alte Friedhof war verwahrlost. Nur durch eine Einebnung war die Sauberhaltung am besten zu lösen“, schrieb Pfarrer Niehaves. Für etwa 30 Gräber bestand noch ein Ruherecht. Einige davon wurden eingeebnet, andere wurden zum Neuen Friedhof umgebettet.

So wurde auch mit drei Soldatengräbern verfahren, die von Privatleuten gepflegt wurden. Die Fläche wurde eingeebnet und eine Grünfläche angelegt. Die alten Grabmale wurden zum größten Teil entsorgt. Das Grabkreuz und die Einfassung des Grabes von Ferdinand von Heyden wurde damals auf Wunsch von Antonia Schulten in den Garten des Burgmannshauses „Haus Keppelborg“ übernommen.

Ferdinand von Heyden starb vor 100 Jahren. Mit seinem Tod 1916 endete die Geschichte der Familie von Heyden auf der Keppelborg. Seine Grabstätte ist heute ein Naturdenkmal. Viele freiwillige Helfer haben bei den Arbeiten Anfang der 1970er-Jahre tatkräftig mitgeholfen. „Hauptmitwirkende waren der Gärtnereibetrieb Karl Mensing, August Benkhoff, Paul Kabst und Johannes Leveling“, hielt Pfarrer Niehaves fest.

„Karl Mensing senior, dessen Gärtnereibetrieb sich neben dem Friedhof befand, hat die Gedenktafel sichergestellt und vor der Entsorgung bewahrt“, sagt Theo Franzbach. Der erste Vorsitzende des Nienborger Heimatvereins begrüßt es, dass Karl Mensing junior die Gedenktafel nun der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Er fand die Tafel bei Aufräumarbeiten, als er seinen Gärtnereibetrieb am Alten Friedhof aufgab. Im Sommer dieses Jahres überließ er dem Heimatverein die Tafel.

„Die Heimatfreunde waren nicht in der Lage, die sehr schwere Granitplatte zu bewegen“, sagt Theo Franzbach. Den Transport zum Haus Hugenroth übernahm Heinrich Ostendorf mit seinem Traktor. Nach der Zwischenlagerung im Heimathaus wurde die Platte in den vergangenen Wochen durch den Steinmetzbetrieb Lenfers in Heek überarbeitet.

Auf der Grünfläche des Alten Friedhofs wurde 1978 das Kriegerehrenmal errichtet. Das ehemalige Friedhofskreuz wurde darin integriert. In dem Sockel unter dem Kreuz befinden sich die Namen der in den Weltkriegen gefallenen und verstorbenen Nienborger Soldaten. Im hinteren Bereich des neuen Friedhofes erinnern Gräber und Grabsteine an die Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben ließen.

Josef Leyer und Theo Franzbach betonen: „Da sich auf dem Alten Friedhof das Kriegerehrenmal mit den Namen der verstorbenen und gefallenen der Weltkriege befindet, und wir eine Doppelung vermeiden wollten, wurden wir uns einig, die alte Gedenktafel auf dem Friedhof an der Meteler Straße öffentlich und für jedermann sichtbar aufzuhängen.“

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