Angelverein beklagt extreme Versandung der Dinkel
Wehr funktioniert trotz Sand

Nienborg -

Der Sand in der Dinkel wird nicht weniger. Im Gegenteil. An der Mühle habe sich wieder tonnenweise Sand abgelagert, sagt der Vorsitzende des Nienborger Angelvereins, Christian Schubert. „Das hat es noch nie gegeben“, ist seine Einschätzung. Und das Phänomen sei überall entlang der Dinkel zu beobachten. „Der Sand aus Nienborg ist mittlerweile in Epe, jener aus Heek in Nienborg und der Legdener Sand in Heek“, sagt er.

Donnerstag, 21.03.2019, 19:00 Uhr
Die eine Seite des Wehrs ist zwar geschlossen, aber sie ist funktionstüchtig, wie Bauamtsleiter Herbert Gausling auf WN-Nachfrage sagte. Der Angelverein macht sich derweil weiterhin Sorgen wegen der Versandung der Dinkel.
Die eine Seite des Wehrs ist zwar geschlossen, aber sie ist funktionstüchtig, wie Bauamtsleiter Herbert Gausling auf WN-Nachfrage sagte. Der Angelverein macht sich derweil weiterhin Sorgen wegen der Versandung der Dinkel. Foto: Rupert Joemann

Immer wieder hatten die politischen Gremien in der Vergangenheit über die Versandung der Dinkel diskutiert. Zudem hatte bereits ein Treffen der Verwaltung mit der Bezirksregierung Münster, dem Kreis Borken und dem zuständigen Wasser- und Bodenverband stattgefunden. Daraufhin hatte der Bauausschuss auf Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, eine Höhenvermessung in Auftrag zu geben. Damit soll geprüft werden, inwiefern die Sandablagerungen Auswirkungen auf den Hochwasserschutz haben. Stattgefunden hat die Vermessung bislang jedoch noch nicht, wie Bauamtsleiter Herbert Gausling auf WN-Nachfrage sagte. Ein angefragtes Büro habe abgesagt, nunmehr sei ein anderes kontaktiert worden. „Aber wir sind da am Ball“, so Gausling.

Die Aussage, dass sich die eine Seite des Stauwehrs an der Mühle seit längerer Zeit nicht mehr öffnen lasse, stimme indes nicht, sagte Gausling. Demnach habe ein Mitarbeiter des Bauamts die Funktion noch am Mittwochnachmittag testen lassen. In dem Wehr sei unter anderem eine automatische Steuerung eingebaut, zudem würden die Wehrklappen generell nicht gleichzeitig hochfahren. Mit Blick auf den Betrieb des Stauwehrs gebe es eine vertragliche Vereinbarung mit der Familie Brüggemann, erläuterte Gausling. Dabei habe die Gemeinde weiterhin Zugriffsrechte auf die Steuerung.

Unlängst war das Thema Dinkel auch erneut auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses gelandet – Ende Februar auf Antrag der CDU-Fraktion. Sie wies darauf hin, dass die Gemeinde in der Vergangenheit für Ausgleichsflächen stets Ökopunkte gekauft habe, etwa beim Baugebiet Strothbach oder bei der Erweiterung des Industriegebiets Heek-West. Die CDU-Fraktion hatte vorgeschlagen zu prüfen, ob man die Dinkel renaturieren könne, um so Ökopunkte zu generieren. Dabei könne man eventuell auch auf Mittel der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zurückgreifen. „Fragen des Hochwasserschutzes könnten in diesem Zusammenhang in die Prüfung einbezogen und geklärt werden“, hieß es in dem CDU-Antrag. So könne man „drei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, begründete es der Fraktionsvorsitzende Walter Niemeyer .

„Wir versuchen schon seit Jahren, Ökopunkte im Bereich der Dinkel zu generieren“, entgegnete Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff . Das habe in der Vergangenheit aber nicht funktioniert, was auch an der personellen Besetzung der Bezirksregierung gelegen habe. „Da sind wir aber im Gespräch“, so Weilinghoff. Mit Blick auf den Hochwasserschutz stehe die Gemeinde zudem im Austausch mit den anderen Kommunen an der Dinkel. Nun sei abzuwarten, ob sich die Bezirksregierung bei diesen Fragen bewege.

Die SPD-Fraktion regte zudem an, die Themen Dinkelrenaturierung, Hochwasserschutz sowie Versandung zusammenzufassen und eine Arbeitsgruppe einzurichten, um weitere Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Dabei sei auch die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen wichtig.

„Wir sollten aber zunächst die Gespräche mit der Regierungspräsidentin abwarten“, sagte Niemeyer. Auch Bürgermeister Weilinghoff meinte: „Zunächst müssen wir Grundlagenforschung machen und Gespräche mit den höheren Behörden führen.“ Einstimmig beschloss der Ausschuss am Ende, dass der Bürgermeister die Renaturierung der Dinkel prüfen und dabei auch Fragen des Hochwasserschutzes klären soll.

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