Parkkonzept
Burganlage: Falschparker stehen am Pranger

Nienborg -

Die Parksituation im Bereich der Burganlage in Nienborg ist eine Sache für sich. Besonders rund um die Kirche St. Peter und Paul gibt es regelmäßig Ärger. Jetzt will die Gemeinde handeln.

Mittwoch, 10.07.2019, 17:52 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 18:20 Uhr
Anwohner der Nienborger Burganlage sehen sich durch das Parkverhalten der Autofahrer belästigt. Sie haben vor ihren Grundstücken Parkverbotsschilder aufgestellt.
Anwohner der Nienborger Burganlage sehen sich durch das Parkverhalten der Autofahrer belästigt. Sie haben vor ihren Grundstücken Parkverbotsschilder aufgestellt. Foto: Till Goerke

Hat man den historischen Torbogen der Burganlage mit dem Auto passiert und steuert auf die Kirche St. Peter und Paul zu, geht sie los, die Parkplatzsuche. Denn wo darf man parken und wo nicht?

Wer genau hinschaut, der entdeckt an einigen Stellen verblasste weiße Markierungen. Hier ist das Parken offiziell erlaubt. Ein Hinweisschild an einem Laternenpfahl gibt die Dauer vor: Zwei Stunden mit Parkscheibe. Ansonsten ist das Areal per Schild als Parkverbotszone ausgewiesen.

Das scheint aber längst nicht alle zu interessieren. „Vor allem Auswärtige parken hier kreuz und quer“, sagt ein Anwohner, der nicht beim Namen genannt werden möchte. Vor allem, wenn im Haus Keppelborg Großveranstaltungen wie Hochzeiten gefeiert würden, sei wildes Parkchaos an der Tagesordnung. „Da ist die Einfahrt schnell mal zugeparkt.“

Nur noch drei Stunden parken

Dem Chaos möchte die Gemeinde nach Rücksprache mit den Bürgern nun einen Riegel vorschieben. Zukünftig soll werktags die Parkdauer auf ausgewiesenen Flächen nur noch für drei Stunden erlaubt sein. Regelmäßige Kontrollen und Knöllchen für Falschparker gleich inklusive.

Wäre es nur nach dem Votum der Anwohner vom 6. Mai im Haus Hugenroth gegangen, dann hätte die Drei-Stunden-Regel rund um die Uhr und sieben Tage die Woche Bestand. So berichtete es Herbert Gausling von der Gemeindeverwaltung in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung.

Damit die Sache Hand und Fuß bekommt, sollen nun die für das strengere Parkkonzept notwendigen Schilder aufgestellt und die Parkflächen mit Markierungsnägeln versehen werden. Doch reicht das aus, um die Probleme zu lösen?

Denn zugeparkte Einfahrten und blockierte Rettungswege sollen keine Seltenheit sein. Das bestätigt auch Anwohnerin Kerstin Wiemers . „Das haben wir hier alles nicht nur einmal erlebt.“ Vor vielen Grundstücken sind Schilder mit den Worten „Parken verboten“ aufgestellt. Besonders an zwei Stellen, an der Ost- und Westseite der Kirche, sei das Problem besonders gravierend.

Enge Durchfahrt

Unsere Ortsbegehung am gestrigen Mittwoch bestätigt das. Am Seitenausgang der Kirche, auf einer Länge von etwa zehn Metern, ist die gepflasterte Straße sehr schmal. Geschätzt fünf Meter, wenn es hoch kommt. „Die Autos parken trotzdem hier“, sagt Kerstin Wiemers. „Und die parken nicht dicht an der Wand. Nein, die lassen schön Abstand, damit auch die Beifahrertür aufgeht.“

Damit sei besagte Stelle zu eng, als das noch Rettungsfahrzeuge hindurch passen würden. „Auch die Müllabfuhr bekommt hier Probleme.“ Kerstin Wiemers hat eine klare Vorstellung, wie das Problem zu lösen sei: „Beide Stellen müssten als absolutes Halteverbot ausgewiesen werden.“

„Wir werden die Sache weiterhin ganz genau beobachten“, sagt Herbert Gausling. Zunächst jedoch muss die Gemeinde das Konzept in Absprache mit dem Kreis Borken als Straßenverkehrsbehörde auf den Weg bringen. Ob das neue Parkkonzept Wirkung zeigt, wollen die Lokalpolitiker in sechs Monaten bewerten.

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