Schwieterings Garten in Nienborg
Mit der Sonne kommt die Arbeit

Nienborg -

Elisabeth Schwietering streicht mit ihrer Hand über die schwarze Erde. „Es kommt“, sagt die Hobbygärtnerin und begutachtet die winzigen roten Triebe, die aus dem Boden wachsen. Nun beginnt die arbeitsintensive Zeit für die passionierte Gärtnerin. Doch die richtige Pflege nimmt ihr viel Arbeit ab.

Mittwoch, 15.03.2017, 06:03 Uhr

Die meiste Arbeit in ihrem 4000 Quadratmeter großen Garten hat Elisabeth Schwietering jetzt. Mit Rechen und Grabegabel bringt sie die Beete derzeit auf Vordermann und befreit sie von altem Holz und Unkraut. Rund drei Stunden täglich verbringt die Nienborgerin in ihrem Garten. „Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt“, heißt es daher auch ganz passend auf einem Schild, das dort an einer Bank lehnt .
Die meiste Arbeit in ihrem 4000 Quadratmeter großen Garten hat Elisabeth Schwietering jetzt. Mit Rechen und Grabegabel bringt sie die Beete derzeit auf Vordermann und befreit sie von altem Holz und Unkraut. Rund drei Stunden täglich verbringt die Nienborgerin in ihrem Garten. „Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt“, heißt es daher auch ganz passend auf einem Schild, das dort an einer Bank lehnt . Foto: Mareike Katerkamp

Elisabeth Schwietering streicht mit ihrer Hand über die schwarze Erde. „Es kommt“, sagt die Hobbygärtnerin und begutachtet die winzigen roten Triebe, die aus dem Boden wachsen. Ein Beet weiter zeigen sich die Vorboten des Frühlings schon deutlicher: Dort öffnen sich die Blüten von Schneeglöckchen, Narzissen, Tulpen, Krokussen – und auch die ersten Stauden bilden mittlerweile Grün. „Ich bin schon ganz stolz“, sagt Schwietering und lacht. Nun beginnt die arbeitsintensive Zeit für die passionierte Gärtnerin.

4000 Quadratmeter groß

Sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, kribbelt es bei Elisabeth Schwietering in den Fingern. Dann beginnt die 50-Jährige, ihren rund 4000 Quadratmeter großen Garten auf Vordermann zu bringen. Den Landhausgarten hat Schwietering in zwei Bereiche aufgeteilt. Der vordere Teil ist rund 1000 Quadratmeter groß, der hintere misst noch einmal etwa 3000 Quadratmeter. „Alles auf einmal würde das Auge überfordern“, sagt Schwietering. Zwei große Beete sind im größeren Teil prägend, jeweils 50 Meter lang und fünf Meter tief. Hier verbirgt sich für die Nienborgerin die meiste Arbeit.

„Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt!“

„Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt!“ Foto: Mareike Katerkamp

Über tausend Stauden wachsen mittlerweile in Schwieterings Garten, der vor mehr als zehn Jahren aus einem alten Bauernhof entstand. Noch verstecken sich die meisten Pflanzen in der Erde, dafür gibt es einige Überbleibsel aus dem vergangenen Jahr auf den Beeten. Denn während viele im Herbst die Stauden in ihren Gärten beschneiden, lässt die Nienborgerin alles, wie es ist. Das sei für die Pflanzen der ideale Winterschutz, sagt sie.

Mit Rechen und Grabegabel gegen das Unkraut

Dafür ist es nun an der Zeit, die Beete von dem vertrockneten Holz zu befreien. Zudem rückt Schwietering dem Unkraut mit Rechen und Grabegabel zu Leibe. „Was ich dort schon im Frühling raushole, habe ich im Sommer nicht mehr“, sagt sie.

In etwa einem Monat folgt der nächste Schritt. Dann schaufelt sie eine etwa drei Zentimeter dicke Schicht aus Gartenkompost auf ihr Beete. Von Pflanzendünger hingegen lässt die Nienborgerin die Finger. „Der Kompost wirkt auch wie Langzeitdünger.“ Zudem sorge er dafür, dass sich in dem Beet kein neues Unkraut festsetzen kann. „Dafür ist der Boden zu stark.“

Deshalb hat sich die Hobbygärtnerin auch bewusst dafür entschieden, ihre Beete nicht zu harken. Denn beim Harken kommt die alte Erde wieder an die Oberfläche. Und dann habe das Unkraut leichtes Spiel, so Schwietering. „Harken ist nur etwas fürs Auge“, sagt sie. Zudem werden dadurch nachwachsende Triebe der Pflanze schnell zerstört, weil sie an der Oberfläche noch nicht sichtbar sind.

Über die Ortsgrenzen hinaus bekannt

Wenn Schwietering mit den Beeten fertig ist, ist der Rasen an der Reihe. Sobald das Grün zu wachsen beginnt, fängt die Nienborgerin an, ihn zu vertikutieren und zu düngen.

Der Garten in der Straße Achter de Stadt ist längst über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Sechs bis sieben Besuchergruppen kommen jedes Jahr mit Bussen nach Nienborg , um sich den Landschaftsgarten anzuschauen – auch aus den Niederlanden und Österreich.

Immer wieder bekommt Schwietering dann von den Gästen die Frage gestellt, wie sie das alles alleine schaffe. „Jeden Tag ein bisschen“, ist dann ihre Antwort. Etwa drei Stunden ist sie täglich im Garten zu Werke, bei Regen legt sie auch mal eine Pause ein. „Es darf nie nur ein Muss sein“, findet die 50-Jährige. Zwar gebe es auch Arbeit, die sie nicht gerne mache. Doch bei der Fläche sei im Gegenzug auch immer etwas Schönes dabei.

„Für mich ist Gartenarbeit Erholung“

„Für mich ist Gartenarbeit Erholung“, sagt Schwietering. Außerdem verzichtet sie nicht nur aufs Harken, sondern ebenso aufs Gießen – auch im Sommer. Zum einen sorge die Schicht Kompost dafür, dass die Feuchtigkeit im Boden darunter gespeichert wird. Zum anderen würden sich die Blumen schnell ans regelmäßige Wasser gewöhnen. „Wenn ich sie nicht gieße, müssen die Wurzeln tiefer ranken“, erklärt Schwietering. Das nötige Wasser holen sich die Pflanzen dann aus der Erde. Zwar gebe es auch mal eine Blume, die den Kopf hängen lässt. „Aber die kommt wieder“, weiß die Gärtnerin.

Vieles von ihrem heutigen Wissen eignete sich Schwietering vor einigen Jahren bei dem belgischen Gärtner Maurice Vergote an. Zweimal im Jahr war sie dort zu Besuch und half in dessen 15 000 Quadratmeter großem Garten mit. Bezahlt wurde sie damals in Stauden – mit denen sie sich schließlich ihren eigenen Traum verwirklichte.

Die ersten Blumen blühen.

Die ersten Blumen blühen. Foto: Mareike Katerkamp

Nach der Arbeit im Frühling atmet Schwietering in den Sommermonaten ein wenig auf. Dann können die Pflanzen in den Beeten in Ruhe wachsen. Das Ziel, das die 50-Jährige jedes Jahr vor Augen hat: „Bis Ostern mit dem meisten fertig zu sein“, sagt sie. Im Juli dann, wenn alles blüht, „dann ist es hier im Garten am schönsten.“

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