Geläute von der Ludgeruskirche restauriert
Glocken sind wieder da

Heek -

„Sie sind wieder zurück.“ In der Stimme von Kirchenvorstandsmitglied Franz-Josef Kösters war die Freude deutlich zu hören. „Sie“, das sind drei der vier Glocken aus der Ludgeruskirche, die Mitte September ausgebaut und zur Generalüberholung zu einem Fachunternehmen nach Bayern geschickt worden waren.

Freitag, 30.11.2018, 18:30 Uhr
Spätestens zur Christmette sollen die Glocken wieder läuten.
Spätestens zur Christmette sollen die Glocken wieder läuten. Foto: Menzel

Bei der gut eine Tonne schweren und 116 Zentimeter im Durchmesser breiten Salvatorglocke aus dem Jahr 1724, der 700 Kilo schweren und 102 cm (im Durchmesser) breiten Marienglocke (ebenfalls Jahrgang 1724) wie auch bei der Ludgerus-Glocke (Angelusläuten, Jahrgang 1546, 500 Kg schwer und 96 Zentimeter im Durchmesser) hatte der Zahn der Zeit deutliche Spuren hinterlassen. Durch den Anschlag am Material ist dieses teilweise uneben und wesentlich dünner geworden. Mitunter wurde deshalb der Anschlag schon um 90 Grad gedreht, dafür eine entsprechende Platte zur Aufhängung des „Klöppels“ angebracht. „Jetzt sehen sie zumindest von außen schon wieder prima aus“, sagte Kösters . Gespannt wartet er darauf, auch das Innere in Augenschein nehmen zu können.

Bereits am Mittwochabend waren sie angeliefert worden. „Mitten in der Nacht konnten sie aber natürlich nicht mehr an Ort und Stelle verbracht werden“, so Kösters. Auf dem Kirchplatz stehen lassen wollten sie die Verantwortlichen allerdings auch nicht: „Da wollten wir kein Risiko eingehen.“ Dafür war die Doppelgarage eines Kollegen genau passend.

Dann ging’s am nächsten Tag an die Montage. Per Hubsteiger wurden zunächst die Joche zur Aufhängung wieder nach oben gezogen und durch das schmale Westfenster gehievt. An Ort und Stelle vormontiert, folgten dann nacheinander die drei Glocken. In der Folge wurden diese an ihre exakte Position gezogen.

Läuten können die Glocken aber noch nicht. „So schnell geht das nicht. Es folgt jetzt erst einmal die Elektrik, die für die Glocken installiert wurde und angeschlossen werden muss.“

Die „in Öl gebadeten“ Läute-Maschinen im Glocken-Turm hatten Fachleute in den letzten Wochen durch neue Technik ersetzt. Auch die marode Steuerungstechnik bekam eine Verjüngungskur. „Wir haben uns für Linear-Antriebe entschieden, wie sie in der Agatha-Kirche in Epe eingesetzt werden. Dabei ist ein weiches Anfahren des Glockengeläuts gewährleistet. Die bisherige Kettenmechanik entfällt.“

Für die Aufhängung der Glocken, das so genannte Glockenjoch, war die Stahlkonstruktion durch Eichenbalken ersetzt worden. Das Holz soll verhindern, dass der Schall aufs Mauerwerk übertragen wird und dieses eventuell schädigt. Ebenso wurde der stählerne Glockenstuhl durch ein Eichengerüst ersetzt. Darüber hinaus hatte ein Steinmetz die Wände sandgestrahlt. Kösters: „Dies Arbeiten in der Summe waren eine dringende Notwendigkeit.“

Spätestens zur Christmette sollen die Töne wieder zum Kirchgang einladen. „Das jedenfalls ist auftragsmäßig fest vereinbart worden“, sagt Franz-Josef Kösters.

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