Messe im Haus Keppelborg
Vegane Vielfalt weckt Neugierde

Nienborg -

„Ich will Neugierde wecken. Entscheiden muss jeder selber“, fasst Ingrid Hagen die Motivation in zwei Sätzen zusammen, die hinter der fünften veganen Messe im Münsterland steht. Dazu hatte die Metelenerin erstmals das Haus Keppelborg als Veranstaltungsort gewählt.

Montag, 05.11.2018, 09:54 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 04.11.2018, 18:20 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 05.11.2018, 09:54 Uhr
Vor der Keppelborg konnten die Besucher aus zahlreichen unterschiedlichen Pilzsorten wählen.
Vor der Keppelborg konnten die Besucher aus zahlreichen unterschiedlichen Pilzsorten wählen. Foto: Susanne Menzel

„Das Fünf-Gang-Menü hat die meisten Gäste vor allem wegen seiner Vielfalt sehr überrascht“, freute sich Ingrid Hagen, die sich dafür selbst an den Herd gestellt hatte. „Bis Mitternacht haben wir am Kamin zusammengesessen und gute Gespräche geführt.“ Zuvor gab es Brot mit Nett, einer Mett-Alternative auf Avocado-Basis, eine Möhrensuppe, einen Bunte-Beete-Sauerkraut-Strudel auf lindgrüner Soße, Spaghetti-Kürbis mit Cashew-Käse-Soße und ein Schokodessert mit Pfirsich-Maracuja-Fruchtessig.

Auf der Messe selbst reichte das Angebot am Sonntag weit über das Thema Ernährung hinaus. Obwohl gerade die Ernährung ihr besonders am Herzen liegt. „Allem voran das Thema Milch habe ich bewusst aufgegriffen und direkt am Eingang unser Kalb Milki-Boy platziert“, betonte die Metelenerin: „Ich hatte gerade jüngst im Supermarkt das Erlebnis, dass eine erwachsene Frau mir erzählt hat, sie erhalte die Trinkmilch nicht von der Kuh, sondern kaufe sie im Discounter.“ Dass Kälber sofort nach ihrer Geburt von der Mutter getrennt werden und deren Milch dem Menschen statt dem eigenen Nachwuchs zur Verfügung steht, ist ein Vorgang, „gegen den ich mich aus tiefster Überzeugung ausspreche“, betonte Hagen.

Bei der Auswahl der Messeaussteller habe sie darauf geachtet, sowohl den Lebensmittel- als auch den Beauty- und Haushaltsbereich abzudecken. So stellte ein Schöppinger Imker vegane Kerzen vor, ein junges Unternehmen aus Leipzig einen „Sauberkasten“. In dem sind Mittel rund ums Waschen und Putzen enthalten. „Ich selbst benutze für die Waschmaschine Kastanien und Efeublätter als Waschmittelalternative. Aber wer nicht so tief in der Materie verankert ist, bekommt mit dem Sauberkasten einfache und leicht anwendbare Produkte.“

Rohkost, Kräuter, Kaffee, Früchte in Bio-Qualität von Kleinbauern aus Südspanien, Magnetschmuck oder fast das gesamte Warensortiment aus dem einzig veganen Laden im Münsterland, mit Sitz in Nottuln, gab es testen.

„1144 Gläser Marmelade habe ich im vergangenen Jahr zubereitet. In diesem Jahr sind es schon über 900 – und ich bin noch nicht am End“, erzählt die Gronauerin Elisabeth Bollwerk schmunzelnd. Der Erlös, so Elisabeth und Hans Bollwerk, geht seit Jahren an das Kinder- und Jugendhospiz Joshuas Engelreich in Wilhelmshaven. Über 7000 Euro sind schon zusammengekommen.

Einen Raum weiter, in der Schönheitsabteilung, hat inzwischen Birgitt Kleinert auf dem Stuhl von Birgit Brodde Platz genommen, die Wellnessmassagen anbietet. „Herrlich“, genießt die Kundin das sanfte Kreisen der Finger über ihre Kopfhaut. Nebenan zeigt Frisörmeisterin Anja Kalze (Rheine) besondere Schminkmöglichkeiten mit Naturkosmetik.

Welche Möglichkeiten rund ums eigene Haus stecken, erklärte Dorothee Hahne. Innerhalb eines Jahres, so die Schöppingerin stolz, hat sie ihren Garten so umgestaltet, dass sie sich daraus zum überwiegenden Teil selbst versorgen kann: „Es war wie bei einer Metamorphose. Mit ein wenig Kreativität und dem Mut zum Ausprobieren wird selbst der kleinste Garten zur Vitaminbombe.“

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