Exhibitionismus
Mann onaniert am Strönfeldsee vor zwei Frauen

Heek/Ahaus -

Für die Frauen ist es noch heute ein traumatisches Erlebnis. Ein 30-jähriger Ahauser onanierte vor ihnen am Strönfeldsee. Darum stand er vor Gericht.

Dienstag, 10.09.2019, 17:00 Uhr
Am Strönfeldsee soll ein Mann vor zwei jungen Frauen onaniert haben.
Am Strönfeldsee soll ein Mann vor zwei jungen Frauen onaniert haben. Foto: Markus Gehring

Nein, es sei nicht das erste Mal gewesen, dass er seinen Trieben einfach so in der Öffentlichkeit nachgegeben habe. Ihn überkomme es schlicht manchmal so. Das sagte ein 30-jähriger Ahauser vor dem Amtsgericht Ahaus aus.

Der Mann musste sich dort aufgrund exhibitionistischer Handlungen verantworten und wurde schlussendlich zu einer Geldstrafe von insgesamt 2500 Euro verurteilt.

Konkret ging es um einen Vorfall vom 22. April dieses Jahres am Strönfeldsee in Heek. Dort soll der Angeklagte in den Mittagsstunden vor zwei jungen Frauen über mehrere Minuten onaniert haben. Nicht direkt vor den Geschädigten, aber so, dass diese es nicht übersehen konnten. Im Anschluss soll der 30-jährige mit seiner weißen, nassen und damit durchsichtigen Unterhose an den beiden Frauen vorbei geschlendert sein und diese „freundlich“ gegrüßt haben. Etwas, dass die beiden Frauen laut Polizeiprotokoll zu tiefst verstört habe. Bis heute.

Die ihm zur Last gelegten Taten räumte der Angeklagte direkt zu Beginn der Verhandlung ohne Umschweifen ein. Er habe auch gewusst, dass dies eine strafbare Handlung sei, aber das „Verlangen“ sei eben stärker gewesen. Dass ihn die beiden jungen Frauen anzeigen würden, damit habe er nicht gerechnet.

Dass dieses Verlangen schon des Öfteren größer als der Anstand war, wurde ebenfalls aus dem Polizeiprotokoll ersichtlich, aus dem Richter Passagen vorlas. „Sie haben also auch schon mal eine Therapie gemacht, um der Sache Herr zu werden?“, fragte dieser den Angeklagten.

„Ja, vor vielen Jahren“, lautete die Antwort. Vor zwölf Jahren sei dies der Fall gewesen. Grund sollen ähnlich gelagerte exhibitionistische Handlungen des Mannes gewesen sein. Denn immer dann, wenn die Gelegenheit günstig gewesen sei, habe er seinen Trieben nachgegeben.

Sprich bevorzugt im Sommer und eben dort, wo (junge) Frauen anzutreffen waren, und das Risiko, durch Ordnungshüter entdeckt zu werden, gering war. Diese Tatsache fasste der Staatsanwalt wie folgt zusammen: „Sie haben bei Ihren Taten also durchaus rational gehandelt.“ Etwas, dem der Angeklagte nickend zustimmte.

Auf die Anmerkungen des Richters, dass die zwei jungen Frauen noch heute unter den erniedrigenden Eindrücken seelisch leiden würden, entgegnete der 30-Jährige: „Das ist mir durchaus bewusst, also jetzt im Nachgang. Ich konnte aber einfach in dem Moment nicht anders. Es überkam mich so.“

Mittlerweile habe er die „Sucht“, die sich seiner Aussage nach mit etwa 16 Jahren entwickelt habe, jedoch im Griff. „So etwas passiert mir nicht mehr. Ich will ja nicht noch mal hier ins Gericht müssen.“ Eine Aussage, der Staatsanwalt und Richter letztendlich ihren Glauben schenkten.

Dies machte sich auch in der Urteilsfindung bemerkbar. Denn das Thema Freiheitsstrafe, welche in so einem Falle möglich gewesen wäre, stand nicht zur Debatte. Dem 30-Jährigen kamen letztlich sein umfassendes Geständnis und seine Einsicht zugute.

Stattdessen wurde er zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu jeweils 50 Euro verurteilt. Ein Strafmaß, welches der Staatsanwalt als „empfindlich“ und „spürbar“ bezeichnete.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6916693?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F27962%2F
„Es ist klar geworden, dass wir unser Ahndungsverhalten überdenken müssen“
Landrat entsetzt über Bilder aus Mastställen: „Es ist klar geworden, dass wir unser Ahndungsverhalten überdenken müssen“
Nachrichten-Ticker