69-Jährige hat Spuren hinterlassen
Theo Nacke ist nach 25 Jahren aus dem Kirchenvorstand ausgeschieden

Nienborg -

Kirchenvorstand. Für Theo Nacke ein sehr interessantes Amt. Doch nach 25 Jahren ist der Nienborger jetzt bei den Wahlen nicht wieder angetreten. Aber der 69-Jährige hat jede Menge Spuren hinterlassen.

Donnerstag, 22.11.2018, 18:00 Uhr
Die Umgestaltung des Nienborger Friedhofs mit der Einsegnungs- und Leichenhalle ist das größte Projekt, das Theo Nacke während seiner Zeit als Kirchenvorstand vorangetrieben hat.
Die Umgestaltung des Nienborger Friedhofs mit der Einsegnungs- und Leichenhalle ist das größte Projekt, das Theo Nacke während seiner Zeit als Kirchenvorstand vorangetrieben hat. Foto: Rupert Joemann

Kirchenvorstand. Für Theo Nacke ein sehr interessantes Amt. Doch nach 25 Jahren ist der Nienborger bei den Wahlen am vergangenen Wochenende nicht wieder angetreten. Ein Vierteljahrhundert, das reicht. Aber der 69-Jährige hat jede Menge Spuren hinterlassen.

Vor allem die Einsegnungshalle und die Leichenhalle sowie die Neugestaltung des Friedhofs gehen auf das Engagement von Theo Nacke sowie Johannes Buss und Hans Mayer zurück. Nacke erinnert sich noch gut an die Jahre 2000 und 2001, als das Großprojekt von der damals noch selbstständigen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul gestemmt wurde.

Ein Teil des am bestehenden Friedhof angrenzenden Grundstücks wurde an K & K verkauft. „Das war der finanzielle Grundstock“, erzählt Nacke. Der Rest lief viel über ehrenamtliche Arbeit der Nienborger. Da rief Nacke schon mal Handwerker an, ob sie nicht am nächsten Tag noch mit anpacken könnten. Die Leute kamen. „Das ganze Dorf hat geholfen“, ist der verheiratete Vater vierer Töchter stolz auf den Zusammenhalt im Dorf.

Auch nach der Fusion 2003 mit St. Ludgerus Heek zur Kirchengemeinde Heilig Kreuz gehörte er dem Kirchenvorstand an, die vergangenen sechs Jahre als stellvertretender Vorsitzender. Er wollte in der fusionierten Gemeinde die Interessen des Ortsteils vertreten.

Nacke hat aber auch festgestellt: Das finanzielle Volumen und die Arbeit nahmen mit der Fusion deutlich zu. Das ist nicht jedermanns Sache. Viele brächten seiner Überzeugung nach zwar die Fähigkeit mit, seien aber häufig beruflich ausgelastet. Und andere Kandidaten? Die winken schnell ab und „tun sich das nicht an“. Dabei könnte der Kirchenvorstand durchaus viel bewegen.

Vor Entscheidungen hat er sich nie gedrückt. „Man macht es den Leuten nicht immer recht“, weiß Nacke aus Erfahrung. Kritik müsse man schon aushalten können. „Kritik üben, kann jeder. Besser machen ist meistens was anderes.“

Der gelernte Bankkaufmann engagierte sich vor allem im Liegenschaftsausschuss. „Harte Fakten“, das sind sein Ding. „Das war auch beruflich mein täglich Brot“, so der ehemalige Mitarbeiter der Sparkasse Gronau.

Die Kirchengemeinde ist für den 69-Jährigen ein mittelständisches Unternehmen. Bei einem Haushaltsvolumen von 4,5 Millionen Euro kein Wunder. 2,6 bis 2,7 Millionen fließen davon alleine in den Betrieb der fünf Kindergärten der katholischen Kirchengemeinde.

Aber auch über andere Immobilien verfügt die Kirchengemeinde. So kaufte sie ein Haus und stellte dieses der Gemeinde für Flüchtlinge zur Verfügung.

Als die Kirchengemeinde das Haus später wieder verkaufen wollte, zeigte sich der Kirchenvorstand wenig optimistisch, dass Theo Nacke es überhaupt loswürde. Es kam ganz anders. „So 100 Besichtigungen habe ich gehabt. Das war schon eine Hausnummer“, erinnert sich Nacke. Letztlich ging das Haus an einen Mann aus Ochtrup.

Bei der täglichen Arbeit hat der Rentner „das Gefühl, dass die Anforderungen vom Bistum angezogen“ werden. So müsste auf viele Regularien geachtet werden. Erschwerend käme hinzu, dass sich das Bistum immer noch vorbehalte, in wichtige Entscheidungen einzugreifen.

Trotz alledem, für Theo Nacke ist das Amt ein sehr interessantes. „Man guckt hinter viele Probleme und erhält Kontakt mit der Bevölkerung. Wenn man sich rein knie, „blickt man in viele Geschäftsfelder“. Das erweitere den persönlichen Horizont. Landwirtschaftliche Prämien, Kinderbildungsgesetz sind nur zwei Beispiele dafür.

Auch wenn Nacke jetzt aus dem Kirchenvorstand ausgeschieden ist, viel ruhiger dürfte es für den 69-Jährigen nicht werden. Denn er sitzt weiter für die CDU im Gemeinderat, Bau,-, Betriebs-, Rechnungsprüfungs- sowie im Wahlprüfungsausschuss. Zudem wurde er Anfang des Jahres für weitere fünf Jahre zum Schiedsmann gewählt und ist Kassierer sowie Schriftführer bei einer Jagdgenossenschaft.

Aufgaben, bei denen er noch jede Menge Spuren hinterlassen kann.

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