Bezirksbeamter geht in den Ruhestand
Matlik: Es bleibt viel hängen

Heek -

„Ja, Heek und Nienborg sind zu meinem zweiten Zuhause geworden. 15 Jahre und neun Monate habe ich hier verbracht. Da bleibt viel hängen.“ Mathias Matlik stockt kurz, bevor er weiterspricht: „Es hat mir auch viel Spaß gemacht. Man kennt die Menschen, hat in den Jahren einen engen Kontakt zu vielen aufgebaut.“ Ende des Monats ist diese Ära allerdings zu Ende: Der „Dorfsheriff“ geht in den vorzeitigen Ruhestand.

Freitag, 13.07.2018, 18:30 Uhr

Nach mehr als 15 Jahren verlässt Polizeihauptkommissar Mathias Matlik jetzt das Rathaus in Heek. Der „Dorfsheriff“ tritt in den vorzeitigen Ruhestand.
Nach mehr als 15 Jahren verlässt Polizeihauptkommissar Mathias Matlik jetzt das Rathaus in Heek. Der „Dorfsheriff“ tritt in den vorzeitigen Ruhestand. Foto: Susanne Menzel

„Mein Dienstherr ermöglicht mir – mit Abschlägen – diesen Schritt. Und da ich gesundheitlich etwas angeschlagen war, nehme ich diese Möglichkeit in Anspruch“, erklärt der in Bad Bentheim lebende Polizeihauptkommissar.

Gebürtig aus Nordwalde, hat Mathias Matlik einige Stationen in seinem Berufsleben kennengelernt: Gladbeck, Bottrop, aber auch die Wache in Ahaus waren vor den Jahren in Heek seine Einsatzbereiche. „Das war teilweise schon etwas anderes als die dörfliche und überschaubare Struktur, die ich hier vorgefunden habe“, sagt der 60-Jährige. „Hier habe ich manche Bürgerinnen und Bürger quasi im Kindergarten kennengelernt und sie bis heute, als junge Erwachsene, begleitet.“

Vor allem in den Kindergärten sowie Schulen war der Bezirksbeamte gerne präsent: „Da habe ich den Mädchen und Jungen von meiner Arbeit erzählt oder sie auch schon mal im Streifenwagen sitzen lassen.“ Das Dankeschön hängt hinter seinem Schreibtisch, in seinem Büro im Rathaus: Kinderbilder in bunten Farben.

Vor allem diese persönliche Nähe, die hat Matlik geschätzt: „Ich bin hier oft sehr sportlich, als schnelle Fußstreife, unterwegs gewesen. Dabei kommt man auch mal in Ecken, die man mit einem Auto nicht immer erreicht.“ Und man trifft Menschen, mit denen man ins Gespräch kommt. „Gerade die Älteren haben es auch genossen, einen Ansprechpartner der Polizei vor Ort zu haben“, weiß der Beamte: „Regelmäßig kamen manche vorbei, um sich den ein oder anderen Rat zu holen. Ich darf zwar keine Rechtsauskunft geben, aber ich konnte dann sagen: Ich würde das so oder so machen. Das nimmt zudem ein wenig die Angst vor der Uniform, die einige doch noch immer haben.“

Dörfliche Struktur – das bedeutet sicherlich weniger Kriminalität als in der Großstadt, aber „eine Insel der Glückseligen ist das Dorf deshalb noch lange nicht“, betont Matlik. „Kriminalität gibt es hier auch. Nur ist sie anders gelagert.“ Da er den Dienst als Einzelperson versehen hat, „habe ich immer auf meine Sicherheit achten müssen. Und beispielsweise durchaus eine Schutzweste unter der Jacke getragen.“

Vor allem die Zusammenarbeit mit den Schulen sowie den Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung „war stets sehr eng. Manche waren meine zusätzlichen Augen und Ohren und haben mich angesprochen, wenn ihnen etwas aufgefallen ist“, lobt er. Wobei er stets nach der Maxime gehandelt habe: „Behandele die Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.“

Vermissen, so gibt Mathias Matlik offen zu, werde er seine Arbeit schon: „Es ist ein mulmiges Gefühl zu gehen.“ Das allerdings wird vermutlich nicht allzu lange anhalten. Denn daheim, in Bad Bentheim, wartet ein großes Grünareal auf den leidenschaftlichen Hobbygärtner. „Da grabe ich nicht mehr mit dem Spaten, sondern mit Maschinen“, lacht der 60-Jährige. Außerdem möchte er mit seiner Frau demnächst häufiger verreisen – wenn denn beide einen Kompromiss über das Urlaubsziel gefunden haben. „Meine Frau zieht es eher in den Süden, mich zum Fischen in den Norden“, verrät Matlik.

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