Jens Spahn zu Gast auf der Burg
Ein Stück Mauer wieder aufbauen

Nienborg -

Albert Bömer will auf der Burganlage nicht weniger als den ganz großen Wurf: den Wiederaufbau der beiden Türme und der Wehrmauer. Diese Idee hörte sich am Donnerstag auch Jens Spahn an.

Freitag, 08.02.2019, 09:48 Uhr
Am Bronzerelief stellte Albert Bömer (2.v.r.) seine Ideen vor. Jens Spahn (l.), Markus Jasper (2.v.l./CDU-Kreisgeschäftsführer) und Susanne Weilinghoff (CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende) hörten zu.
Am Bronzerelief stellte Albert Bömer (2.v.r.) seine Ideen vor. Jens Spahn (l.), Markus Jasper (2.v.l./CDU-Kreisgeschäftsführer) und Susanne Weilinghoff (CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende) hörten zu. Foto: Rupert Joemann

Albert Bömer will auf der Burganlage nicht weniger als den ganz großen Wurf: den Wiederaufbau der beiden Türme und der Wehrmauer. Am Donnerstag stellte der Nienborger Hobbyhistoriker seine Ideen Jens Spahn , Bundesgesundheitsminister und hiesiger CDU-Bundestagsabgeordneter, vor.

Bömer ist überzeugt, nur wenn die ganz große Variante angedacht wird, kann möglicherweise später zumindest ein Teil verwirklicht werden. Die Kosten für die ganz große Variante veranschlagte Albert Bömer grob auf zehn Millionen Euro. „Wenn die Gemeinde das zahlen kann“, sagte Spahn schmunzelnd. Natürlich wissen sowohl Spahn als auch Bömer, dass die Kommune solche Kosten nicht schultern kann.

„Dass wir eine komplette Mauer bauen können, ist Illusion“, sagte Albert Bömer und fügte hinzu: „Mit Kleckerbeträgen kommen wir aber nicht weiter.“ Der Nienborger möchte die Burg, die vom münsterischen Fürstbischof Ende des 12. Jahrhunderts gebaut worden war, zu einem Tourismus-Mittelpunkt des Münsterlands ausbauen. Vor allem für Fahrrad-Touristen. Dabei kann sich Bömer ein ähnliches Prinzip wie die Fahrradknotenpunkte in den Niederlanden vorstellen. In einigen Bereichen des Kreises Borken sind die Radwege beider Länder schon mit Knotenpunkten aufeinander abgestimmt.

Die ehemalige Burgmauer hatte eine Höhe von acht bis zehn Meter und eine Breite von drei bis fünf Meter. Dazu gab es zwei Eingangstürme.

Das Hohe Haus und die Keppelborg hätten aufgrund der fehlenden Mauer statische Probleme und die Sanierungen kosteten regelmäßig viel Geld, so Albert Bömer. „Einige Gebäude sind sehr instabil“, so der Hobbyhistoriker. Schon aus diesem Grund hält er einen zumindest teilweisen Aufbau der Mauer für sinnvoll.

Dabei hofft Albert Bömer auch auf Bundesmittel für die Denkmalpflege. Das sah Jens Spahn ( CDU ) als nicht so leicht an. „Die Denkmalpflege unterstützt bei bestehenden Denkmäler“, so der ehemalige Staatssekretär im Finanzministerium.

Grundsätzlich vorstellen konnte sich Jens Spahn, dass neue Mauerteile zur Sanierung des Hohen Hauses möglicherweise gefördert werden könnten. Für Bundesmittel, so der Minister, sei jedoch Voraussetzung, dass es sich auch um bundesweit bedeutsame Denkmäler handeln müsse.

Albert Bömer glaubt, dass mit einem guten Konzept mehr Touristen auf die Burg geholt werden könnten. Zudem hätte die Burg eine noch bessere Aufenthaltsqualität für die jährlich rund 9000 Gäste der Landesmusikakademie. Auch Hermann Mers (CDU) sieht einen „vernünftigen Gastronomiebetrieb“ als zukunftsfähig auf der Burg. Bei seinen Führungen hat Bömer festgestellt, „dass die Gäste nicht versorgt werden können“.

Derzeit laufen Gespräche mit dem Eigentümer, das alte Haus direkt am Torbogen abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, den die Landesmusikakademie für Zimmer nutzen kann. Der Eigentümer, so Albert Bömer, könne sich vorstellen, in diesem Zuge den nördlichen Turm wieder aufbauen zu lassen.

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