Ausbildung trotz Ablehnung
Viele Flüchtlinge finden einen Job

Nienborg -

Auf der einen Seite gibt es die Geschichten über Gewalt und Abschiebungen – auf der anderen Seite jene über neue Freundschaften, neue Mitarbeiter, neue Sportkameraden. Von Anfang an zeigten sich die Nienborger und Heeker offen gegenüber den Geflüchteten. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Samstag, 11.08.2018, 06:00 Uhr
Wohnen in dem Haus Nummer 5 in der Niestadt: (v.l.) Najib Sarwary, Kayhan Jafari und Nassim Mohammady. Eigene Wohnungen zu finden, ist für Geflüchtete fast unmöglich, sagen die Helfer.
Wohnen in dem Haus Nummer 5 in der Niestadt: (v.l.) Najib Sarwary, Kayhan Jafari und Nassim Mohammady. Eigene Wohnungen zu finden, ist für Geflüchtete fast unmöglich, sagen die Helfer. Foto: Meiring

„Fast alle haben mittlerweile eine Arbeit gefunden“, sagt Christian Funke. Manche eine feste Stelle, manche eine Ausbildung, manche ein Praktikum. „Das kommt natürlich positiv an, wenn sie sich selbst versorgen.“

65 anerkannte Flüchtlinge leben derzeit in Heek, 36 befinden sich noch im laufenden Asylverfahren, 24 haben bereits eine Ablehnung erhalten. „Unsere Bescheide sind alle negativ“, sagt etwa der Afghane Najib Sarwary , der in der Niestadt wohnt und dort auf dem Sessel neben seinen Mitbewohnern Kayhan Jafari und Nassim Mohammady sitzt. Aktuell hat der 19-Jährige einen Übergangsjob, im Januar beginnt er eine Ausbildung zum Lkw-Fahrer. „Zumindest für die Ausbildung dürfen die Flüchtlinge bleiben, auch bei negativem Bescheid“, sagt Ulla Silva. Vier Flüchtlinge hat sie in der Vergangenheit schon zum Verwaltungsgericht nach Münster begleitet, alle klagten gegen ihren negativen Bescheid. Alle ohne Erfolg.

Der gebürtige Afghane Nassim Mohammady ist derzeit Azubi beim Energie- und Gebäudetechniker Rulle in Heek. Einfach ist das nicht, gibt er ohne Umschweife zu. „Vor allem mit der Sprache ist es schwer“, sagt der 19-Jährige. Besonders in der Berufsschule. Trotzdem kann und will sich keiner der drei Mitbewohner vorstellen, zurück nach Afghanistan zu gehen. „Dort wird die Situation jeden Tag schlechter“, meint Najib Sarwary. Drei Jahre ist er schon in Deutschland, sein Deutsch wird immer besser, gemeinsam mit den anderen beiden hat er zudem begonnen, in einer Fahrschule in Ahaus den Führerschein zu machen. Doch das Wichtigste für ihn sind nach wie vor: „die Papiere“, wie er sagt. Immer im Hinterkopf haben er, Nassim Mohammady und Kayhan Jafari daher nur ein Wort: negativ.

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