Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden
Ein Schwung für die Energiewende

Ahaus -

Mit einem Fehlbetrag von 13 887,65 Euro hat das erste Geschäftsjahr der Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden abgeschlossen. Die heute 794 Mitglieder der Genossenschaft setzen aber langfristig auf Dividendenausschüttungen von mindestens drei bis vier Prozent jährlich.

Donnerstag, 22.06.2017, 18:06 Uhr

Das Podium um Vorstand und Aufsichtsrat sowie Vorstandsmitglied Karl-Heinz Siekhaus (l.) bei der Vorstellung der Beteiligungen der Energiegenossenschaft.
Das Podium um Vorstand und Aufsichtsrat sowie Vorstandsmitglied Karl-Heinz Siekhaus (l.) bei der Vorstellung der Beteiligungen der Energiegenossenschaft. Foto: Bernd Schlusemann

Der Fehlbetrag im Rumpfgeschäftsjahr vom 22. Juni bis 31. Dezember 2016 hängt mit den Anlaufkosten der Energiegenossenschaft zusammen, der mittlerweile drei Windkraftanlagen gehören. An weiteren Anlagen in sechs Windparks in Ahaus, Heek und Legden ist die Energiegenossenschaft beteiligt.

Seit Februar hat die Bürgergenossenschaft Kaufverträge mit einem Volumen von über 20 Millionen Euro gezeichnet, berichtete Vorstandsmitglied Karl-Heinz Siekhaus am Mittwochabend im Kulturzentrum. Dort hatte zuvor Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Niehues rund 400 Mitglieder der Genossenschaft zur Jahreshauptversammlung begrüßt.

Gestern, vor genau einem Jahr wurde die Bürgergenossenschaft von 24 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Für 12 000 Euro zeichneten diese Genossenschaftsanteile und legten damit den Grundstein für ein Projekt, „das vor ein paar Jahren von den Bürgermeistern als Leader-Projekt auf den Weg gebracht wurde“, sagte Niehues.

Entsprechend „stolz“ war bei der ersten Generalversammlung Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken darüber, dass die Anteilseigner der Genossenschaft „breit gestreut“ sind. „Es war eine kühne Herausforderung, den Energiepark über drei Kommunen zu errichten“, blickte Kleweken zurück.

Zwischen 500 (ein Anteil) und maximal 10 000 Euro haben die Mitglieder der Energiegenossenschaft in ihre Beteiligung an den Windparkprojekten investiert. 21,75 der insgesamt 63,8 Megawatt Leistung der 18 Windkraftanlagen in den sechs Windparks gehören der Genossenschaft.

Das entspricht einer Stromproduktion von rund 55 Millionen Kilowatt, was für die Versorgung von fast 16 000 Haushalten ausreicht. Interessant: je Genossenschaftsanteil können 1,17 Haushalte mit Strom versorgt werden. Und: Das entspricht einer CO2-Einsparung von 3,06 Tonnen je Anteil und Jahr.

„Die Genossenschaft bringt die Energiewende für alle in Schwung“, schloss Karl-Heinz Siekhaus seinen Vortrag, ehe sein Vorstandskollege Gregor Ahler näher auf finanzielle Eckdaten einging. 19,7 Millionen Euro hat die Genossenschaft in die Übernahme von drei großen Windkraftanlagen investiert. Das wurde mit 3,9 Millionen Euro aus Genossenschaftskapital und 15,7 Millionen Euro aus Krediten finanziert. Die Zinsen der langfristigen Kredite sind dabei günstiger als die zu erwartende Dividende für die Mitglieder, erklärte Ahler.

Neben dieser Investition habe sich die Genossenschaft mit 3,7 Millionen Euro an weiteren Anlagen in vier Windparks in Ahaus, Heek und Legden beteiligt. Das Mitgliedskapital der Genossenschaft betrage über fünf Millionen Euro, ergänzte Vorstand Heinz Bendfeld. Die prognostiziere Rendite sei vorsichtig kalkuliert, „es kann auch mehr sein“, erklärte Ahler, dass in der Kalkulation von einem Rückbau der Anlagen nach 20 Jahren ausgegangen wird. Die Anlagen könnten aber auch länger laufen.

Zusammengefasst wertete Aufsichtsratsmitglied Michael Kersting die Zahlen als „solide Basis“, die das „hohe Maß an Vertrauen durch die Mitglieder“ bestätigten. Bei 20 Jahren gesetzlich garantierter Einspeisevergütung setzen die Mitglieder jetzt darauf, dass der Fehlbetrag im Rumpfgeschäftsjahr auch der Letzte war.

Investitionen

Seit Februar hat die Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden eG kräftig investiert:

► Kauf: zwei Anlagen in Ahaus-Quantwick für 14,2 Millionen Euro, eine Anlage im Legden-Isingort für 5,5 Millionen Euro.

► Beteiligungen an Windparks: Heek-Wichum für 724 000 Euro, Bürgerwind 2W in Heek für 1,2 Mio. Euro, in Heek Wexter Mark für 635 000 Euro so wie in Heek-Ahle, Dannenkamp, für 1,1 Millionen Euro.

► Genossenschaftsanteile: Von 15 300 Geschäftsanteilen zu je 500 Euro sind bereits 11 070 gezeichnet.

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