Waldbrandgefahr
Landwirte sollen im Notfall Wasser transportieren können

Heek -

Lichterloh brennt das Osterfeuer am Sonntagabend. Dichter Rauch steigt in den Himmel, Funken fliegen. Gleichzeitig warnt der Deutsche Wetterdienst vor Waldbränden, weil es extrem trocken ist. Wie passt das zusammen?

Mittwoch, 24.04.2019, 18:00 Uhr
So weit soll es in Heek nicht kommen: Am Sonntagabend brannte es im Gildehauser Venn.
So weit soll es in Heek nicht kommen: Am Sonntagabend brannte es im Gildehauser Venn. Foto: Feuerwehr Gronau

Diese Frage war auch bei der Heeker Feuerwehr im Vorfeld des Osterfeuers Thema. „Wir haben uns mit dem Ordnungsamt abgesprochen und sind zu dem Schluss gekommen: Wenn sich alle an die Regeln halten, kann eigentlich nichts passieren“, sagt Heinz-Peter Rump , Leiter der Freiwilligen Feuerwehr. Deswegen wurde das Brauchtumsfeuer angezündet – anders als ein paar Kilometer weiter in den Niederlanden.

Dort wurden in der Region Achterhoek mehr als 100 Osterfeuer abgesagt. Es gab unter anderem die Sorge, dass die Feuerwehr nicht genügend Personal hat, wenn eines der Feuer außer Kontrolle gerät. „Die Feuerwehr in den Niederlanden ist anders aufgestellt als hier“, erklärt Rump.

In Deutschland gibt es einen großen Pool von Freiwilligen, die in unterschiedliche Gruppen eingeteilt sind. Zu einem Einsatz wird immer eine andere Gruppe alarmiert. In den Niederlanden hingegen gibt es weniger Feuerwehrleute, die das Ganze quasi „halb-beruflich“ machen. Sie sind hauptberuflich für ein Unternehmen tätig, müssen aber bei jedem Einsatz freigestellt werden.

Hinzu kommt, dass die Osterfeuer in den Niederlanden viel größer sind als in Deutschland. Dort werden hohe Holzhaufen aufgeschichtet. Der Rekord liegt bei rund 50 Metern.

Die Gemeinde Heek schreibt für das Abbrennen von Osterfeuern unter anderem vor, dass das Feuer von einem 15 Meter breiten Ring umgeben sein muss, der frei von Schlagabraum und anderen brennbaren Stoffen ist.

Viel näher konnten die Besucher sowieso nicht an das Osterfeuer herangehen, erzählt Heinz-Peter Rump. „Weil das Holz so trocken war, ist der Haufen extrem schnell runtergebrannt und wurde sehr heiß.“ Aus Sicherheitsgründen haben die Heeker das Feuer also mit einigen Metern Abstand genossen. Die Feuerwehr war wie jedes Jahr vor Ort und hat auch das Anzünden übernommen.

Im Gildehauser Venn ist am Sonntagabend aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Mehrere Stunden lang kämpften 350 Einsatzkräfte gegen die Flammen.

Der Waldbrand-Gefahrenindex liegt in der Region momentan bei drei von fünf, der Grasland-Feuerindex bei vier von fünf. Der Voraussage nach soll sich die Situation in den kommenden Tagen entschärfen. Daran glaubt Heinz-Peter Rump noch nicht so richtig. „Seit den letzten Stürmen und wegen der anhaltenden Trockenheit liegen die Wälder voll mit Holz, das extrem trocken ist. Da müsste es schon einige Tage am Stück regnen“, meint er.

Bislang ist es in Heek ruhig geblieben, aber die Feuerwehr ist vorbereitet. Als es im vergangenen Sommer so trocken war, hat die Feuerwehr mit der Gemeinde eine Liste von Landwirten erstellt, die im Notfall helfen können. „Wir haben die Telefonnummern von zehn Landwirten, die im Ernstfall schnell vor Ort sein können“, erzählt Rump. Sie können zum Beispiel Wasser in Güllefässern transportieren oder mit Maschinen helfen, brennendes Material auseinander zu ziehen, um es besser löschen zu können.

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