Umbauarbeiten an den Autobahnauffahrten beginnen am Montag
Erhöhte Belastung im Ortskern

Heek -

Ab Montag beginnt die Baustelle entlang der B 70 mit der Sperrung der beiden Autobahnauffahrten und der Einfahrt zum Industriegebiet. Volle drei Monate bleibt Heek damit von der Autobahn abgeschnitten. Doch warum eigentlich so lange?

Freitag, 31.05.2019, 19:02 Uhr
Neben den beiden Autobahnauffahrten in Heek ist auch die Zufahrt zum Industriegebiet Heek-West für mehrere Monate gesperrt. Umleitungen sollen für Entlastung sorgen.
Neben den beiden Autobahnauffahrten in Heek ist auch die Zufahrt zum Industriegebiet Heek-West für mehrere Monate gesperrt. Umleitungen sollen für Entlastung sorgen. Foto: Falko Bastos

„Viele Leute werden sich fragen, was machen die hier?“, glaubt Thorsten Meyer vom Bauamt der Gemeinde, der mit der Planung der Baumaßnahme betraut ist. Denn eigentlich sah der Plan nur vor, zwei Ampelanlagen an den Zufahrten aufzustellen, aber ganz so einfach ist es nicht.

„Wenn man solche Knotenpunkte neu gestaltet, sind umfangreiche Tiefbaumaßnahmen nötig“, so Meyer. Mit dem Aufstellen von zwei Ampelmasten sei es da nicht getan. Denn erstens würden neue Spuren für Rechts- und Linksabbieger eingerichtet, um den Verkehr zu entzerren. Und zweitens sei auch die Kabelversorgung für die Ampeln „hochkomplex“. Denn die Ampeln sollen über Steuersignale miteinander kommunizieren, um für einen optimalen Verkehrsfluss zu sorgen.

Gesperrt werden auch die Zufahrt in das Industriegebiet Heek-West über die Benzstraße und der Park&Ride-Platz. „Es macht Sinn, das Ganze komplett zu entflechten“, meint Meyer. Die Zufahrt zum Industriegebiet erfolgt stattdessen über ein Provisorium „im Kuckuck“ 500 Meter weiter westlich.

„Dort haben wir einen kleinen Wirtschaftsweg, der nur für landwirtschaftlichen Verkehr und Radfahrer zugelassen war, so ertüchtigt, dass dort auch Schwerverkehr möglich ist.“ Mit den betroffenen Gewerbebetrieben habe die Gemeinde alles abgesprochen.

Die Umleitung erfolgt im Norden über die Anschlussstellen Gronau (U 37/U 66) und führt mitten durch Nienborg. Im Süden ist der Anschluss über die Anschlussstelle Ahaus/Legden (U35/U66) vorgesehen.

Ob und wie stark die Umleitungen genutzt werden, sei schwierig vorauszusagen, so Meyer. „In Zeiten von Navigationsgeräten können Sie mit Schildern wenig ausrichten. Der Verkehr sucht sich seinen Weg.“

Mit einem monatelangen Chaos rechnet Meyer aber nicht: „Das Schwierigste sind die ersten drei Tage. Danach pendelt sich das langsam ein. Nach drei Wochen haben sich schon die meisten daran gewöhnt und nach drei Monaten, muss man die Leute schon daran erinnern, dass dort mal eine Autobahnauffahrt war.“

Mit erhöhter Belastung im innerörtlichen Verkehr müssen viele Heeker wohl dennoch eine Weile leben. Besonders der Schwerlastverkehr dürfte die Geduld mancher Anwohner auf die Probe stellen. Ihn einzuschränken, ist aber kaum möglich. „Wie wollen Sie das sortieren und kontrollieren?“ Stattdessen gelte das Prinzip der Freizügigkeit. „Man kann alle Seiten verstehen, aber es gibt keine zufriedenstellende Lösung“, sagt er mit Blick auf drohenden Ärger.

Der Verkehr auf der B 70 ist in der ersten Bauphase nicht direkt betroffen, er wird zweispurig an der Baustelle vorbeigeführt. Doch im Herbst steht dort die Deckensanierung an. Mit einer zweiwöchigen Vollsperrung rechnet Meyer. Doch wann diese kommt, kann er noch nicht sagen. Als grobe Planung stehe Ende September bis Anfang Oktober im Raum.

Angenehm wird diese Zeit für die Autofahrer sicher nicht. Kommt es dann zum Verkehrs-Infarkt? „Ich bleibe ruhig“, sagt Meyer. Denn der Zeitplan mit der Sperrung als Schlusspunkt der Baumaßnahme habe einen Vorteil. „Der größte Verkehrsstrom ist dann schon umgeleitet, sodass es nur noch einen kleinen Teil betrifft“, so der Ingenieur. „Hoffentlich.“

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