Klimaschutzkonzept
Acht Millionen Euro für Energie

Heek -

Der Heeker Rat hatte im Juli dem Fachbüro Gertec den Auftrag erteilt, ein „integriertes Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept“ zu erarbeiten. Andreas Hübner von der Ingenieurgesellschaft Gertec stellte nun den aktuellen Stand vor.

Donnerstag, 06.12.2018, 06:00 Uhr
Solaranlagen sind eine von vielen Möglichkeiten, um Energiekosten im eigenen Haushalt zu senken. Auch das soll Thema im Klimakonzept der Gemeinde Heek sein.
Solaranlagen sind eine von vielen Möglichkeiten, um Energiekosten im eigenen Haushalt zu senken. Auch das soll Thema im Klimakonzept der Gemeinde Heek sein. Foto: Colourbox

Noch ist alles recht abstrakt. Von Bestandsaufnahme ist da beim geplanten Klimaschutzkonzept die Rede, von Potenzialanalysen, von Zieldefinitionen – doch neben diesen Worthülsen gibt es auch konkrete Zahlen. Etwa die, dass die Haushalte in Heek im Schnitt 18 Prozent der Energiekosten tragen, und dabei rund 8,6 Millionen Euro ausgeben. 5,6 Millionen Euro für Heizkosten, drei Millionen Euro für Strom.

„Geld, das somit nicht für andere Dinge zur Verfügung steht“, sagte Andreas Hübner von der Ingenieurgesellschaft Gertec in der vergangenen Bauausschusssitzung. Der Heeker Rat hatte im Juli dem Fachbüro Gertec den Auftrag erteilt, ein „integriertes Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept“ zu erarbeiten. Hübner stellte nun den aktuellen Stand vor. Und dabei war ihm wichtig, das Thema auf den kommunalen Raum herunterzubrechen.

Denn der Energieverbrauch steigt und steigt. Von 1990 bis 2016 im Schnitt um 26 Prozent, wie Gertec für Heek vorrechnete. Das interessante daran: Trotzdem sinkt die Treibhausgasentwicklung pro Kopf. Allerdings längst nicht genug, um die vereinbarten Klimaziele in der Zukunft zu erreichen.

Der Anteil der kommunalen Gebäude an den Emissionen ist zwar gering. Größter Anteil hier hat der Verkehr (44 Prozent), gefolgt von der Wirtschaft (38 Prozent) und den privaten Haushalten (17 Prozent). Weniger als ein Prozent der Treibhausgas-Emissionen werden dagegen durch kommunale Gebäude produziert. Aber trotzdem kann die Gemeinde etwas machen, betonte Hübner: Sie kann andere überzeugen, bestimmte Ideen und Forderungen umsetzen. „Andere“, damit meint Hübner nicht nur wirtschaftliche Akteure in der Kommune. Auch in privaten Haushalte ließe sich mit Blick auf den Energieverbrauch viel verbessern – allein etwa durch den Austausch alter Heizungen.

Alle sollen nun daran mitwirken, Maßnahmen zu entwickeln, die dann in das Klimaschutzkonzept der Gemeinde münden.

Bei der Beteiligung verschiedener Akteure gibt es mehrere Bausteine:

►  Prozessbegleitender Beirat: Dieser soll aus zehn bis zwölf Personen bestehen. Darin vertreten sein sollen Politiker, Versorger, Stadtplaner, Banken sowie Wirtschaftsvertreter aus den Bereichen Heizung, Sanitär und Energie. „Für den Beirat sind drei Treffen vorgesehen, in denen die Beteiligten inhaltlichen Input sammeln, der in das spezifische Klimaschutzkonzept für Heek fließt“, erläuterte Hübner. Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff betonte, dass explizit auch jene angesprochen seien, „die wir derzeit vielleicht nicht auf dem Schirm haben“. Er hoffe auf eine breite Beteiligung.

►  Projektwerkstätten: Darin sollen bestimmte Ansätze und Ideen weiterentwickelt und konkretisiert werden. Mögliche Themen können etwa die Nutzung erneuerbarer Energien, Mobilität oder die Energieeinsparung im Gewerbe sein.

►  Klima-Café: Hierzu eingeladen sind alle Bürger. Sie sollen in Tischgesprächen Vorschläge und Ideen für den Klimaschutz in Heek sammeln.

Alle Ergebnisse sollen in einen Maßnahmenkatalog fließen, der dann einen konkreten Zeit- und Kostenplan enthält. Dieser Katalog soll Ende Juli fertig sein, sagte Hübner. Dann folgt der finale „Politische Beschluss des Klimaschutzkonzeptes“ – und es kann an die Umsetzung gehen.

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