Bufdis in Heek
Rückenfreihalter vom Dienst

Nienborg -

Marina Böing kann sich gar nicht vorstellen, wie das wäre ohne ihn. Einrichtungen wie das Jugendhaus Zak kommen ohne ihre „Bufdis“ nicht aus. Die jungen Frauen und Männer, die im Bundesfreiwilligendienst (BFD) fürs Allgemeinwohl arbeiten, sind längst selbstverständlicher Bestandteil von Team und Programm. Nun beginnt die Suche aufs Neue.

Mittwoch, 03.05.2017, 06:05 Uhr

Marina Böing (l.) muss sich Ende Juli von Bufdi David Rörick (r.) verabschieden. Dann endet für ihn der Bundesfreiwilligendienst. Ab sofort können sich Schulabgänger wieder für die Stelle bewerben.
Marina Böing (l.) muss sich Ende Juli von Bufdi David Rörick (r.) verabschieden. Dann endet für ihn der Bundesfreiwilligendienst. Ab sofort können sich Schulabgänger wieder für die Stelle bewerben. Foto: Christiane Nitsche

„Es ist schon so, dass durch die Bufdis viel mehr Aktionen möglich sind“, sagt Jugendhaus-Leiterin Böing. „Die halten uns Mitarbeitern oft den Rücken frei.“ Sie lacht: „Zum Beispiel können wir jetzt sprechen.“

Während vorn im Jugendtreff gespielt und getobt wird, kann sich Marina Böing für organisatorische, administrative oder einzelne pädagogische Aufgaben ins Büro zurückziehen. Wäre David Rörick nicht da, der inzwischen vorn die Aufsicht führt, wäre das schwierig. Darum sucht das Zak-Team schon jetzt einen Nachfolger für David Rörick, denn der 20-Jährige beendet zum 31. Juli seine Zeit im Zak.

Unentschlossen, wie es weitergehen soll

„Ich war lange etwas unentschlossen, wie es weitergehen soll“, sagt er. Nach dem Abitur in Gronau habe er zunächst nicht gewusst, welchen Weg er einschlagen wolle. Dann habe er in der Zeitung gelesen, dass im Zak ein Bufdi gesucht werde.

„Ich hatte eigentlich nicht viel Erfahrung mit Jugendarbeit“, erzählt David Rörick. „Aber ich war dann einen Tag zum Probearbeiten hier.“ Alles andere habe er einfach auf sich zukommen lassen – mit positivem Fazit. „So wie ich es mir vorgestellt hatte, war es dann auch.“

Mal ein Spiel zusammen spielen, einen Ausflug begleiten, eine Pizza in den Ofen schieben, im Gruppenraum für Ordnung sorgen oder mit anpacken, wenn etwas gebaut, geräumt oder organisiert wird: Spaß im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, vielseitige Aufgaben und Arbeitszeiten, die es erlauben, länger zu schlafen – das habe ihm gefallen. „Natürlich ist es manchmal blöd, wenn man sich mit anderen treffen will und abends arbeitet, aber ich habe mich schnell an die Arbeitszeiten gewöhnt.“

Schnupperarbeiten

Flexibilität bei den Arbeitszeiten – das Jugendhaus öffnet nachmittags und abends – „dazu muss man bereit sein“, sagt Böing. Aber jeder, der Interesse an dem Job hat, kann einen oder zwei Tage zum Schnupperarbeiten kommen, um herauszufinden, ob es das Richtige ist. Bis jetzt habe sie aber nur gute Erfahrungen mit „ihren“ Bufdis gemacht. „Natürlich gibt es schon mal welche, die anfangs mehr Anleitung brauchen“, sagt sie. Aber weggeschickt worden sei in ihrer Zeit bisher niemand.

Besonders für junge Leute, die sich für ein sozialwissenschaftliches oder pädagogisches Studium interessieren, sei das Interimsjahr zwischen Schule und Universität ein guter Einstieg, findet Böing. Sie selbst habe seinerzeit ein freiwilliges soziales Jahr in einer Schule gemacht, wo geistig behinderte Kinder waren. „Für mich war das total spannend“, erinnert sie sich. „Man lernt im Studium viel Theorie“, sagt sie, „aber das kann man viel besser verarbeiten, wenn man mal in die Praxis Einblick bekommen hat.“

„Ich habe nichts verpasst“

Das sieht auch David Rörick so. Er ist überzeugt: „Ich habe nichts verpasst.“ Er würde jedem, der noch nicht genau weiß, was er machen will, das Bufdi-Programm empfehlen. „Mal etwas von verschiedenen Seiten wahrzunehmen und verschiedene Rollen anzunehmen“, habe er gelernt. Vielleicht helfe ihm das beim weiteren Werdegang dann auch. David Rörick will zur Polizei . „Die Zusage habe ich schon.“

Bufdis in Heek

Bufdi-Stellen gibt es in Heek am Jugendhaus Zak und in den Schulen. Bis Sommer sind sie besetzt. Idealerweise kommen Schulabgänger, aber nach oben gibt es keine Altersgrenze. Voraussetzung: Ende der Schulpflicht, im Zak auch Volljährigkeit. Es gibt ein Taschengeld. Wochenarbeitszeit: 39 Stunden.  | www.bundesfreiwilligendienst.de

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