Schniewind‘sche Fabrik
„Visitenkarte“ soll Blickfang bleiben

Heek -

Die Schniewind‘sche Fabrik ist ein Blickfang, wenn man die B 70 entlang fährt. Das soll auch nach der Bebauung der Ex-Hülsta-Fläche so bleiben. Hier kommt eine spezielle Satzung ins Spiel.

Donnerstag, 11.07.2019, 19:00 Uhr
Auf dem Gelände der ehemaligen Hülsta-Produktionsstätte haben die Abrissbagger das Sagen. Der Spänebunker links im Bild wird eines der letzten Elemente sein, die dem Erdboden gleichgemacht werden. Erhalten bleibt die Schniewind‘sche Fabrik, rechts im Hintergrund.
Auf dem Gelände der ehemaligen Hülsta-Produktionsstätte haben die Abrissbagger das Sagen. Der Spänebunker links im Bild wird eines der letzten Elemente sein, die dem Erdboden gleichgemacht werden. Erhalten bleibt die Schniewind‘sche Fabrik, rechts im Hintergrund. Foto: Till Goerke

Noch liegt jede Menge Bauschutt auf dem acht Hektar großen Gelände des ehemaligen Hülsta-Produktionsstandortes in Heek an der B 70 herum. Die Bagger arbeiten unermüdlich, den Schutt in große Container zu verstauen. Bis Ende August dieses Jahres, so die Prognosen, könnten die Abbrucharbeiten vollständig erledigt sein.

Dann wird auch der Spänebunker dem Erdboden gleich gemacht sein. Noch steht das Gebäude. „Es ist der letzte Abschnitt der Abrissarbeiten“, erklärt Sabine Nöldemann aus der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage. Pläne, den Bunker anderweitig zu nutzen, haben sich zerschlagen. Die Investorensuche der Gemeinde verlief im Sand.

Dafür arbeitet die Gemeinde aber an einer sogenannten Gestaltungssatzung für die ehemalige Hülstafläche. Ein wesentliches Ziel dabei ist, die historische Bausubstanz der Schniewind‘schen Fabrik neben den zukünftigen Gebäuden nicht untergehen zu lassen. Der Bebauungsplan muss dafür geändert werden.

Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Denn zum einen soll die Fabrik an der B 70 weiterhin als Blickfang im Mittelpunkt stehen und auf der anderen Seite sollen zukünftige Gewerbebetriebe auf der Ex-Hülstafläche durch die Satzung nicht im Vorfeld abgeschreckt werden.

Um die Komplexität der Satzung ein wenig aufzubrechen, hier einige zentrale Fakten: Die Bäume entlang der B 70 bleiben erhalten. Der Radweg wird zu einer Ringstraße, die im Areal geplant ist, umgestaltet. Zwischen dieser Straße und der Baulinie zukünftiger Gewerbebetriebe sollen ein zwei Meter breiter Grünstreifen sowie Stellplätze für PKW entstehen.

Auch dürfen Gebäude entlang der B 70 nicht höher als acht Meter sein. Kleinere Abweichungen sollen jedoch möglich sein. „Wir werden aber keine bösen Überraschungen erleben. Das wird ja alles im Vorfeld besprochen“, stellte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff klar.

Nötig sind diese Vorgaben, weil die Schniewind‘sche Fabrik von der Grundstücksgrenze bis zur Bebauung eine Tiefe von zwölf Metern aufweist und selbst nicht höher als acht Meter ist.

„Durch die Vorgaben fällt der Blick, wenn man aus Richtung Ahaus kommt, deutlich eher auf die historische Bausubstanz der Fabrik“, erklärt Nöldemann. Dies sei wichtig, schließlich sei das Gebäude ein baulich prägendes Element der Gemeinde.

Doch warum die Begrenzung, was die Bauhöhe anbelangt? „Gäbe es diese nicht, dann könnte es passieren, dass die Proportionen verzerrt werden“, so Nöldemann. Heißt: Die Schniwind‘sche Fabrik würde neben einem mehrstöckigen Gebäude zu klein wirken und optisch untergehen.

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