Sanierung auf dem Burggelände
Erker des Hohen Hauses ist mit Rissen durchsetzt

Nienborg -

Drei Gebäudewände des Hohen Hauses sind bereits restauriert, nun ist das Mauerwerk aus Bruchstein an der Nord-West-Seite dran. Dafür gibt es Geld vom Land NRW.

Mittwoch, 17.04.2019, 17:18 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 17:22 Uhr
Die Rückseite des Hohen Hauses ist komplett eingerüstet. Die Arbeiten sollen bis etwa September abgeschlossen sein.
Die Rückseite des Hohen Hauses ist komplett eingerüstet. Die Arbeiten sollen bis etwa September abgeschlossen sein. Foto: Markus Gehring

Das Land Nordrhein-Westfalen hat sein Denkfördermittelprogramm veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass dem Kreis Borken insgesamt 260 500 Euro zugewiesen werden, um seine identitätsstiftenden Baudenkmäler zu pflegen. Aus diesem Topf gehen 51 000 Euro nach Nienborg an das Hohe Haus.

Damit sollen die 2011 begonnen großen Arbeiten abgeschlossen werden, so Lothar von Bönninghausen , Verwalter der Stiftung Hohes Haus. Damals sei ein Restaurierungsplan über eine Dauer von 30 Jahren erstellt worden. „Eigentlich würde man fünf bis sechs Jahre dafür veranschlagen, doch die Kosten waren sehr hoch“, sagt von Bönninghausen.

Nach den drei bereits restaurierten Gebäudewänden ist nun das Mauerwerk aus Bruchstein an der Nord-West-Seite dran. Die Fertigstellung der Arbeiten soll etwa im September erfolgen, kündigt Architekt Michael Mauritz an. Lothar von Bönninghausen spielt mit dem Gedanken, die Fertigstellung dann öffentlich zu feiern.

Die betroffenen Stellen sind bereits eingerüstet und die neuen Arbeiten haben begonnen. Mitarbeiter der Firma Fark aus Havixbeck werkeln emsig in luftiger Höhe. Teile des Mauerwerks aus Sandstein und Fugen wurden ausgestemmt, damit eventuelle, darunterliegende Schäden begutachtet werden können. Aber nicht nur die Fassade soll umfangreich saniert werden.

Eine Dachgaube wird erneuert wie auch die Kaminköpfe. „Dazu ist ein Erker mit Rissen durchsetzt“, sagt Mauritz. Dieser sei aus statischer Sicht nicht mehr sicher und drohe abzustürzen. „Im Rahmen der Maßnahme werden wir den Fundamentbereich prüfen.“ Ein weiterer großer Posten sind die Fenster, die im Anschluss erneuert werden sollen. Im Zuge einer früheren Sanierung sind gut 50 Prozent der Holzrahmen, Scheiben und Co. saniert worden. Nun ist die andere Hälfte dran.

„Ich bin froh, dass dann draußen alles fertig ist. Für 20, 30 Jahre sollte dann Ruhe sein“, sagt der Verwalter. Das impliziert die Nachfrage zum Zustand innerhalb des im 14. Jahrhundert errichteten Gebäudes. Der sei „okay“, antwortet Lothar von Bönninghausen. „Ein Familienmitglied lebte 20 Jahre lang im Hohen Haus. Er war alleinstehend und keine Frau wollte ihm da hinein folgen. Es war halt nicht sehr angenehm, darin zu wohnen“, erinnert er sich schmunzelnd.

Eine Baustelle ist noch offen, die jedoch nicht mit Hammer und Kelle geschlossen werden kann. Seit Ende vergangenen Jahres ist das Ringburg-Café geschlossen. „Wir sind weiter auf der Suche nach einem neuen Betreiber“, sagt Lothar von Bönninghausen. Ein Stellvertreter kümmert sich am Wochenende darum, dass Gästen Kaffee und Kuchen zur Verfügung steht. Das klingt nach Notlösung, die zudem nur etwa bis Jahresmitte andauern wird. So früh wie möglich, aber, so hofft der Verwalter, spätestens zum Abschluss der Sanierungsarbeiten soll das Café neu eröffnet werden.

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