Drittklässler machen ihren Ernährungsführerschein
Essen will gelernt sein

Nienborg -

Kräftig schüttelt Lisa das Glas mit Schraubverschluss, die anderen Drittklässler feuern sie an. Immerhin soll die Salatsoße schmecken, die sie später über ihren Mix aus Nudeln, Tomaten, Möhren und Gurken gießt. Und dafür müssen die Zutaten ordentlich vermischt werden: fünf Esslöffel Öl, drei Esslöffel Essig, ein Teelöffel Senf, sechs Prisen Salz, zwei Prisen Pfeffer.

Dienstag, 26.03.2019, 07:00 Uhr
Schnibbeln, Raspeln, Schälen: Die Drittklässler der Bischof-Martin-Schule waren fleißig am Werk, um gemeinsam einen kunterbunten Nudelsalat zu zaubern. Auch die Soße haben sie selbst zubereitet – inklusive sechs Prisen Salz.
Schnibbeln, Raspeln, Schälen: Die Drittklässler der Bischof-Martin-Schule waren fleißig am Werk, um gemeinsam einen kunterbunten Nudelsalat zu zaubern. Auch die Soße haben sie selbst zubereitet – inklusive sechs Prisen Salz. Foto: Mareike Meiring

Füller und Heft haben die Kinder an diesem Morgen beiseite gelegt. Stattdessen haben sie Sparschäler, Küchenreibe und Salatbesteck in der Hand. Bald wollen die Drittklässler der Bischof-Martin-Schule ihren ersten Führerschein machen – und zwar in Sachen Ernährung.

Dafür bringt ihnen Annette Homölle, Fachfrau für Ernährungs- und Verbraucherbildung, über mehrere Wochen so einiges bei. Wie die Ernährungspyramide aufgebaut ist zum Beispiel, warum es so wichtig ist, die Tomaten abzuwaschen, wie sie mit Küchengeräten umgehen, wie sie richtig mit Messer und Gabel hantieren.

Die Kinder sollen ein Gefühl dafür bekommen, wie sie sich richtig ernähren. Und dabei natürlich ordentlich Spaß haben. Mit Schürzen um den Bauch, frischen Zutaten auf dem Schneidebrett und der Aussicht auf eine leckere Frühstückspause geht das besonders gut.

„Das Auge isst mit“, weiß nicht nur Annette Homölle, sondern mittlerweile auch die Schülerinnen und Schüler. Also kommt später noch ein wenig Schnittlauch auf den Nudelsalat, den sie behutsam mit der Schere schneiden. Auch fünf Tomaten legen die Schülerinnen und Schüler erst noch beiseite, die sie am Ende zum Verzieren nutzen.

Wie sie mit der Reibe raspeln, lernen die Kinder an diesem Morgen ganz genau. „Nutzt den Krallengriff“, sagt Homölle. „Sonst hat man irgendwann keine Finger mehr“. Und scharf sollte die Reibe auch sein. „Wenn sie stumpfe Zähne hat, ist die Verletzungsgefahr höher.“

Auf dem Weg zum Ernährungsführerschein lernen die Kinder in sechs Einheiten, wie wichtig gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung für ihre Gesundheit ist. Es geht um den Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten, dem Wert ausgewogener Mahlzeiten und um die hiesige Ess- und Tischkultur. Finanziert wird das Projekt in diesem Jahr von der Bürgerstiftung Heek-Nienborg, Schulleiterin Bernadette Nabers hofft, dass sie die Schulungsreihe auch im nächsten Jahr wieder den Drittklässlern anbieten können. In der Vergangenheit hat es schon mehrfach an der Grundschule stattgefunden.

In der letzten Einheit wird kontrolliert, was die Kinder so alles behalten haben. Beantworten sie genügend Fragen richtig, dürfen sie wenig später ihren eigenen Ernährungsführerschein in der Händen halten.

Dafür sind allerdings noch ein paar Praxiseinheiten nötig. Aber die Kinder sind auf einem guten Weg – haben sie doch pünktlich zur Frühstückspause an diesem Freitagmorgen ihren kunterbunten Nudelsalat fertig. Nun können die Schüler gemeinsam kosten.

Alle Rezepte bekommen sie am Ende auch mit nach Hause – ebenso wie ein paar Hausaufgaben. Denn in der eigenen Küche gibt es noch um einiges mehr für die Mädchen und Jungen zu entdecken als in dem Klassenzimmer. Was sie dort so alles finden? Das erzählen sie beim nächsten Mal.

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