Weihbischof Dr. Hegge besucht das Betonwerk Büscher
Die Natur nicht ausbeuten

Heek -

Eine Predigt im Firmgottesdienst, eine E-Mail, auf die Weihbischof Dr. Christoph Hegge den Büscher-Brüdern Hans-Jürgen und Wolfgang Büscher antwortete – das gab schließlich den Anstoß zum Besuch des Kirchenmannes Christoph Hegge im wahrlich irdischen Heeker Betrieb.

Freitag, 19.07.2019, 18:18 Uhr
Beeindruckt war Weihbischof Christoph Hegge (2.v.r.) von dem, was er im Betonwerk Büscher zu sehen und hören bekam. Beim Rundgang erläuterten Hans-Jürgen und Wolfgang Büscher sowie Thomas Overbeeke ihr Konzept von nachhaltigen Baustoffen.
Beeindruckt war Weihbischof Christoph Hegge (2.v.r.) von dem, was er im Betonwerk Büscher zu sehen und hören bekam. Beim Rundgang erläuterten Hans-Jürgen und Wolfgang Büscher sowie Thomas Overbeeke ihr Konzept von nachhaltigen Baustoffen. Foto: Christiane Hildebrand-Stubbe

Wie er sagte, sei das aber keine Besonderheit, sondern sei es für ihn üblich, sich auch in der Wirtschaft des Bistums umzuschauen. Und gleich bei seinem ersten Besuch bei Büscher war der Bischof tief beeindruckt. Davon, wie dort mit dem Thema Nachhaltigkeit umgegangen werde.

Für das Unternehmen und sein Projekt, Bauschutt, also eigentlich Abfall, zu recyceln und so „neuen“ Beton zu produzieren, fand Hegge nur lobende Worte. Er sprach von einer „Avantgarde der Forschung“, einer „tollen Idee“, von einem „Beispiel, das Schule machen sollte“. Gerade auch deshalb, weil Recycling längst nicht bei allen Unternehmen gut ankomme.

Dabei sah der Weihbischof aus Münster Wirtschaft wie auch Kirche in gleicher Verantwortung für Nachhaltigkeit und schonenden Umgang mit Ressourcen: „Es geht um die Bewahrung der Schöpfung, auch für nachfolgende Generationen.“

Kritik äußerte der Weihbischof an der Automobilindustrie, die jahrelang der Politik diktiert habe, was sie zu tun habe. Verständnis fand er für die Friday-for-Future-Demos.

Hegges Appell: „Alles, was wir verbrauchen, sollten wir so tun, dass es wieder verwertbar ist, dass die Natur nicht ausgebeutet wird.“ Für ihn stehe das eng auch im Zusammenhang mit den Fragen von Gerechtigkeit und Frieden, nannte er auch faire Produktion von Gütern und den fairen Handel als wichtige Anliegen.

Die Frage, wie gehen wir mit unseren Ressourcen um, sei auch eine Frage, die sich Kirche stellen müsse. Kirche müsse sich nämlich immer wieder neu aufstellen: „Das ist ein großes gesellschaftliches Thema, da dürfen wir uns als Kirche nicht raushalten.“

Im Heeker Betonwerk und seinen beiden Geschäftsführern, Hans-Jürgen und Wolfgang Büscher, fand Christoph Hegge etliche inhaltliche Schnittmengen.

Die Büscher-Brüder, auf der einen Seite überzeugte Katholiken, aber eben auch Unternehmer, bekräftigten ihre Entscheidung für das Forschungs- und weiter zu entwickelnde Geschäftsfeld „Recycling-Beton“ auch aus einem christlichen Anspruch heraus.

„Wir wollen mit gutem Vorbild vorausgehen“, sagte Wolfgang Büscher. Eben auch dadurch, dass man aus „Abfall wertvolle Materialien“ schaffe.

Beim Weihbischof kam dieser Anspruch gut an: „So wird auf eine Weise produziert, dass es der Umwelt gut tut.“

Abschließend nahm der Weihbischof von seinem Besuch aus Heek auch das mit: „Das hier sollte für andere ein Anreiz sein: Bewegt euch!“ Dass demnächst auch kirchliche Gebäude aus recyceltem Beton gebaut werden, schloss er jedenfalls nicht aus. Allerdings unter den Vorgaben: Nachhaltigkeit und Kosten.

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