Hundesteuer
Kampfhundhaltung bringt höhere Beträge in die Gemeindekasse

Heek -

Der Hund ist das älteste Haustier des Menschen. Im Gegensatz zu Katzen wird für Hunde eine Steuer fällig. Doch wie hoch ist diese in der Gemeinde Heek? Und welche gesonderten Regeln gelten für Kampfhunde? Ein Überblick.

Samstag, 10.08.2019, 05:00 Uhr
Sogenannte Kampfhunde schlagen bei der Steuer mit erhöhten Abgaben zu Buche.
Sogenannte Kampfhunde schlagen bei der Steuer mit erhöhten Abgaben zu Buche. Foto: Martin Klose

Der Begriff allein suggeriert schon Aggressivität – Kampfhund. Dabei ist die Bezeichnung eigentlich nicht mehr zeitgemäß. „Gefährliche Hunde“ trifft es besser. Das sind jene Hunderassen, von denen angenommen wird, dass sie überdurchschnittlich häufig andere Hunde oder Menschen attackieren. Auch Hunde, die nicht zu diesen Rassen gehören, aber auffällig wurden, können von den zuständigen Ämtern als „gefährlich“ eingestuft werden. Für diese Tiere ist der Steuersatz um ein Vielfaches höher als für einen „normalen“ Hund.

Die Frage: Wie viele gefährliche Hunde sind in der Gemeinde Heek gemeldet? Die Antwort: Null. Nicht einer. Das sagt Margret Terhaar von der Gemeindeverwaltung. Das ist die offizielle Zahl, versteht sich. Dennoch könnte die Gemeinde in Bezug auf eine bestimmte Kampfhundrasse Probleme bekommen.

Denn derzeit ist die Phänotyp-Bestimmung von Hunden mit der Bezeichnung „Old English Bulldog“ problematisch. Diese Hunde sollen fortan nicht generell, sondern nur durch eine Einzelfallentscheidung als „gefährlich“ eingestuft werden.

Wer fällt diese Einzelfallentscheidungen? Die Gemeinde Heek verweist an den Kreis Borken. Doch dem Kreis fehlen dafür momentan die Fachleute. „Die Einstufung eines ‚Old English Bulldog‘ durch Veterinärmediziner des Fachbereichs Tiere und Lebensmittel ist daher aktuell abschließend nicht möglich“, sagt Kreispressesprecher Karlheinz Gördes auf Nachfrage.

Die Frage, wie in solchen Fällen vorzugehen ist, werde derzeit mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW geklärt. Ende offen.

Doch auch ohne Kampfhunde, die Anzahl des ältesten Haustiers des Menschen ist hoch in Heek. Das belegen die Zahlen. Nach aktuellem Stand (August 2019) sind 1147 Hunde in der Gemeinde gemeldet. Nicht differenziert nach Größe. Das heißt: Etwa jeder achte Einwohner hat einen Hund. Gut für die Gemeinde, denn jeder Hund bringt Steuereinnahmen.

Je nach Anzahl der Hunde pro Halter, genauem Wohnort und Einstufung des Tieres variieren die Steuersätze. Die Sätze selbst legt die Gemeinde fest. Die Spannweite in Heek schwankt zwischen 36 und 600 Euro aufwärts pro Jahr. Die Höchstsätze werden dabei für „gefährliche“ Hunde fällig. 288 Euro müsste ein Hundehalter in der Gemeinde für einen als gefährlich eingestuften Hund hinblättern. Für den Fall, dass gleich mehrere solcher Tiere gehalten werden, kostet jeder 600 Euro Steuer.

Wie die Gemeinde mit den Steuergeldern verfährt, ist ihre Sache. „Steuern sind eine Leistung ohne Gegenleistung“, erklärt Uwe Wigger von der Gemeinde. Heißt: Das Geld muss nicht zwangsläufig für Dinge rund um den Hund wieder ausgegeben werden. „Sonst wäre es eine Hundegebühr.“ Steuerliche Ausnahmen in Form von Vergünstigungen sind bei „gefährlichen Hunden“ in der Gemeinde Heek nicht möglich. „Wer solch einen Hund hat, muss eben auch dafür zahlen“, stellt Wigger klar.

Für 2019 rechnet Wigger mit 43 000 Euro Steuereinnahmen durch die gemeldeten Hunde. „Das ist zumindest die Soll-Steuer.“ Da Bürger eine Meldepflicht für Hunde haben, erfährt die Gemeindeverwaltung auch, wie viele Hunde welcher Rasse hier leben. Meistens zumindest. Kontrollen helfen im Zweifel nach.

So wie 2015, als eine von der Gemeinde beauftragte Firma alle Heeker Bürger „besuchte“, um den Hundebestand abzufragen. Schätzungen zufolge sollen seinerzeit bis zu 20 Prozent der Hunde nicht ordnungsgemäß angemeldet gewesen sein. Folgen: Steuernachzahlung und Bußgeldbescheide.

„Wir können das natürlich nicht jede Woche machen. Aber wir haben die Sache im Blick“, versichert Margret Terhaar. Zudem würden die Städte und Gemeinden hier kooperieren.

Ziehen Personen mit einem Hund von der einen in die andere Kommune, melden sich die betreffenden Stellen das gegenseitig. „So sind wir immer im Bilde“, so Terhaar. Für „gefährliche Hunde“ gelten neben der deutlich höheren Besteuerung auch noch weitere strenge Vorgaben. Maulkorb und Leinenpflicht in sensiblen Bereichen zählen dazu. Zudem muss der Halter volljährig sein und die fälschungssichere Kennzeichnung des Hundes und eine Hundehaftpflichtversicherung gegen Personen- und Sachschäden nachweisen.

„Aber es ist letztlich wirklich für jeden Hundehalter empfehlenswert, eine solche Versicherung abzuschließen“, rät Terhaar. Auch ein kleiner Hund könne vor ein Fahrrad oder Auto laufen und schon wäre das Dilemma perfekt. Denn in solch einem Fall greift nicht die Haftpflichtversicherung des Hundehalters.

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