Sehnsucht nach Frieden
Wanderausstellung im Heeker Rathaus

Heek -

Die Motive können irritieren oder sogar provozieren: Auf großformatigen Aufstellern zeigt eine Wanderausstellung in den Räumen der Gemeindeverwaltung Arbeiten von Jugendgruppen aus dem gesamten Kreisgebiet, die sich an einem Präventionsprojekt des Kreises Borken beteiligt haben.

Dienstag, 16.05.2017, 18:05 Uhr

Zum Besuch der Wanderausstellung laden (v.l.) Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff, Ute Isferding (Kreis Borken) und Landrat Kai Zwicker ein.
Zum Besuch der Wanderausstellung laden (v.l.) Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff, Ute Isferding (Kreis Borken) und Landrat Kai Zwicker ein. Foto: Nitsche

In Foto- und Filmworkshops haben die Jugendlichen verarbeitet, was sie rund ums Thema Flucht, Migration und Integration beschäftigt – von der Freude an der Vielfalt in der Gemeinschaft über die Sehnsucht nach Sicherheit und Frieden bis hin zu den Vorurteilen, die Flüchtlingen häufig begegnen.

„Alle Flüchtlinge sind kriminell“, heißt es da auf einer einem Magazintitel nachempfundenen Fotowand namens „Spiegelbild“. Das Entscheidende steht im Kleingedruckten unter dem „Titelfoto“ eines jungen Mannes mit Rucksack: „Es gibt keine Statistik, die belegt, dass Flüchtlinge öfter kriminell werden als andere Menschen“, heißt es da im „Faktencheck“ der vom Jugendwerk Raesfeld erstellten Arbeit. Auf anderen Wänden zeigen Jugendgruppen, wie sie gemeinsam feiern, in die Natur gehen oder in allen ihren Sprachen für Frieden appellieren.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Ergebnissen der Workshops, die unter professioneller Anleitung durchgeführt wurden. Weitere stehen im Netz. Ziel: Jugendliche vor Ort zum Besuch, zu Begegnung und Austausch motivieren. „Man muss sich mit den Bildern beschäftigen“, so Ute Isferding , die die Ausstellung auf den Weg gebracht hat, „auch das Kleingedruckte lesen“. Die Leiterin der Kinder- und Jugendförderung beim Kreis hofft, dass Gruppen aus den Schulen oder dem naheliegenden Jugendhaus die Ausstellung besuchen werden.

„Integration ist eine Mammutaufgabe“, sagt dazu Landrat Dr. Kai Zwicker , der zur Eröffnung der Ausstellung kam. „Die muss klappen.“ Der Jugendarbeit komme dabei eine besondere Aufgabe zu. Für junge Menschen sei es leichter, sich zu integrieren. „Kinder kommen relativ schnell rein“, sagt der Landrat.

„Wir haben festgestellt, dass viele Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit stark von Jugendlichen mit Fluchterfahrung frequentiert werden“, erklärt Ute Isferding. Die Leiterin der Kinder- und Jugendförderung beim Kreis hat die Ausstellung auf den Weg gebracht. „Wir ziehen über Land damit, weil die eigentliche Arbeit vor Ort läuft“, so Zwicker. „Ohne die Kommunen und die Ehrenamtlichen würden wir es nicht schaffen.“

► Die Wanderausstellung ist noch bis Montag (22. Mai) in der Gemeindeverwaltung zu sehen.

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