Neues Instrument für den Musikverein
„Schwerstarbeit“ an der Tuba

Nienborg -

Da sage noch mal jemand, das Musizieren auf einem Instrument im Blasorchester ist einfache Arbeit. Auf „Schwerstarbeit“ kann sich zukünftig Jan Hoge vom Musikverein Nienborg einstellen. Kurz vor Weihnachten hat der Verein eine neue Tuba angeschafft, eine „B&S-B-Tuba GR 55-L“. Das Instrument bringt stolze 11,5 Kilogramm auf die Waage. Es ist fast einen Meter hoch und der Schallbecher misst im Durchmesser 48 Zentimeter.

Mittwoch, 09.01.2019, 18:06 Uhr aktualisiert: 10.01.2019, 16:18 Uhr
Christian Niehues (Sparkasse Westmünsterland, Beratungscenter „Am Gabelpunkt“, v.l.), Heidi Schiller, Achim Pradel und Jan Hoge freuen sich über das neue Instrument.
Christian Niehues (Sparkasse Westmünsterland, Beratungscenter „Am Gabelpunkt“, v.l.), Heidi Schiller, Achim Pradel und Jan Hoge freuen sich über das neue Instrument. Foto: Musikverein Nienborg

„Wir sind froh, dass wir mit Jan Hoge einen jungen Musiker gefunden haben, der dieses Schmuckstück spielt“, sagt die Zweite Vorsitzende Heidi Schiller . Inklusive Zubehör hat das Metallblasinstrument 9000 Euro gekostet. „Eine stolze Summe, die der Verein selbst nicht stemmen kann. Das übersteigt die Möglichkeiten eines Laienorchesters“, sagt Schiller. 6000 Euro erhielt es daher aus dem Fördertopf „Investitionsfonds kulturelle Infrastruktur“ des Landes NRW. Insgesamt 3,25 Millionen stellte das Land Ende des vergangenen Jahres dafür zur Verfügung. In einem Juryverfahren erhielten 270 Projekte aus NRW eine Förderzusage, insgesamt gingen 1100 Anträge ein.

Die Sparkasse Westmünsterland hat zudem 1000 Euro bereitgestellt für umfangreiches Zubehör. Hierzu gehören etwa ein Hartschalenkoffer, ein Rucksacktragegurt und ein Instrumentenständer. Christian Niehues, Leiter des Sparkassen-Beratungscenters „Am Gabelpunkt“, war am Montag im Probenraum erstaunt, als er den großen Koffer mit dem Instrument und den zahlreichen Utensilien sah. Die Restsumme steuerte der Musikverein bei und erfüllte damit die Bedingung für die Förderung, eine angemessene Eigenleistung zu erbringen.

„Ohne Bass keinen Spaß!“, freut sich Dirigent Achim Pradel über das neue Instrument. „Die Tuba ist für das Blasorchester sehr wichtig. Denn die tiefen Instrumente bilden das Fundament im Klang eines Orchesters.“ Die B&S GR-55 überzeugt durch eine leichte und erstklassige Ansprache sowie durch eine hervorragende Intonation und einen großen, sonoren Ton. „Allein das Perantucci-Mundstück ist schon etwas ganz Besonderes“, sagt Jan Hoge. Ihm ist die Freude über das neue Instrument deutlich anzumerken, hat er sich damit schon intensiv auseinandersetzt.

Erstmalig hatte Hoge die Tuba beim Lebendigen Adventskalender des Jugendorchester und beim Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche im Einsatz. „In den ersten Jahren nehme ich das Instrument nicht mit zum Schützenfest. Das ist viel zu schade, dafür ist die alte Tuba noch gut genug“, sagt er und lacht.

Bei Achim Pradel erlernte er das Musizieren auf dem Tenorhorn. „Davor spielte er Akkordeon und kannte sich mit Noten und Notenwerten aus. Deshalb ging es in der Ausbildung auch sehr schnell und Jan spielt schon nach eineinhalb Jahren im Orchester“, erzählt Pradel. Der musikalische Leiter ist froh, dass er nun neben Stephan Naber einen zweiten Mann an diesem Instrument hat. Damit kann der Verein sein ältestes Schätzchen an die Seite legen: eine mehr als 100 Jahre alte, noch spielfähige, Tuba. Die hatte das 1924 gegründete Orchester in den Anfangsjahren von einem Gronauer Verein übernommen. Das Instrument wurde vor einigen Wochen überholt und kann im Notfall eingesetzt werden.

► Das Jahreskonzert des Musikvereins mit der neuen Tuba findet am 30. März (Samstag) im Konzertsaal der Landesmusikakademie statt. Zur Vorbereitung kommen die Musiker am morgigen Freitag und Samstag (12. Januar) in der Grundschule und in der LMA zusammen.

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