Spendenlauf
Große Herausforderung für guten Zweck

Nienborg -

Der Nienborger Feuerwehrmann Stephan Lendring hat es geschafft: 55 Kilometer marschierte er in voller Montur um Wiesbaden. Eigentlich waren es sogar einige mehr, auf denen der 52-Jährige Spenden für den guten Zweck gesammelt hat.

Dienstag, 20.08.2019, 16:56 Uhr aktualisiert: 21.08.2019, 16:08 Uhr
In voller Montur haben der Nienborger Feuerwehrmann Stephan Lendring (l.) und sein Kollege aus dem Club der blauen Helme, Joan Olderman, einen 55-Kilometer-Marsch in Wiesbaden absolviert.
In voller Montur haben der Nienborger Feuerwehrmann Stephan Lendring (l.) und sein Kollege aus dem Club der blauen Helme, Joan Olderman, einen 55-Kilometer-Marsch in Wiesbaden absolviert. Foto: privat

Wenn selbst ein durch und durch trainierter Feuerwehrmann einen leichten Muskelkater verspürt, dann ist klar: Die körperliche Belastung in den Tagen zuvor muss enorm gewesen sein. „Das kann ich nicht leugnen“, bestätigt Stephan Lendring (52) vom Löschzug Nienborg.

Dass es zu kleineren Wehwehchen kommen würde, war dem Feuerwehrmann aus Leidenschaft aber im Vorfeld klar. „Das wird eine echte Herausforderung“, lauteten seine Worte vor dem 55-Kilometer-Marsch in Wiesbaden, der am vergangenen Samstag anstand.

Zusammen mit Joan Olderman , einem Bekannten aus dem Club der blauen Helme, nahm Stephan Lendring am „Little-Mammut-Rhein-Main-Lauf“ teil – in voller Feuerwehrmontur. Gewicht der Ausrüstung? Um die 25 Kilogramm. Die Idee hinter der Teilnahme: Spenden sammeln und auf die Arbeit der Feuerwehr aufmerksam machen. „Das hat beides gut funktioniert“, sagt der 52-Jährige rückblickend.

Weil der Lauf am Samstagmorgen um 8.30 Uhr direkt am Ufer des Rheins in Wiesbaden anstand, reisten die beiden Feuerwehrmänner bereits am Freitagabend mit dem Bulli an – nach der Arbeit. „Wir waren gegen 23.30 Uhr da und haben sogar noch mitten in der Stadt gegrillt.“ Stärkung muss eben sein. Am nächsten Morgen hieß es dann schnell in die Feuerwehrmontur schlüpfen und ab zum Startpunkt laufen. „Bis dahin waren es vom Bulli aus auch schon mal zwei Kilometer.“

Die Strecke selbst zog sich durch die Weinberge entlang des Rheins. Eine „traumhafte“ Landschaft, die aber ihre Tücken hat – zumindest wenn man dort zu Fuß unterwegs ist. „Wir mussten 1150 Höhenmeter bewältigen. Das war nicht so witzig.“

Teilweise sollen die Steigungen sogar 35 Prozent betragen haben. Zum Vergleich: Der Schöppinger-Berg kommt mal gerade auf sieben Prozent. „Das geht richtig in die Beine. Nächstes Mal werde ich mich gezielt auf so eine Belastung vorbereiten“, zog Stephan Lendring seine Lehre aus der Herausforderung.

Obwohl das Wetter mit viel Regen sehr bescheiden war, nahmen insgesamt weit über 500 Läufer an dem Event teil. Das war eine gute Chance für Stephan Lendring, noch ein paar zusätzliche Euro für den guten Zweck zu sammeln.

Denn dafür hatte er sich eigens aus einer Sauerstoffflasche eine Spendenbox gebastelt, die er auf dem Rücken trug. Am oberen Ende hatte diese einen Schlitz, sodass jeder, der wollte, eine kleine Spende einwerfen konnte. „Aktuell werten wir noch aus, wie viel wir gesammelt haben.“

Die Feuerwehrleute suchten sich Sponsoren, die für jeden Kilometer einen freiwilligen Betrag spenden werden. „Ich denke und hoffe wir kommen bei 400 bis 500 Euro raus. Nachträgliche Spenden nehmen wir natürlich auch noch gerne an.“

Zurück zum Lauf. Klitschnass und nach 13 Stunden sowie elf Minuten kam Stephan Lendring ins Ziel. Sein Kamerad stieß auf halber Strecke zu ihm, da dieser die kleine Lauf-Variante über 35 Kilometer gewählt hatte. Für Stephan Lendring waren es am Ende sogar mehr als die 55 Kilometer. „Ich hab mich zweimal verlaufen“, sagt er lachend. Darum sei er auf der Route des kleineren Laufes gelandet. „Erst andere Läufer haben mich darauf aufmerksam gemacht.“ Die erkannten den Irrtum an Lendrings blauem 55-Kilometer-Bändchen. „Also musste ich wieder zurück. Am Ende kamen so also etwa 60 Kilometer zusammen.“

Wie lautet das Fazit nach dem Ausdauermarsch? „Eine tolle Erfahrung. Es hat viel Spaß gemacht.“ Weil dem so ist, plant Stephan Lendring bereits die Teilnahme an weiteren Läufen im kommenden Jahr. Über die gleiche Distanz, versteht sich.

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