Manuela und Ludger Kemper nutzen jeden Quadratzentimeter in ihrem Garten
Nienborger finden für jeden Pflanze noch einen Platz

Nienborg -

Wer Manuela Kempers Garten betritt, steht schon mitten im Paradies. Unzählige Hostas stehen Spalier, ein Wasserspiel plätschert und eine Sitzecke bietet einen romantischen Platz im Schatten. „Die meisten bleiben erst mal stehen und sind geflasht“, sagt Manuela Kemper.

Dienstag, 25.06.2019, 18:20 Uhr aktualisiert: 26.06.2019, 17:44 Uhr
Die Wege verschwinden fast zwischen den Stauden im Garten von Manuela und Ludger Kemper.
Die Wege verschwinden fast zwischen den Stauden im Garten von Manuela und Ludger Kemper. Foto: Falko Bastos

Auf nur 500 Quadratmetern hat sie im Laufe der Jahre mehr als 1000 Pflanzen kultiviert. „Dabei haben wir völlig ahnungslos angefangen.“ Schritt für Schritt verwandelte sie mit ihrem Mann Ludger den Garten des Familienheims von einer langweiligen Rasenfläche in ein verwunschenes Blütenmeer. „Man muss einfach anfangen“, sagt Manuela Kemper . Inspiration holte sich das Ehepaar in den offenen Gärten der Region, inzwischen öffnen sie ihre Pforte selbst für Besucher.

Die Aufgaben sind klar verteilt. Ludger Kemper kümmert sich um die handwerklichen Arbeiten. So hat er die Wege gepflastert und Dutzende Vogelhäuser gebaut. „Aber an die Beete darf er nicht. Der reißt mir die Blumen raus und lässt das Unkraut stehen“, sagt seine Frau. „Aber ohne meinen Mann könnte ich meine Ideen nicht umsetzen.“

Offene Gärten

Der Garten der Kempers, Kridtstraße 23, ist am 6. und 7. Juli (Samstag und Sonntag) von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Für drei Euro Eintritt sind Kaffee und Kuchen inklusive. Ebenfalls besichtigt werden kann der Garten von Elisabeth Schwietering, Achter de Stadt 20. Er ist am 13. und 14. Juli jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Ab Juli kann er zudem jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr und jeden Samstag von 9 bis 13 Uhr besucht werden. Der Eintritt kostet drei Euro, Kinder zahlen nichts.

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Hunderte Stauden hat die Nienborgerin gepflanzt. Aber ihr Heiligtum ist die Hosta-Sammlung, die inzwischen an die 400 Exemplare zählt. „Das Farbenspiel der Blätter ist einfach faszinierend. Und sie sind so pflegeleicht. Wenn man einmal von dem Sammel-Virus befallen ist, kann man nicht aufhören“, sagt Kemper.

„Ich habe in diesem Jahr schon wieder 40 Neuzugänge.“ Platz in den Beeten gibt es keinen mehr, deshalb landen die neuen im Kübel. „Manchmal habe ich den ganzen Kofferraum voll und frage mich zu Hause, wohin damit.“ Doch irgendein Platz findet sich immer. „Kommt Pflanze, kommt Platz“, sagt Manuela Kemper.

Auch Taglilien haben es ihr angetan. Die bekommt sie von einem Züchter aus Osnabrück. Eine Sorte ist sogar nach ihr benannt. „Aber Manuela Kemper blüht noch nicht“, sagt Manuela Kemper und lacht.

Überall summt und brummt es in ihrem Garten. Blüten finden Insekten hier das ganze Jahr über, vom Frühjahr bis zum Frost. Auch Raupen gehen auf Futtersuche. Gift setzen die Kempers nicht ein, alles bleibt naturbelassen. „Wir lassen das die Vögel machen“, so die 54-Jährige. Auch das Gärtnern mit der Nagelschere ist nicht ihr Ding. „Das hier ist ein wildes Chaos.“ Ohnehin sei ein gut angelegtes Staudenbeet pflegeleichter als jeder Rasen. Unkraut hat im Garten kaum ein Chance zu wachsen. „Hier ist kein Quadratzentimeter frei.“

Arbeit macht der Garten dennoch. „Das ist kein Hobby, das ist eine Lebensaufgabe“, sagt Kemper. Sobald sie vom Schichtdienst kommt, geht sie in den Garten. Allein drei Stunden täglich sind es derzeit zur Bewässerung mit dem Gartenschlauch. „Aber dabei kommt man auch zur Ruhe.“

Überall laden kleine Sitzecken zum Müßiggang ein, aber lange bleibt Manuela Kemper nicht sitzen. „Man muss sich schon zwingen“, so die Nienborgerin. „Manchmal setze ich mich in den Garten, sehe dann etwas und am Ende habe ich stundenlang umgetopft. Aber es ist ein tolles Gefühl, wenn man etwas geschafft hat.“

Und so wächst die Blütenpracht weiter. „Wir haben immer wieder neue Ideen.“ In diesem Jahr hat die Familie den Vorgarten umgestaltet. Jeder Zentimeter wird genutzt. Selbst das Flachdach ist bepflanzt – Kartoffeln wachsen dort in Kübeln. Die Wege werden eng zwischen den wildromantisch blühenden Staudenbeeten. Und die Wildblumenmischung musste ins Speisfass ausweichen. Kommt Pflanze, kommt Platz.

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