Kreuzschule
Austausch ohne Grenzen

Heek -

Deutsch, niederländisch, englisch – die jugendlichen Austauschschüler wissen sich zu verständigen. Dabei wechseln sie manchmal mitten im Satz die Sprache. Hauptsache man versteht sich. Und wenn gar nichts mehr geht, hilft der Online-Übersetzer. Und so tauschen sich die Schüler der Kreuzschule mit ihren Gastschülern aus dem niederländischen Aalten in drei Sprachen aus.

Mittwoch, 11.04.2018, 18:04 Uhr

28 Schüler und vier Lehrer feiern in dieser Woche deutsch-niederländische Freundschaft.
28 Schüler und vier Lehrer feiern in dieser Woche deutsch-niederländische Freundschaft. Foto: Falko Bastos

Das Austauschprojekt findet in dieser Woche zum sechsten Mal statt. 14 Niederländer waren ab Sonntag in Heek zu Gast und seit Mittwoch besuchen 14 Kreuzschüler ihre Austauschschüler in Aalten.

„Die Erfahrungen sind sehr positiv“, sagt Lehrerin Marie Kristin Llausha , die das Projekt mitbetreut. „Die Schüler haben viel Spaß und lernen etwas über ihr Nachbarland.“ Und so ist für die Niederländer einiges ungewohnt. „Schulbusse gibt es bei uns nicht, bei uns fahren fast alle Fahrrad“, sagt Sandra van den Bosse vom Christelijk College Schaersvoorde.

„Und dort gibt es kein Mittagessen in der Schule“, ergänzt Llausha. Dafür ist der Umgang mit Medien offener. In den Niederlanden dürfen die Schüler ihre Smartphones in der Schule nutzen und bekommen dafür einen W-Lan-Zugang. Auch das Schulsystem ist anders aufgebaut, denn in den Niederlanden geht die Grundschule von vier bis zwölf Jahren.

„Bei uns ist alles viel kleiner“, stellt Margo fest. Manon vermisst nur ihre Schokostreusel zum Frühstück. Den beiden Aaltener Schülerinnen gefällt es gut in Heek. „Nienborg is leuker“, versuchen die beiden Nienborgerinnen Julia und Alina ihre Gäste zu überzeugen – „Nienborg ist besser.“

Eine Woche dauert das Austauschprojekt, das im Rahmen des Interreg-Programms Deutschland-Nederland ermöglicht und von der EU mitfinanziert wird. 14 von 22 Schülern aus dem Wahlpflicht-Kurs Niederländisch an der Kreuzschule haben sich dafür gemeldet.

Nach dem Empfang im Rathaus und einer Betriebsbesichtigung bei 2G stand eine Radtour durch Heek an. Auch einen Tagesausflug nach Münster unternahmen die Schüler. Beim Besuch im Nachbarland geht es für die Gruppe nach Amsterdam.

Aber viel wichtiger als das Programm sei die gemeinsame Freizeit, findet Sandra van den Bosse. „Die Schüler reden viel miteinander und finden schnell neue Freunde.“

Mit dem Kauderwelsch aus drei Sprachen hat sie kein Problem. „Die Schüler lernen, dass man kommunizieren kann, ohne eine Sprache sehr gut zu beherrschen.“ Und: „Es ist besser, Fehler zu machen, als gar nicht zu sprechen.“

Und so sprechen sie wild durcheinander. Kennengelernt hatten sich die Schüler schon über die sozialen Medien. „Facebook, Snapchat, Instagram“, zählt Manon auf. Darin unterscheiden sich deutsche und niederländische Jugendliche also schon mal nicht.

Aalten ist eine Grenzstadt, die direkt an Bocholt grenzt. Rund 2000 Schüler besuchen die Schulgemeinschaft Christelijk College Schaersvoorde an vier Standorten in Aalten, Dinxperlo und Winterswijk.

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