Helfen ja, aber nicht längerfristig
Frauengemeinschaft sucht neue Vorstandsmitglieder

Nienborg -

Prächtig amüsiert hatten sich beim bunten Abend der KFD Nienborg die Besucher. Die Theatergruppe der Frauengemeinschaft sorgte für viele lustige Momente. Aber die Vorstandsarbeit der KFD lastet seit Jahren auf den gleichen Schultern.

Samstag, 02.02.2019, 06:00 Uhr
Aber bitte mit Sahne. Auch beim vergangenen bunten Abend unterhielt die KFD-Theatergruppe wieder viele Besucher.
Aber bitte mit Sahne. Auch beim vergangenen bunten Abend unterhielt die KFD-Theatergruppe wieder viele Besucher. Foto: Susanne Menzel

Prächtig amüsiert hatten sich beim bunten Abend der KFD Nienborg die zahlreichen Besucher. Die Theatergruppe der Frauengemeinschaft sorgte für viele lustige Momente. Doch ein solcher Auftritt benötigt Helfer im Hintergrund. Aber die Vorstandsarbeit der KFD lastet seit Jahren auf den gleichen Schultern.

Eins ist Schriftführerin Birgit Hericks ganz wichtig zu betonen: „Helferinnen, die uns bei einzelnen Veranstaltungen unterstützen, haben wir genug. Da können wir uns nicht beklagen.“ Was fehlt, sind Frauen für den Vorstand. Zum Teil über 20 Jahren sind die heutigen Vorstandsmitglieder dabei. Sie wünschen sich jüngere Mitglieder, die mit neuen Ideen frischen Wind bringen. „Man selbst hat seine festen Strukturen“, wissen die Vorstände um die Gefahr, der festgefahrenen Routine.

Als sich Birgit Hericks zum ersten Mal zur Wahl stellte, „hatten wir mehr Kandidaten als wir brauchten“. So zog sie ihre Kandidatur zurück und fing als Bezirkshelferin an. „Die Frauen wollen sich nicht mehr binden“, sagt die 2. Vorsitzende Annette Mieling .

Die aktuellen Vorstandsmitglieder haben dafür durchaus Verständnis. Viele jüngere Frauen seien heute vielfach voll berufstätig. Dazu kämen Familie und Haus. Das alles sei sehr zeitintensiv, so die Vorstände. Außerdem habe sich das Freizeitverhalten verändert.

Dabei ist die Arbeit bei der Frauengemeinschaft weniger geworden. „Früher haben wir den handschriftlichen Kassenbericht noch fast eine Stunde lang vorgelesen“, nennt Annette Mieling schmunzelnd ein kleines Beispiel. Das musste alles vorbereitet werden. Heute konzentriert sich der Vorstand auf das Wesentliche. So hoffen die Verantwortlichen auf weitere Mitstreiter, um die Aufgaben mehr verteilen zu können. Überlastet werde niemand, verspricht die Vorstandsriege.

Dabei stellt der Vorstand ein Programm zusammen, das auf Interesse stößt. So waren beim Märchendinner in Osterwick 20 Frauen mit. Auch die Infoveranstaltungen zu medizinischen Themen sind regelmäßig gut besucht. Das möchte die KFD gerne ausbauen, um noch attraktiver zu werden.

Birgit Hericks weiß, dass auch andere KFD-Gruppen Probleme haben, ihre Posten zu besetzen. So gebe es mittlerweile für Ahaus und Vreden einen gemeinsamen Vorstand, so die Schriftführerin.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland ist kein Selbstläufer mehr wie früher, als es fast ein Automatismus war, dass die Frau nach der Hochzeit in die KFD eintrat. Rund 200 Mitglieder zählt die KFD Nienborg derzeit. Zu Spitzenzeiten waren es an die 600.

„Die KFD setzt sich traditionell für Frauenbelange ein, was heute aber auch die Politik macht“, sagt Margreth Böhmer. So hätte sich die KFD auch für die Mütterrente starkgemacht, meint die 1. Vorsitzende Maria Denis. „Das nehmen die Frauen heute aber nicht mehr wahr“, ergänzt Birgit Hericks.

Die Frauen sehen vielmehr den Jahresbeitrag von 25 Euro, von denen ein großer Teil an den Verband in Münster abgeführt werden muss. Das ärgere viele Frauen, so Annette Mieling. Die Frauen sähen nicht, wofür Münster sich einsetze, „weil es hier nicht ankommt“, so Mieling.

Einsetzen wollen sich die Nienborgerinnen auch in Zukunft für ein abwechslungsreiches Programm. Im Idealfall mit neuen Vorstandsmitgliedern.

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